Milla Pink in voller Montur – zuhause in Heimsheim lässt es die Sängerin gemütlicher angehen. Foto: Homepage Milla Pink

Milla Pink ist auch zwei Jahre nach ihrem großen Durchbruch ein gefragter Name in der Partyschlager-Szene. Privat bleibt die Künstlerin aus Heimsheim aber weiterhin bodenständig.

Die Musikbranche ist schnelllebig. Haddaway, Las Ketchup oder Vanilla Ice konnten ein Lied davon singen, aber eben nur eines. Milla Pink hingegen ist immer noch da. Seit sie 2023 mit „Auf dem Besen an den Tresen“ ihren Durchbruch am berühmten Ballermann feierte, hat sich einiges getan. Sie wurde mit dem Ballermann-Award zur Senkrechtstarterin des Jahres 2024 gekürt, absolvierte 2025 ihre zweite volle Saison als Vertragskünstlerin in der Kult-Disco Megapark und hat sieben weitere Songs veröffentlicht. Dabei ist sie jedoch keine Vollzeit-Sängerin, sondern setzt ganz bewusst auf das zweigleisige Modell.

Die große Frage für Milla Pink: Ballermann oder Bierkönig?

Privat lebt Milla Pink im beschaulichen Heimsheim, heißt Silke und hat einen ganz normalen Bürojob. Sie ist, sagt sie, Künstlerin, aber kein Star. Ihre Lieblingsfarbe Pink, die sich ihn ihren Bühnenoutfits widerspiegelt, sowie zwei bedeutende Namen aus dem Privatleben zu „Milla“ zusammengesetzt ergaben ihren Künstlernamen, der heute ein bekannter in der Partyschlager-Branche ist.

Als sie sich nach ihren ersten Ballermann-Urlauben für den Selbstversuch als Künstlerin entschied und ihre zweite Single zum großen Hit wurde, verhalf ihr die befreundete Künstlerin Anny zu ihrem ersten Auftritt im Megapark. „Ich wäre auch offen für den Bierkönig gewesen“, verweist sie auf das konkurrierende Lokal, „aber ich bin, seit ich die Insel lieben gelernt habe, ein Megapark-Kind und war unglaublich happy, dass der Megapark mir die Chance geboten hat.“

Silke alias Milla Pink ist in Heimsheim zuhause – von April bis Oktober ist sie allerdings viel auf Mallorca. Foto: Simon Granville

Seit dieser Chance hat sich ihr Leben gründlich verändert: sie ist unglaublich viel unterwegs. Ihre Freunde Flo, Kathi und Tobi unterstützen sie tatkräftig als Fahrer. Durch die Karriere habe sich bei ihr die Spreu vom Weizen getrennt, sie habe Lehrgeld gezahlt und auch im Freundeskreis gemerkt, wer ihre echten Freunde sind.

Unterstützung für Milla Pink auch im Beruf

Besonders wichtig für ihre Karriere war besonders zu Beginn auch die Unterstützung ihres Arbeitsumfeldes, das ihr den Rücken stärkte, wenn sie spontan zu Auftritten auf der Insel frei nehmen musste. Ihrem Hauptberuf geht sie weiterhin nach, jedoch reduziert sie inzwischen ihr Arbeitspensum in der Hauptsaison, die auf Mallorca von April bis Oktober gefeiert wird. Die Wochenenden in diesem Zeitraum sind ausgebucht, den Umstand bezeichnet sie aber als positiven Stress. „Ich habe mir das ausgesucht, ich wollte das so“, betont die Sängerin. Ob sie irgendwann in Vollzeit am Ballermann auftritt, wer weiß. „Wenn es sich ergeben sollte, dann ja“, sagt sie.

Ein vielversprechender Start auf Mallorca für Milla Pink

Die ersten Jahre können sich sehen lassen, beim Streaming-Dienst Spotify hören sie monatlich über 120 000 Menschen, ihr großer Hit „Auf dem Besen an den Tresen“ wurde mehr als 16 Millionen mal gestreamt. Einer ihrer Lieblingssongs ist ihre erste Veröffentlichung „Wir leben für die Nacht“, den sie liebevoll als „mein Baby“ bezeichnet. Bei anderen hatte sie weniger Anteil am Schreiben, was sie aber nicht stört: „Wenn mir Texte vorgeschlagen werden, muss ich sie fühlen, dann ist das nicht schlimm, wenn sie nicht aus meiner Feder stammen.“ Die Kosten für die Produktion ihrer Lieder, die zwischen 2000 und 3500 Euro pro Titel liegen, kann die 39-Jährige über ihre Künstler-Gagen mittlerweile gut abdecken.

Die gestiegene Bekanntheit erfreut Milla Pink: auf der Straße erkannt werden oder Menschen mit dem eigenen Merchandise sehen – für die Newcomerin „ein wunderzauberschönes Gefühl“. In ihrem Heimat begleitet sie auch die Fußballer vom TSV Heimsheim, mit denen sie den Bezirksliga-Aufstieg im vergangenen Sommer auf Mallorca feierte und auf deren Aufstiegsfeier sie auftrat. Ihr Fußballherz gehört allerdings dem Karlsruher SC, seit über 20 Jahren besitzt sie eine Dauerkarte für den Wildpark.

 

Neben den Mallorca-Aufritten hat sie inzwischen auch schon beim Après-Ski gesungen. Ihr Herz gehört jedoch der Insel. Der Konflikt der einheimischen Mallorquiner mit dem Party-Tourismus tangiert sie kaum, für sie ist das Thema ein zweischneidiges Schwert. Den Unmut über Entgleisungen alkoholisierter Feierwütiger versteht sie, betont aber auch, dass die Touristen für Arbeitsplätze und Finanzströme auf der Insel sorgen.

Milla Pink hat keine Vorbilder, aber große Bewunderung

Am Ballermann hat sie sich etabliert. Sie hat bereits Kooperationen mit Künstlern wie Andy Luxx veröffentlicht und zuletzt ein Cover des viralen Hits „Gute Laune“ der Gruppe Großstadtengel. Ein spezielles Vorbild hat sie nicht, die großen Frauen ihrer Branche wie Isi Glück, Mia Julia oder Frenzy bewundert sie allerdings.

Sie möchte ihren Status in der Partyszene festigen und ihre Bekanntheit ausbauen. Dabei merkt sie jedoch, wie schwierig es ist, Hauptjob und Musik zu verbinden, vor allem in den sozialen Medien sieht sie noch Nachholbedarf. Wo sie in Zukunft noch auftreten wird, in der Frage ist Milla Pink ganz offen. Ein mögliches Ziel sind die deutschlandweit stattfindenden Mallorca-Partys, besonders der Standort Waghäusel reizt die gebürtige Bruchsalerin. Gibt es womöglich eines Tages den Parkwechsel, von Mallorca nach Karlsruhe? „Ich bin bereit, wenn der Wildpark es ist“, sagt die Sängerin lachend, die sich einen Auftritt im Stadion ihres Herzensverein mehr als gut vorstellen kann.

Silke aka Milla Pink hat schon einiges erreicht, aber mindestens noch genauso viel vor.