Bürgermeister Ralf Barth mit den als Klatschpappen verwendbaren Souvenirs. Foto: Ulrike Rapp-Hirrlinger

Unbekannte haben es seit einiger Zeit auf die Denkendorfer Ortsschilder abgesehen. Was die Diebe antreibt, weiß niemand. Jetzt hat sich die Kommune ein „Gegenmittel“ ausgedacht.

Denkendorf - Denkendorfer Ortsschilder sind seit einiger Zeit eine beliebte Beute. Schon mehrfach wurden die gelben Tafeln in den vergangenen Monaten nachts an den Ortseingängen von Unbekannten abmontiert, sodass nur noch die leeren Rahmen blieben. Ärgerlich für die Gemeinde, die jeweils neue Schilder anfertigen lassen musste. Damit ihr nicht noch mehr Ortsschilder abhandenkommen, hat die Kommune ein pfiffiges „Gegenmittel“ ersonnen. Sie ließ Pappschilder mit dem Motiv der Ortsschilder drucken. Auf der Rückseite sind Denkendorfer Logo und Wappen mit dem Motto „Lautstark für meine Heimat“ abgebildet. Die etwa 45 mal 32 Zentimeter große Pappe lässt sich durch vorgegebene Falze wie eine Ziehharmonika falten. Schlägt man sie kräftig – etwa auf die Handfläche – entsteht ein lautes, klatschendes Geräusch. Diese Klatschpappen gibt es für einen Euro in der Ortsbücherei.

Werbeträger für die Gemeinde

Bürgermeister Ralf Barth hofft nun, dass die Schilderliebhaber sich mit den neuen Souvenirs begnügen und die Finger von den echten Ortsschildern lassen. Warum die Ortstafeln so beliebt sind und was die Diebe damit anfangen, liegt bisher völlig im Dunkeln. Ein Bürger habe angeregt, solche Tafeln doch einfach zum Kauf anzubieten, berichtet Barth. Allerdings schlagen die bedruckten Metallplatten, weil es individuelle Anfertigungen sind, mit rund 130 Euro pro Stück zu Buche. Der Bürgermeister bezweifelt, dass jemand so viel Geld dafür ausgeben würde. Doch dann erinnerte er sich an einen Marathon während seiner Studienzeit. „Die Leute am Rand der Strecke feuerten uns mit solchen Klatschpappen an“, erzählt er. Nun ist Barth gespannt, wie die neuen Souvenirs angenommen werden, die natürlich auch Werbeträger für die Kommune sein sollen. Er kann sich gut vorstellen, dass damit etwa die Läufer des traditionellen Denkendorfer Schlehenlaufs angefeuert werden – sobald dieser wieder stattfinden kann.

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