Mitten in der Nacht fielen am 5. September 2022 in der Obertürkheimer Straße im Esslinger Stadtteil Mettingen Schüsse. Vier junge Männer müssen sich deswegen vor dem Landgericht Stuttgart verantworten. Nun hat sich erstmals einer der Angeklagten zum Tatvorwurf geäußert.
Im Prozess um die Schießerei in Esslingen-Mettingen vor knapp einem Jahr hat einer der vier Angeklagten am Donnerstag vor dem Stuttgarter Landgericht erstmals eingeräumt, geschossen zu haben. Zugleich bestritt er jedoch, dabei auf seinen Kontrahenten gezielt zu haben. Er habe an jenem 5. September 2022 in Esslingen irgendwo etwas trinken wollen, ließ der junge Mann über seinen Verteidiger verlauten. Dabei habe er eine Waffe mit neun Schuss Munition bei sich getragen. Aufgrund seines Drogenkonsums leide er unter Panikzuständen, und er sei am Vortag von einer Person angegriffen und verletzt worden.
Eben diesem Angreifer und einigen seiner Freunde begegnete der Angeklagte nach eigenen Angaben an jenem Abend zufällig wieder. Das Geschehen vom Vortag habe ihm noch in den Gliedern gesteckt. Daher habe er sich bedroht gefühlt und mit einem erneuten Angriff gerechnet. Schließlich habe der Mann ihn am Vortag erheblich verletzt. Darum habe er die mitgeführte Waffe gezogen und an dem Mann vorbei auf ein Wohnhaus geschossen. Ganz bewusst habe er dabei einen Punkt unterhalb eines Fensters angepeilt. Er habe niemanden verletzen oder gar töten wollen. Weitere Angaben machte der junge Mann nicht. Auch seine Mitangeklagten schwiegen weiter zu dem Tatvorwurf.