Wohnraum in Esslingen ist durch die Nähe zu Stuttgart gefragt, aber knapp. Foto: Tatiana Frank – 307300892_Shutte - Tatiana Frank – 307300892_Shutterstock.com

Die Stadt Esslingen kämpft, wie viele Gemeinden im Speckgürtel industrieller Großstädte, mit mangelndem Wohnraum und daraus resultierenden überteuerten Mieten. Anwohner und Landwirte geraten zudem mit den Planungen der Stadtverwaltung aneinander. Die Esslinger Wohnungsbaugesellschaft versucht mit unterdurchschnittlichen Mietenpreisen pro Quadratmeter, ihren Anteil zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu leisten. Die Bilanzpressekonferenz gibt Grund zur Hoffnung.

Großraum Stuttgart als Fluch und Segen

Großstädte wie Stuttgart mit einem immensen wirtschaftlichen Volumen sind für die umliegenden Regionen Segen und Fluch zugleich. Sie bieten für zahlreiche Menschen einen Arbeitsplatz und attraktive Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Die im Großraum der Städte liegenden Kleinstädte und Dörfer werden dadurch für viele Zuzügler zur neuen Heimat. Denn in Großstädten zu arbeiten, aber im „Grünen“ zu wohnen liegt deutschlandweit im Trend.
Das kann für viele Dörfer und Kleinstädte aber auch zur Belastung werden, da fehlende Wohnungen bei hoher Nachfrage den lokalen Wohnungsmarkt massiv beeinträchtigen. Die Folgen sind stark überteuerte Mieten. Aus diesem Grund sollen die Kapazitäten für neue Wohnungen auf dem Esslinger Wohnungsmarkt in den nächsten Jahren deutlich erweitert werden, auch um dem Bedarf an Wohnraum Herr zu werden. Das beschloss der Gemeinderat auf seiner Klausurtagung bereits im April.
„Die Immobilienpreise in Esslingen und der Region steigen unentwegt. Sie spiegeln die Situation wider, dass das Angebot an Wohnungen, egal ob Eigentum oder Miete, viel zu knapp ist und mit der Nachfrage nicht Schritt hält“, hielt ein Befund des Gemeinderats fest. Der Sprecher der Stadt Esslingen, Roland Karpentier, betonte, die Stadt müsse unter Abwägung sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Belange Wohnbauland zur Verfügung stellen. Doch neue Baugebiete sind nur gegen den Widerstand aus Teilen der Bevölkerung zu schaffen.
Die geplante Fortschreibung des Flächennutzungsplans sieht sich aufgrund negativer Folgen für die Ökologie und die Verkehrssituation erheblicher Kritik ausgesetzt. Im Oktober letzten Jahres gab es beispielsweise einen Protest der Landwirte, bei dem eine Traktor-Demo auf dem Marktplatz stattfand. Die ortsansässigen Landwirte befürchten bei der Erweiterung des Wohnraums, dass rund 30 Hektar Fläche, die bisher landwirtschaftlich genutzt werden, für den Siedlungsausbau genutzt werden könnten. Diese Flächen befinden sich im Norden Esslingens und im Neckartal.

Hürden beim Wohnungsbau

Neben den Protesten aus Teilen der Bevölkerung bestehen auch verschiedene rechtliche und politische Hürden für die Neufassung des Flächennutzungsplans. „Die Stadt Esslingen wird in den nächsten Jahren deshalb mit Priorität die bereits beschlossenen Wohnbauflächen weiterverfolgen“, kommentierte Roland Karpentier die schwierige Lage.
Die bereits beschlossene Wohnbaufläche auf dem Grundstück der ehemaligen Funker-Kaserne umfasst beispielsweise:

  • 42 geförderte und von der Stadt zugewiesene Mietwohnungen
  • 30 frei vermarktete Eigentumswohnungen
  • 50 preiswerte Eigentumswohnungen, ausschließlich für Haushalte mittleren Einkommen

Die Unterbringung von Flüchtlingen im Zuge der Anschlussunterbringung erschwert die Lage auf dem Wohnungsmarkt zusätzlich. Die Stadt Esslingen muss hierfür noch weitere 250 Plätze zur Verfügung stellen, wohlgemerkt bis Ende des Jahres.

Der bezahlbare Wohnraum in Esslingen ist daher aus verschiedenen Gründen äußerst knapp bemessen. Der Wohnungspreis liegt in der Regel deutlich über dem Wert von vor zehn Jahren. Ohne einen Kredit zum Wohnungskauf kommen die meisten Menschen daher nicht aus.

Kreditaufnahme zum Wohnungskauf

Dies gilt natürlich auch für Esslingen. Direkt am Neckar gelegen mit gerade einmal 10 Kilometer Entfernung zu Stuttgart ist es wenig verwunderlich, dass viele Menschen die elftgrößte Stadt Baden-Württembergs favorisieren – und sich nach Möglichkeiten umsehen, ihren Wohnraum in bester Lage zu finanzieren.
Speziell beim Kauf einer Eigentumswohnung greifen die Deutschen häufig zu einem Kredit. Doch das Internet ist gespickt von überteuerten Kreditangeboten. Ein Vergleich der Angebote kann da schnell Klarheit bringen. Kreditkonditionsrechner, wie im aufgeführten Beispiel, geben einen schnellen und informativen Überblick über die möglichen Kreditrahmenbedingungen und helfen, aus finanzieller Sicht vernünftige Entscheidungen zu treffen.

Netto­kredit­betrag: Lauf­zeit: eff. Jahres­zins in %:
10.000 Euro 60 Monate 1,95
Kredit­kosten gesamt: Monat­liche Rate: Zins­aufwand:
10.503,54 Euro 175,06 Euro 503,54 Euro

Quelle: https://www.smava.de/kredit/


Mit der stehenden Finanzierung müssen aber auch die entsprechenden Bauflächen beziehungsweise Häuser und Wohnungen existieren. Und genau hier muss in Esslingen zügig nachgebessert werden. Die Bilanzpressekonferenz der Esslinger Wohnungsbaugesellschaft gibt allerdings Grund zur Hoffnung, dass Grund und Boden bald geschaffen werden.

Bilanzpressekonferenz der Wohnungsbaugesellschaft

Der Geschäftsführer der Esslinger Wohnungsbaugesellschaft (EWB), Hagen Schröter, bestätigte die Baufreigabe für zahlreiche neue Wohnungen, unter anderem für das Projekt „Am schönen Rain – Flandernhöhe West“ auf der Bilanzpressekonferenz Ende Juli. Ziel sei es, ein Angebot zu tragbaren Bedingungen zur Verfügung zu stellen, sagte auch der Esslinger Oberbürgermeister Jürgen Zieger als Aufsichtsratsvorsitzender der EWB. Gewinnmaximierung stünde beim Unternehmen nicht im Vordergrund, welches ebenfalls zur Hälfte der Stadt Esslingen gehört.
Die Zahlen geben Grund zur Hoffnung, dass das Projekt erfolgreich weitergeführt wird. Bei einem Bilanzvolumen von mehr als 184 Millionen Euro im vergangenen Jahr konnte ein Gewinn nach Steuern von rund 900.000 Euro erzielt werden. Durch den Erfolg könne auch weiterhin bezahlbarer Wohnraum angeboten werden, was die Aufgabe der EWB sei, sagte Zieger. So koste ein Quadratmeter Wohnfläche in Esslingen durchschnittlich 7,50 Euro, bei Wohnungen der EWB seien es laut Zieger lediglich 6,17 Euro.
„Es ist wichtig, das unternehmerische Ziel, nämlich bezahlbaren Wohnraum anzubieten, nicht aus den Augen zu verlieren“, sagte der Oberbürgermeister. Allein das Großprojekt „Am schönen Rain – Flandernhöhe West“ beinhaltet im ersten Bauabschnitt die Errichtung einer Tiefgarage mit fünf Wohnhäusern, die insgesamt 30 Zwei- und Dreizimmerwohnungen beherbergen.
Zu den bereits benannten Projekten sollen im Stadtteil Hohenkreuz weitere 16 Mietwohnungen errichtet werden. Hinzu kommen die bereits fertiggestellten 150 Eigentumswohnungen in den „Grünen Höfen“. Insgesamt kann die EWB mittlerweile auf einen Wohnungsbestand von 3.000 Einheiten zurückgreifen. Zu viele Wohnungen sind es sicherlich nicht, was die außerordentlich hohe Interessentenlage allein bei den fertigen Wohnungen in den „Grünen Höfen“ zeigt. Doch selbst die vergünstigten Mietpreise der EWB sind für viele Menschen bereits zu hoch. Das Problem vom Mangel des bezahlbaren Wohnraums kann die EWB daher auch nicht so schnell lösen.

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