Schauspielerin Iris Berben sprach bei einer Veranstaltung im Berliner Ensemble anlässlich der Proteste im Iran. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

«Solidarität darf nicht da aufhören, wo sie unsere Bequemlichkeit stört», mahnt Iris Berben. Auch andere Schauspielerinnen verurteilen den repressiven Kurs der iranischen Regierung.

Berlin - Schauspielerin Iris Berben (72) hat dazu aufgerufen, Solidarität mit den protestierenden Menschen im Iran zu zeigen. "Haltung oder auch Solidarität kann man nicht einfordern oder verordnen, man muss sie leben. Solidarität darf nicht da aufhören, wo sie unsere Bequemlichkeit stört", sagte Berben bei einer Veranstaltung im Berliner Ensemble anlässlich der Proteste im Iran.

Die iranische Fußballauswahl etwa habe in Katar kürzlich ein Zeichen gesetzt, indem sie bei ihrem WM-Auftaktspiel gegen England die Nationalhymne nicht mitsang, sagte Berben. "Solidarität kann anstrengend sein, Verzicht bedeuten (...), aber sie ist unverzichtbar."

Die Idee für den Abend mit dem Titel "Frau Leben Freiheit" war laut Theaterangaben den deutsch-iranischen Schauspielerinnen Melika Foroutan, Sarah Sandeh und Jasmin Tabatabai gekommen. "Diese Proteste bringen uns das Land zurück und die Menschen. Wir sind voller Bewunderung für den Mut und die Kraft der Protestierenden in Iran", sagte Sandeh mit zitternder Stimme am Montag. "Möge ihr Mut, ihr Widerstand, ihre Solidarität ein Beispiel für uns alle sein."

In der rund dreistündigen Veranstaltung hatten auch Schauspielerinnen wie Meret Becker und Katja Riemann den repressiven Kurs der iranischen Regierung verurteilt und Texte aus dem Iran und über das Land vorgelesen. Dazu gab es Musik und ein Bühnengespräch. Der Erlös des Abends sollte zwei Hilfsorganisationen zugute kommen.

Auslöser der aktuellen Massenproteste gegen die Regierung und das islamische Herrschaftssystem im Iran war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstoßes gegen die islamischen Kleidungsvorschriften von den Sittenwächtern festgenommen worden war. Nach Einschätzungen von Menschenrechtlern wurden seither mindestens 450 Demonstranten getötet und rund 18.000 Protestteilnehmer verhaftet.