Bald ist Schluss bei Saturn. Foto: Simon Granville

Wieder eine freie Fläche im Ludwigsburger Marstall-Center: Saturn macht Ende des Jahres dicht. Kunden werden an die Schwesterfirma Mediamarkt im Breuningerland verwiesen.

Wer dieser Tage den Elektronikmarkt Saturn im Obergeschoss des Ludwigsburger Marstall-Centers besucht, der steht vor weitgehend leer geräumten Regalen. Der Markt schließt zum 31. Dezember, wer den Kundenservice in Anspruch nehmen will, wird auf den Mediamarkt im Breuningerland verwiesen. Um die wenigen Restbestände im Laden auch noch an den Mann oder die Frau zu bringen, locken Rabatte mit bis zu 70 Prozent.

Doch was steckt hinter der Schließung des Saturn-Marktes? Immerhin gab es vor kurzem ein Übernahmeangebot des chinesischen E-Commerce-Riesen JD.com für den Mutterkonzern von Saturn und Mediamarkt, die Ceconomy AG mit Sitz in Düsseldorf. Kartellrechtlich wurde das Ganze mittlerweile genehmigt, doch betont eine Unternehmenssprecherin, die Transaktion sei noch nicht abgeschlossen; es seien noch weitere behördliche Freigaben nötig. Man rechne damit, dass diese Genehmigungen im ersten Halbjahr 2026 vorlägen. Fest stehe aber, dass Ceconomy ein unabhängiges Unternehmen bleibe und auch der aktuelle Vorstand weiterhin für die Umsetzung der Unternehmensstrategie und das Tagesgeschäft verantwortlich sei.

Der Eigentümer wechselt

Die Sprecherin betont, dass die Schließung des Ludwigsburger Saturn-Marktes in keinem Zusammenhang mit der geplanten Übernahme durch die Chinesen stehe. „Es handelt sich um eine standortbedingte Einzelfallentscheidung. Grundsätzlich überprüft Mediamarkt Saturn Deutschland sein Markt-Portfolio fortlaufend auf Möglichkeiten zur Optimierung. Daraus können Veränderungen von Flächengrößen, Neueröffnungen oder auch Schließungen auf Grund besonderer Gegebenheiten bei einzelnen Märkten resultieren.“ Das sei „tägliches Business“.

Eine Rolle spiele dabei auch, wie das Umfeld und der Standort aussehe. Und in Ludwigsburg gebe es mit dem Mediamarkt in Tammerfeld ja noch ein weitere Filiale sowie vier weitere Märkte in der Umgebung. Man arbeite aktuell bereits daran, „für möglichst viele Mitarbeiter eine Lösung der Weiterbeschäftigung zu schaffen.“

Weniger Saturn, mehr Mediamarkt?

Fachpublikationen wie Gameswirtschaft haben jedoch beobachtet, dass die Zahl der Saturn-Märkte seit Jahren sinkt und an gleicher Stelle Mediamarkt-Läden eröffnen. Die beiden Schwestermarken teilen sich Logistik, Einkauf, IT und Marketing. Wie viele Saturn-Märkte in letzter Zeit geschlossen haben und wie viele davon durch Mediamarkt-Filialen ersetzt wurden, könne sie nicht sagen, so die Sprecherin von Ceconomy. „Einmal jährlich werden die Zahlen der Märkte im Geschäftsbericht veröffentlicht. Zum letzten Mal war das im Dezember. Die Zahlen wären also derzeit nicht mehr aktuell.“

Auch hier hilft ein Blick in die Fachpresse weiter: Laut Gameswirtschaft gab es Mitte Juni dieses Jahres in Deutschland nur noch knapp 70 Saturn-Märkte, hingegen mehr als 300 Mediamarkt-Geschäfte. Die Ceconomy-Sprecherin hingegen betont: „Die Marke Saturn ist und bleibt ein essenzieller Bestandteil unserer Unternehmensstrategie“.

Verhandlungen für Nachvermietung laufen

Und wie geht es weiter mit der rund 2500 Quadratmeter großen Fläche, die im Marstallcenter frei wird? „Wir stehen mit mehreren Interessenten in Verhandlungen für eine Nachvermietung“, so die Centermanagerin Meltem Boyraz. Um wen es sich dabei handle, könne sie vor einem Vertragsabschluss nicht sagen.