Sascha Lobo Foto: picture alliance / dpa/Britta P - picture alliance / dpa/Britta Pedersen

Sascha Lobo ist Blogger und ein gern gesehener Gast in vielen Talkshows, weil er kein Blatt vor den Mund nimmt. In seinem neuen Buch „Realitätsschock“, das er bei der LesART vorstellt, fordert er, dass wir uns den unbequemen Wahrheiten unserer Zeit viel bereitwilliger stellen müssen.

EsslingenKaum ein Tag vergeht, an dem uns nicht von irgendwoher aufrüttelnde, verblüffende und häufig auch verstörende Nachrichten erreichen. Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein. Und es sind längst nicht nur die großen globalen Umwälzungen, die ein Gefühl der Unsicherheit vermitteln. Weil alles irgendwie mit allem zusammenhängt, fällt es immer schwerer, Erklärungen zu finden – von überzeugenden Lösungen ganz zu schweigen. Manche wären schon für ein klares Wort dankbar, weil ihnen ein stereotypes „Wir schaffen das“ zu wenig ist. Der Blogger und gern gesehene Talkshow-Gast Sascha Lobo ist bekannt dafür, dass er klare Kante zeigt. Das beweist er auch in seinem neuen Buch „Realitätsschock. Zehn Lehren aus der Gegenwart“ (Kiepenheuer & Witsch, 22 Euro), das er bei der LesART vorstellen wird.

In einer Welt, die immer schnelllebiger, komplexer und unübersichtlicher wird, ist Sascha Lobo überzeugt, dass wir uns dem „Realitätsschock“ unbequemer Wahrheiten viel konsequenter stellen müssen: „Mein Eindruck ist, dass wir sehr dringend diesen Realitätsschock oder die Realitätsschocks beachten müssen. Wir haben viel zu lange – ob das im Bereich Klima ist, im Bereich Migration, der Rechtsruck, auch Integration – uns ausgeruht auf einer Art von Wunschvorstellung.“ Damit soll nun Schluss sein. Der Blogger ist sich wohl bewusst, dass es schon immer Veränderungen und damit einhergehend auch Verunsicherung gab. Doch in Zeiten von Globalisierung und Digitalisierung werden wir in immer kürzerer Taktung und in immer tiefer greifender Intensität mit dem Wandel konfrontiert.

Und wer soll solche Entwicklungen glaubwürdig analysieren und aus der Analyse überzeugende Antworten formulieren? Auch da hat Sascha Lobo eine Antwort. Er ist guten Mutes, „dass jetzt die Hoffnung nicht in einzelnen Technologien liegt und auch nicht darin, dass man endlich eine Einzellösung findet. Die Hoffnung liegt eher darin, dass eine neue Generation ganz grundsätzlich anders an die Probleme rangeht, die wir haben.“ Zu tun gibt es gerade genug – ganz egal, ob man als Junger oder Älterer genug hat vom gern bemühten „Weiter so“.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: