Seit rund zehn Jahren bemüht sich Wendlingen, die Verbindung vom Bahnhof zur Stadtmitte städtebaulich zu stärken. Nun hat das Land weitere 700 000 Euro dafür bereitgestellt.
Rund 1,86 Millionen Euro hat die Stadt Wendlingen in den vergangenen zehn Jahren in das Sanierungsgebiet „Stuttgarter Straße/Weberstraße“ gesteckt – immerhin rund 60 Prozent der Summe wurden von Bund und Land gefördert. Das Schmuckstück der bisherigen Arbeiten ist zweifelsohne die gelungene Sanierung des denkmalgeschützten Wohngebäude-Ensembles in der Spinnerstraße – einer ehemalige Arbeitersiedlung der Spinnerei und Weberei Heinrich Otto und Söhne aus den Jahren 1900 bis 1922. Hintergrund ist das Bemühen der Wendlinger, den Bahnhof als Mobilitätsknoten besser mit dem Stadtzentrum zu verknüpfen.
Eigentlich wäre der Förderungszeitraum Ende April ausgelaufen – indes haben sich zwischenzeitlich innerhalb des Sanierungsgebietes weitere Projekte ergeben, die bald realisiert werden sollen. Allen voran steht die Entwicklung des Quartiers „Albstraße 29/Wena-Areal“ im Fokus. Dort sind auf rund 4700 Quadratmetern in unmittelbarer Nachbarschaft zum Marktplatz neue Gebäude für ein Ärztehaus, Einzelhandels- und Dienstleistungsflächen sowie Wohnungen geplant. Noch in diesem Jahr soll der städtebauliche Realisierungswettbewerb für das Areal ausgerufen werden.
Aus diesen Gründen hat die Stadt beim Land eine Verlängerung der Förderzeitraums inklusive Aufstockung der Fördermittel beantragt. Der positive Bescheid dazu flatterte jüngst ins Rathaus: Der Zeitraum wurde bis Ende April 2026 verlängert, zusätzlich sagte das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen weitere Finanzhilfen in Höhe von 700 000 Euro zu. „Die Städtebauförderung ermöglicht uns Entwicklungen, die sonst nicht drin wären“, sagte der Wendlinger Bürgermeister Steffen Weigel über die Finanzspritze. Vor allem in Zeiten knapper Kassen – schließlich war die Verwaltung erst jüngst gezwungen, einige kostenintensive Vorhaben hinten an zu stellen.