Es ist die dritte ungeplante Vollsperrung in acht Tagen – und zum dritten Mal rücken die Helfer unverrichteter Dinge wieder ab. Diese Häufung sorgt bei den Helfern nicht gerade für gute Stimmung. Wenigstens wurde diesmal ein Grund festgestellt.
Die Stimmung ist derzeit nicht gerade die beste bei den Feuerwehren – zumindest nicht beim Thema Engelbergtunnel. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch waren die Brandschützer erneut zur Großbaustelle gerufen worden, erneut wegen eines Fehlalarms.
Wenigstens offenbarte sich diesmal der Grund für den Einsatz und die Vollsperrung. „So wie es aussieht, war es menschliches Versagen“, antwortet der Leonberger Wehr-Kommandant Wolfgang Zimmermann auf Anfrage unserer Zeitung. Es sei wohl an einem Schaltschrank gearbeitet worden. „Und allem Anschein nach ist dabei die falsche Sicherung rausgedreht worden“, so Zimmermann weiter. Also standen die Feuerwehren aus Leonberg, Gerlingen und Ditzingen sowie Helfer von Polizei und Rettungsdienst erneut parat, um kurz vor zwei Uhr – um nach einer Kontrolle der Tunnelröhren wieder abzuziehen.
Feuerwehr und Betreiberin treffen sich
Am Mittwochmorgen gab es ein Treffen zwischen Feuerwehr und Tunnelbetreiberin, der Autobahn GmbH des Bundes. Ergebnis: Die sogenannte Tunnelwarte wird dauerhaft besetzt. Und Alarme, deren Ursache zunächst nicht klar sichtbar ist, werden nicht automatisch sofort zur Feuerwehr durchgestellt. Wolfgang Zimmermann erklärt: „Die Tunnelwarte ist normalerweise nicht 24 Stunden am Tag besetzt, jetzt aber schon.“ Von dort könne man jeden Bereich, in dem ein Alarm ausgelöst werde, sofort per Kamera einsehen. Fortan werden die Meldesektoren also erst in Augenschein genommen, bevor dann im Ernstfall wirklich die Feuerwehr ausrückt.
Die Freiwillige Feuerwehr Leonberg hat bei Einsätzen im Engelbergtunnel die Leitung. So ist Zimmermann also auch Ansprechpartner für die Betreiberfirma. „Das klappt eigentlich auch sehr gut, aber wenn die Technik uns ein Schnippchen schlägt, wird es schwierig“, sagt der Kommandant. Der jüngste Fehlalarm und die damit einhergehende komplette Abriegelung der Röhren war der dritte in den vergangenen acht Tagen. Hinzu kamen seit Anfang September noch zwei weitere nächtliche Vollsperrungen, die von der Autobahn GmbH angekündigt worden waren. Sie dienten der Einspeisung eines Software-Updates.
Enger Austausch mit Betreiberfirma
Und was sagt die Betreiberin? „Tatsächlich ist die derzeitige Anhäufung der ungeplanten Sperrungen unglücklich. Es besteht aber kein generelles Problem, sondern es sind sehr unterschiedliche Gründe, die zum Alarm führen“, so eine Sprecherin der Autobahn GmbH. Man stehe in sehr engem Kontakt mit den Einsatzkräften der Feuerwehr und der Polizei. „Es gibt turnusmäßige Besprechungen etwa alle sechs Wochen sowie die Informationen auf dem kurzen Dienstweg zu aktuellen Ereignissen wie Brandfehlalarme“, so die Sprecherin weiter.
Gründe für Alarme sind unterschiedlich
Jeder Alarm werde bis ins Detail geprüft, um die Ursache zu ermitteln – und wenn möglich Gegenmaßnahmen einzuleiten. Gründe für die Auslösung eines Alarms können zum Beispiel eine Staubaufwirbelung vom fließenden Verkehr oder sehr schnell auslösende Sicherheitseinrichtungen sein. „Die Vibrationen von Baumaschinen führten bis jetzt zu keinem Fehlalarm“, so die Sprecherin.
Übrigens: Einsätze der Feuerwehr bei Fehlalarm werden generell dem Verursacher in Rechnung gestellt, wenn dieser ermittelt werden kann. „Bei den letzten Fehlalarmen war das die Baufirma“, sagt die Sprecherin.