1969 hatte die Hochdorfer Wehr zwar nur zwei Fahrzeuge, das Feuerwehrhaus wurde aber bereits mit vier Toren gebaut. Foto: oh - oh

Die Fahrzeughalle der Hochdorfer Feuerwehr stand immer mal wieder unter Wasser. Jetzt ist die Sanierung abgeschlossen, sodass wieder gefahrlos gearbeitet werden kann.

HochdorfEs ist geschafft: Die dringend notwendige Sanierung der Feuerwehrfahrzeughalle ist abgeschlossen. Den alten Zustand hätte man nicht länger belassen können. „Der Dienst wäre nicht mehr gefahrlos möglich gewesen“, betont Kommandant Jochen Schmid. Die Sanierung der 50 Jahre alten Halle drängte schon lange. Bei der letzten Sanierung des Feuerwehrhauses zwischen 2000 und 2002 wurde diese aus finanziellen Gründen ausgeklammert. Ein großes Problem waren schon damals die mangelnde Griffigkeit des Hallenbodens sowie die schwergängigen, verrosteten alten Stahltore. „Die Tore hatten zudem keinen Einklemmschutz. Zum Glück ist nie etwas passiert“, so Jochen Schmid.

Auch die Durchfahrtsbreite und -höhe entsprach nicht mehr den heutigen Anforderungen. Bei Starkregen floss das Wasser ungehindert in die Halle, der Boden wurde für die Einsatzkräfte dann besonders im Bereich der Montagegrube zur Rutschbahn. Kamen die Fahrzeuge nass in die Halle, bildeten sich neben ihnen Pfützen. Zwei Verletzte habe es während seiner Kommandantenzeit aufgrund des rutschigen Bodens gegeben, erinnert sich der ehemalige Kommandant Erhard Schmid, der die Geschicke der Hochdorfer Wehr von 1981 bis 1996 leitete. Der Boden und die Toranlage waren somit der Auslöser, weshalb 2016 erneut die Sanierung der Halle beantragt wurde.

Kameraden packen mit an

Von Juli bis Dezember 2018 zog die Feuerwehr ins selbst umgebaute Ausweichquartier im Industriegebiet. Erst jetzt wurden die restlichen Arbeiten vollends abgeschlossen. In Eigenleistung haben die Kameraden Streich-, Ausbau- und Reinigungsarbeiten geleistet und waren immer wieder Ansprechpartner und Hilfsarbeiter einzelner Gewerke. Durch die neue knallrote und durch große Scheiben transparente Falttoranlage sieht man jetzt sofort, wer im Gebäude untergebracht ist. Das sei allein schon deshalb geschickt, weil dadurch das Halteverbot vor der Halle noch offensichtlicher werde, erklärt Jochen Schmid.

An allen wichtigen Türen und Toren findet sich innen jetzt ein eingebauter Hochwasserschutz. Präsent sind nach wie vor die Bilder der gefluteten Halle bei einem Hochwasser 1978 und 1986 und zuletzt während des Starkregens im vergangenen Jahr. Die neuen Alu-Dammbalken können einen Wasserstand von bis zu 80 Zentimeter abhalten. Die Bodenplatte wurde zudem um eineinhalb Meter verlängert. Platz, den die Einsatzkräfte zwischen Fahrzeugvorderseite und Toranlage dazu gewinnen. „Hier ging es vorher recht eng zu“, so der Kommandant. Der aktuelle Boden ist ein besonders rutschfester keramischer Fliesenbelag. Der neue Boden ist zudem höher. Neu sind zudem Verdunstungsrinnen unter den Fahrzeugen, in die das abtropfende Wasser ablaufen kann. Praktisch und deutlich sicherer als zuvor ist der seitlich von der Halle abgetrennte Umkleidebereich mit neuen Spinden. Die alten hatten ebenfalls 50 Jahre auf dem Buckel, waren verrostet und teils verbogen. „Der Umkleidebereich lag vorher hinter den Fahrzeugen.“

Auf technischer Seite wurde aufgerüstet: Halle und Hof werden jetzt mit LED stromsparend beleuchtet, die Eingangsbeleuchtung reicht bis zum nebenan verlaufenden Talbach, sodass der Wasserstand problemlos kontrolliert werden kann. Die zuvor im Winter sehr kalte Einsatzzentrale bekam eine Fußbodenheizung sowie mehr Arbeitsfläche. In Vorbereitung ist ein Alarmdisplay. Neu und wichtig ist die unterbrechungsfreie Stromversorgung: „Bei einem Stromausfall ging seither außer funken nichts mehr. Ein leistungsstarkes Notstromaggregat ist bereits bestellt. Eine Tankfüllung reicht dann für gut zehn Stunden, da lässt sich einiges organisieren“, so Schmid. Alle Fahrzeuge sind jetzt in Sachen Druckluftversorgung auf dem neuesten Stand, was für schnellere Arbeitsabläufe beim Einsatz sorgt: „Jetzt schaltet man sie ein und kann direkt losfahren. Das ging davor nur beim neuen HLF“, erklärt Jochen Schmid. Auf dem Dach des Feuerwehrhauses wurde wieder eine Sirene angebracht. Seit der Rathaussanierung gab es keine mehr im Ort.

„Deutliche Verbesserung“

1969 habe der damalige Bürgermeister Heinrich Traub bereits großen Weitblick bewiesen, als das Feuerwehrhaus gebaut wurde: „Damals hatte die Wehr nur zwei Fahrzeuge, untergebracht war zudem der DRK-Bus. Trotzdem wurde sehr großzügig und mit vier Toren gebaut“, erklärt Erhard Schmid. Bei der letzten Sanierung zwischen 2000 und 2002 wurde das Gebäude aufgestockt und weitere Räume – wie das Kommandantenbüro – sowie eine neue Hausmeisterwohnung im zweiten Obergeschoss geschaffen. Zuvor waren Lagerräume, jene der seit 1970 bestehenden Jugendfeuerwehr, das Kommandantenbüro, Kleiderkammer und Sozialräume alle recht beengt im ersten Stock untergebracht, wo sich seit jeher auch der große Saal befindet. Vor der Rathaussanierung und Erweiterung tagte dort etwa der Gemeinderat, im Krisenfall dient er als Stabsraum, berichtet Helmut Butz, der von 1996 bis 2011 Kommandant war.

„Wir haben lange gewartet, jetzt haben wir dank der Sanierung eine deutliche Verbesserung erreicht“, so das zufriedene Resümee der drei Kommandanten. Für die nächsten 20 bis 30 Jahre sollte es nun wieder reichen. Irgendwann müsse man dann vermutlich schon mit einem Neubau rechnen, sagt Jochen Schmid.

Am Sonntag, 24. November, öffnet die Feuerwehr zwischen 13 und 15 Uhr ihre Tore und damit die frisch sanierte Fahrzeughalle. Von 15 bis 17 Uhr werden im Saal im ersten Stock Bilder zum 50-jährigen Bestehen des Feuerwehrhauses sowie weitere historische Aufnahmen zur Arbeit der Hochdorfer Feuerwehr gezeigt, die 1875 gegründet wurde.

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