Felix Kurz (in der Luft) und seine Teamkollegen vom KSV Esslingen wollen gleich zu Saisonbeginn möglichst viele Punkte einsacken. Foto: KSV Esslingen

Bei den Bundesliga-Judoka des KSV Esslingen sind einige Sportler noch nicht einsatzbereit. Laut Trainer Carsten Finkbeiner muss das Team deshalb gleich zu Saisonbeginn Vollgas geben.

Dass der Meistertitel in der vergangenen Saison abermals zum Greifen nah gewesen ist, am Ende aber von den Erzrivalen des TSV Abensberg eingesackt wurde, haben die Bundesliga-Judoka des KSV Esslingen längst verdaut. Im Gegenteil: Die Motivation im Team ist hoch, in diesem Jahr endlich den Pokal in Händen zu halten. Am Samstag beginnt die Saison. Doch um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Kämpfer zunächst einen guten Auftakt erwischen, erklärt Trainer Carsten Finkbeiner. Denn bis das Team seine volle Stärke zurück erlangt, muss es noch Zeit überbrücken.

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„Diese Saison steht hoffentlich unter der Überschrift Normalität“, sagt Finkbeiner. Damit meint er nicht nur den Modus, in dem diese Runde ausgetragen wird – zum ersten Mal seit zwei Jahren wieder unter Vor-Corona-Bedingungen in Form einer langen, vollen Runde. Auch die Zuschauer sollten wieder zahlreicher an den Kampftagen dabeisein und Stimmung machen können. All das ist zumindest vorgesehen für die nun beginnende Runde. Doch wer weiß schon, was die Coronalage für Überraschungen bereithält?

„Ein bisschen Lotterie“

Dass noch nicht alles wie in Vor-Corona-Zeiten ist, zeigen die Probleme, mit denen die Esslinger Judoka derzeit zurechtkommen müssen. Verletzungs-, aber auch coronabedingte Ausfälle erschwerten ihnen in den vergangenen Wochen immer wieder die Vorbereitung. Auch zum Start der Saison am Samstag (18 Uhr) beim VfL Sindelfingen werden noch nicht alle Kämpfer einsatzbereit sein. Aus taktischen Gründen wollen die Esslinger allerdings nicht verraten, welche Athleten genau betroffen sind. Nur einen Namen nennt Finkbeiner: Maximilian Heyder, der Neuzugang von Abensberg, muss sogleich wegen einer Verletzung pausieren.

Bis alle wieder fit sind, wird der ein oder andere Wettkampftag vergehen. Die Esslinger rechnen damit, dass aber spätestens zur Mitte der Saison alle Kämpfer wieder einsetzbar sind. „Wir müssen jetzt schauen, dass wir am Anfang der Saison so viele Punkte wie möglich machen“, erklärt Finkbeiner. Sicherlich sind die Esslinger nicht die einzigen im Feld, die mit derartigen Problemen zu kämpfen haben. Trotzdem könnte das zu einem Ungleichgewicht führen. Immerhin kommt es auf den Zeitpunkt an, an dem die Mannschaft geschwächt ist. Wie Finkbeiner erklärt, könne man personelle Defizite gegen schwächere Gegner recht gut kompensieren. Wenn es aber gegen einen der Titelaspiranten geht – das sind neben Abensberg und Esslingen in der Südgruppe auch der JSV Speyer und der Judoclub Leipzig –, dann kostet jeder Ausfall gegebenenfalls entscheidende Punkte. „Es ist ein bisschen Lotterie. Da muss einem das Glück hold sein“, sagt Finkbeiner.

Doch im Großen und Ganzen sind die Esslinger Judoka zuversichtlich. Sie haben derzeit einen starken Kader, mit dem sie ihr Ziel, die Meisterschaft, erreichen wollen. Neben Heyder kamen die Brüder George und Daniel Udsilauri neu ins Team, die beiden Junioren wechselten vom TSV Erbach zum KSV und gehören dem Nationalkader an. Der Stamm ist ansonsten zusammengeblieben, sagt Finkbeiner. Auch die, die über ein Karriereende nachgedacht hätten, blieben noch ein Jahr – auch Publikumsliebling Dimitri Peters „Jeder will noch einmal eine normale Saison bestreiten.“

Harte Probe an Kampftag zwei

Am ersten Kampftag treffen die Esslinger Judoka am Samstag (18 Uhr) auswärts auf den VfL Sindelfingen. Schon am folgenden Wettbewerbstag, am 2. April, empfangen die KSV-Judoka ihren Erzrivalen Abensberg. Sie werden also gleich auf eine harte Probe gestellt – und wollen punkten.