Nach einer Zittersaison wünscht sich Pleidelsheims Trainer Marcus Wenninger den vorzeitigen Klassenverbleib und den nächsten Wachstumsschub für sein Team.
Fortbildungen gehören zu jedem Job – auch und gerade bei Fußball-Trainern. Marcus Wenninger, seit zwei Jahren Coach beim Fußball-Landesligisten GSV Pleidelsheim und Inhaber einer A-Lizenz, bildet sich regelmäßig fort und war kürzlich beim Internationalen Trainerkongress (ITK) des Bundes Deutscher Fußballlehrer (BDFL) im Congress-Zentrum in Würzburg – zusammen mit rund 1000 anderen Kollegen aus der Branche. 17 Vorträge, sechs Workshops und vier Praxisdemonstrationen standen zur Auswahl. „Es waren interessante spannende drei Tage mit interessanten Kollegen und Referenten“, sagt Wenninger, der gerade im Biergarten des GSV Pleidelsheim im Schatten sitzt und an einer Cola nippt. Besonders inspirierend fand er dabei eine Gesprächsrunde mit Jürgen Klopp, auch wenn Wenninger bekennender FC Bayern Fan ist.
Seminar mit Jürgen Klopp
Es war der erste öffentliche Auftritt von Deutschlands wohl bekanntesten Trainer, seit seinem Abschied vom FC Liverpool. Aber nicht nur Kloppos Ausführungen haben Wenninger für seine Arbeit an der Fußball-Basis befruchtet – Vorträge über spiel- und taktische Prinzipien oder was die anderen Kollegen aus dem Amateurfußball vielleicht anders oder besser machen. „Da nehme ich immer was mit. Aber für zu viel Detailarbeit bleibt einem bei durchschnittlich zweieinhalb Trainingseinheiten pro Woche leider keine Zeit“, sagt Wenninger, der gleich zum Fototermin mit seiner Mannschaft muss.
Viele Veränderungen im Vergleich zur Aufstiegssaison wird es nicht geben. Nur drei Spieler zählen nicht mehr zum Kader, vier Neue sind gekommen – mit Kevin Lang und Guiseppe Campo auch zwei Spieler aus der Jugend. Letzterer wird zum Saisonauftakt an diesem Samstag (15.30 Uhr) beim TSV Crailsheim noch nicht zu Verfügung stehen, hat sich in der Vorbereitung aber ähnlich gut entwickelt, wie Mittelfeldspieler Kevin Lang oder Nils Weindl, der aus Pflugfelden kam und laut Wenninger mit seinem schnellen Spiel in den Tests für „Furore“ gesorgt hat.
Niklas Wegner ergänzt das Torhüterteam, nachdem Stammkeeper Uwe Düding nach seiner langwierigen Verletzung frühestens in der Rückrunde wieder einsetzbar sein wird. In Crailsheim wird der Trainer aber erst einmal auf Magnus Schüler im Kasten setzen, der noch einen Tick „abgezockter“sei als Wegner. Aber nach sechs Wochen wir der Coach die Torwart-Position neu bewerten. Drei Tage war das Team im Trainingslager im Altmühltal in Kipfenberg. Der GSV verfügt zwar auch über ein ansprechendes Übungsgelände, aber Wenninger nutzte die Tage auch fürs Teambuilding, weil der besondere Zusammenhalt einen Großteil der Stärke der Pleidelsheimer ausmacht. In anderen Clubs wird viel über eine familiäre Atmosphäre geredet - in Pleidelsheim wird sie gelebt. Das gilt auch in der Zusammenarbeit mit der zweiten Mannschaft, die den Aufstieg in die Kreisliga A geschafft hat. „Auch hier sind Spieler, die für uns interessant sind, und den Sprung nach oben schaffen können“, sagt der Coach.
Team hat nur mit 100 Prozent eine Chance
Denn natürlich steht auch bei GSV der sportliche Erfolg an erster Stelle. Möglichst früh den Klassenverbleib sichern, lautet deshalb das Ziel der Vorsitzenden Fußball Susanne Düding nach den Zittermomenten in der Vorsaison. „Ich bin froh, wenn es jetzt losgeht und sehr hoffnungsfroh“, sagt Düding. Zweimal in Serie war das Team davor aufgestiegen und hat dann die Klasse in der Landesliga gehalten. Das geht nicht ohne Wachstumsschmerzen ab. Auch diesmal braucht es den nächsten Wachstumsschub.
Auch Torjäger Patrick Sirch bleibt davor nicht verschont. In der Kreisliga hatte der Stürmer über 40 mal pro Runde eingelocht. Pessimisten prophezeiten ihm, dass er seine Rolle als Goalgetter in der Bezirks- und vor allem in der Landesliga nicht werde halten können. Eine Fehleinschätzung, denn Sirch war in beiden Ligen wieder erfolgreichster GSV Stürmer. Nach Anlaufschwierigkeiten traf er zuletzt auch in den Testspielen. Aber für den 24-Jährigen gilt wie für den Rest der Mannschaft. „Wir müssen immer an den Anschlag gehen. Wenn wir nur einige Prozent nachlassen, wird dies in der Liga sofort bestraft“, sagt Marcus Wenninger.
Dieses Credo sollte die Mannschaft auch in Crailsheim beherzigen – für Wenninger der Topfavorit auf den Titel, der sich mit Stürmer Sebastian Hack eine optimale Verstärkung gesichert hat. „Das wird für uns eine Mammutaufgabe“, sagt Wenninger, der auf seine gut eingespielte Defensive und drauf setzt, dass der Gegner an Spieltag eins noch nicht seine Topqualität auf den Platz zaubert: „Wir müssen das Maximum herausholen und TSV darf keinen Sahnetag erwischen.“
Kader, Zu- und Abgänge und Saisonziel des GSV Pleidelsheim
Tor:
Czeilinger, Uwe Düding, Magnus Schüler, Niklas Wegner. Abwehr:
Cardinale, Ben Dehle, Kristof Grünenwald, Aaron Hachmann, Max Mack, Kevin Sirch, Markus Tränkle, Nick Weiden.Mittelfeld:
Robin Bender, Kevin Lang, Daniel Pfeiffer, Marvon Porubek, Tim Ranzinger, Jan Schlipf, Mirsad Vejselovic, Nils Weindlzeilinger,Sturm:
Guiseppe Campo, Constance Igwe, Marcel Kunberger, Patrick Sirch. Zugänge:
Niklas Wegner (TSV Heimerdingen), Nils Weindl (TV Pflugfelden), Kevin Lang und Guiseppe Campo (beide eigene Jugend). Abgänge:
Michele Di Romana (SV Kornwestheim), Max Kunberger und Luca Weilguny (beide GSVII). Trainerteam:
Marcus Wenninger, Günther Sirch, Torwarttrainer: Thomas Jürgens und Michael Stroba. Saisonziel:
Vorzeitiger Klassenerhalt