Ihre eigenen Arbeiten haben Sabine Henne-Pitzinger und Saskia Keller (von links) längst fertig. Jetzt sind sie mit „Advent im Schloss“ ausgelastet. Foto: Gaby Weiß - Gaby Weiß

Sabine Henne-Pitzinger und Saskia Keller sind selbst versierte Kunsthandwerkerinnen. Für den dreitägigen „Advent im Schloss“ haben sie in diesem Jahr wieder 41 Kolleginnen und Kollegen gefunden, die den Weihnachtsmarkt im klassizistischen Köngener Schlosses mit Rittersaal und Innenhof mit ihren Arbeiten bereichern.

KöngenNein, Werbung müssen sie eigentlich keine mehr machen: Längst hat es sich herumgesprochen, dass der dreitägige „Advent im Schloss“ zu den stimmungsvollsten vorweihnachtlichen Märkten in der Gegend zählt: Im herrlichen Ambiente des klassizistischen Köngener Schlosses mit Rittersaal und Innenhof stellen in diesem Jahr bereits zum zehnten Mal Kunsthandwerkerinnen und Kunsthandwerker ihre Arbeiten aus. Dass sich die Besucher und die Aussteller – 41 sind es in diesem Jahr – im Schloss so wohl fühlen, dafür sorgen die beiden Initiatorinnen Sabine Henne-Pitzinger und Saskia Keller, die pfiffige Ideen, viel Knowhow, Erfahrung und noch mehr Herzblut in Planung, Organisation und Vorbereitung investieren.

Bereits im Januar machen sich die beiden erste Gedanken, entwerfen Flyer und Plakat, bis Mai stehen die Aussteller fest, inklusive einer langen Warteliste. Die beiden Frauen sind als Kunsthandwerkerinnen regelmäßig selbst auf Märkten unterwegs und halten die Augen offen, wer zum „Advent im Schloss“ mit seiner großen Vielfalt der Stile und Techniken passt. Keramische Arbeiten, Stahlobjekte, Textiles, Kalligrafie, Seifen, Papier-Kunststücke, Schmuck, Floristik, Porzellan und Fotografie werden in diesem Jahr vertreten sein. Das Angebot hat sich in den zehn Jahren verändert, beobachtet Sabine Henne-Pitzinger: „Wir staunen, welche tollen Ideen aus der Kreativität wachsen, wenn zum Beispiel aus recycelten Materialien schönes Neues entsteht.“ Saskia Keller freut sich über diese Anregungen: „Da gibt es individuelle Geschichten, die keinem bestimmten Handwerksberuf zuzuordnen sind, wenn Perlen auf Draht zu köstlichen Gebilden aufgefädelt werden, wenn witzige Karten mit Sprüchen gestaltet werden, wenn aus Pappmache tanzende Figuren entstehen. Und es gibt auch den Fall, dass ein uraltes Handwerk wie das Weben plötzlich in tollen Farben und Designs ganz modern daherkommt.“ Natürlich bieten sie auch regionaler Handwerkskunst, wie den in Dettingen unter Teck gegerbten Lederwaren von Michael Mayer oder den Honigprodukten von Marina Guber aus Notzingen, ein Forum.

In Sachen Qualität legen die Veranstalterinnen strenge Kriterien an: „Wir wollen in diesem tollen Ambiente weder Bastelarbeiten noch Plastik noch Dinge, die man in jedem Laden kaufen kann. Wir möchten nur hochwertiges Kunsthandwerk“, betonen sie. Trotzdem ist es ihnen wichtig, dass auch Kleinigkeiten für den kleinen Geldbeutel dabei sind. Und natürlich zeigen sie auch ihre eigenen Arbeiten: Saskia Keller, die das Filz-Handwerk von der Pike auf gelernt hat, wird ihre Meditationskissen aus Filz, die wie große Kieselsteine aussehen, zum Markt mitbringen. Und Sabine Henne-Pitzinger hat in ihrer Holzwerkstatt Sterne, Engel, Hocker und Windlichter aus schön gemasertem Holz vorbereitet.

Dankbar sind die beiden für die Unterstützung durch die Mitarbeiter der Gemeinde: „Sie richten alles her, sie installieren Strom und Elektrik.“ Der Hausmeister stellt stabile Tische bereit. „Keiner unserer Aussteller muss ein wackeliges Klapp-Tischchen mitbringen“, betont Sabine Henne-Pitzinger. Saskia Keller tüftelt einen exakten Lageplan aus und markiert vorab die Stellflächen am Boden. Wenn die Aussteller dann zum Teil von weither anreisen, können sie sofort mit dem Dekorieren ihrer Stände beginnen. „Von Anfang an war uns wichtig, dass die schönen Räume im Schloss wirken dürfen. Es soll keine Trennwände zwischen den Ständen geben, es soll aber auch nicht überladen sein, sondern attraktiv, einladend und gemütlich“, heben die beiden hervor. Sie organisieren Kerzen und Feuer im Innenhof, musikalische Unterhaltung und kulinarische Schmankerl: „‚Advent im Schloss‘ soll kein Fressalien-Markt sein, aber es soll auch keiner verhungern“, unterstreicht Sabine Henne-Pitzinger.

Die Aussteller schätzen die persönliche Betreuung beim „Advent im Schloss“ und die liebevollen Gesten, wie den Empfang direkt vor der Eröffnung, das gemeinsame Abendessen am Samstag und das abschließende Schnitzel-Mahl am Sonntag an einer langen Tafel in der ehemaligen Schlosskapelle.

Natürlich ist die Organisation so einer Veranstaltung mit einer Menge Arbeit verbunden. „Kurz davor kommt uns jedes Jahr der Gedanke: Schaffen wir das? Warum tun wir uns das an?“, erzählen die beiden lachend. „Und dann ist es jedes Jahr wieder von Neuem total beglückend. Es ist ein wunderbares Gefühl, wenn sich die Besucher an der Atmosphäre im Schloss freuen. Da kriegen wir so viel zurück. Und dann wissen wir wieder, warum wir das machen“, fügt Saskia Keller hinzu.

„Advent im Schloss“ findet statt am Freitag, 29. November, von 17 bis 21 Uhr, am Samstag, 30. November, von 11 bis 20 Uhr und am Sonntag, 1. Dezember, von 11 bis 18 Uhr im Schloss Köngen, Blumenstraße 5. Kostenlose Parkplätze am Rathaus. Weitere Informationen unter www.advent-im-schloss.org

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