Hiobsbotschaft der Woche: Bei Eberspächer verlieren 300 Beschäftigte ihren Job. Foto: Roberto Bulgrin/bulgrin

Wer gehen muss, wer gerade noch einmal die Kurve bekommen und wer sich selbst in Abseits bugsiert hat: Darüber schreibt Claudia Bitzer im Rückspiegel der Woche.

Esslingen - Uiuiuiuiuiiiiiii ... würde unsere Online-Redaktion titeln, wenn sie ein Video über die zurückliegende Woche ins Netz stellen würde. Die hatte es in sich. Statt der Helden rücken wieder die Tücken des Alltags in den Blickpunkt. Die Hiobsbotschaft der Woche kommt vom Esslinger Traditionsunternehmen Eberspächer, das seine Fertigung nach Polen verlegt und dafür 300 Mitarbeiter in Esslingen in die Wüste schickt. Dabei hätte man doch meinen können, dass gerade die Corona-Zeit den Sinn einer Produktion vor Ort vor Augen führt.

Kurz vor knapp noch die Kurve bekommen hat indessen die Stadt Esslingen. Auf 1. Juli hatte der Insolvenzverwalter den Rückzug der 24 Rexer-Busse und -Fahrer angekündigt, die für den Städtischen Verkehrsbetrieb unterwegs sind. Jetzt macht Rexer noch bis Jahresende weiter. Zeit genug für die Verwaltung, zweigleisig zu fahren und parallel zur Vorbereitung der nächsten europaweiten Ausschreibung die Nüsschen für eine hauchdünne Ratsmehrheit einzusammeln. Um am Ende vielleicht doch die Verkehrswende zu beschleunigen und nur noch die SVE-eigenen Elektrohybridbusse ins Oberleitungsnetz zu schicken. Und die Partnersuche dafür fahren zu lassen.

Schurwald- und andere Scharmützel

Aber auch in den Kreiskommunen hat es ordentlich gebebt. In Neuhausen ist die verkorkste Stimmung zwischen Gemeinderat und Bürgermeister auf einem neuen traurigen Höhepunkt angelangt, in Baltmannsweiler torpedieren Gemeinderäte ihren eigenen Beschluss und machen eine extern vergebene Umfrage einfach selbst. Und Plochingen kämpft mit allen Mitteln – notfalls auch der vorzeitigen Aufgabe des Zugpferds G8/G9 – darum, die Umlandkommunen für die Sanierung seines Gymnasiums an den Verhandlungstisch zu bringen.

Noch ein Schwenk auf die beiden Projekte der Woche: Als „triviale Bauträgerarchitektur“ hat der Planungsbeirat der Esslinger Architekten die Pläne für die Mutation des nie begonnenen Einkaufszentrums „Die Via“ in einen Wohnkomplex mit nur wenigen Läden gegeißelt. Wenig Schmeichelhaftes hört man auch von Kritikern über das Punkthaus auf dem Bruckenwasen, das der Plochinger Gemeinderat jetzt abgesegnet hat. Für den Riss zwischen Wunsch und Wirklichkeit braucht es halt viel, viel Kitt – und je schwieriger die Zeiten, desto elastischer der Kleber.