Foto: Archivfoto: Herbert Rudel - Archivfoto: Herbert Rudel

Das Deizisauer Eigengewächs setzt sich gegen den Reichenbacher Max Liegat und Moritz Schwind von der HSG Ebersbach/Bünzwangen durch.

DeizisauDie positiven Nachrichten um die Württembergliga-Handballer des TSV Deizisau reißen nicht ab: Nach dem Titel beim diesjährigen EZ-Pokal und der am Montag bekanntgewordenen Verpflichtung von Stefan Eidt als Cheftrainer zur neuen Saison (kommt vom Frauen-Zweitligisten TG Nürtingen) geht nun auch noch der Titel des EZ-Pokal-Stars 2020 an einen Deizisauer: Rückraumspieler Marcel Killat erhielt in der Online-Abstimmung von den EZ-Lesern 1492 Stimmen und somit die meisten aller Nominierten. Damit stellen die Deizisauer also neben der besten Mannschaft auch den besten Spieler des Turniers.

„Das ist natürlich eine sehr coole Sache und unterstreicht noch mal die starke Leistung unseres Teams“, sagt ein unüberhörbar glücklicher Killat über den Ausgang der Wahl. Vom Ergebnis selbst ist er jedoch ein wenig überrascht: „Ich persönlich hätte nicht damit gerechnet, obwohl meine Teamkollegen noch mal ordentlich die Werbetrommel gerührt haben.“ Für jene Teamkollegen darf Kittel nun wie vereinbart ein Vesper organisieren. „Das war die Abmachung, wenn es am Ende reicht. In diesem Fall macht man das aber gerne. So können wir nach dem Training mal etwas essen und mit einem Kaltgetränk anstoßen“, sagt Killat und kann sich ein Lachen nicht verkneifen.

„Sportsmann erster Güte“

Und wen hat er gewählt? „Ich habe Philipp Keppeler vom TSV Neuhausen die meisten Stimmen gegeben – er hätte es genauso verdient gehabt.“ Den Sieg sicherte sich letztlich aber Killat. Und das zurecht, wie sowohl Deizisaus Trainer Olaf Steinke als auch Dennis Prinz vom Deizisauer Management finden. „Marcel ist in den vergangenen Jahren zu einem absoluten Führungsspieler gereift und spielt eine sehr gute Runde dieses Jahr, auch beim EZ-Pokal war er ein wichtiger Faktor“, lobt Prinz den großgewachsenen Rückraumspieler, der trotz seiner erst 26 Jahre bereits zu den dienstältesten Spielern im Deizisauer Kader zählt. „Er hat den Handballsport einfach durch und durch verstanden und genießt deshalb auch ein sehr hohes Standing innerhalb unseres Teams“, unterstreicht Prinz die Wichtigkeit Killats. Trainer Steinke kann sich dem nur anschließen: „Marci ist ein Sportsmann der ersten Güte und ein Wunschspieler für jeden Trainer. Seine ruhige und vernünftige Art macht es sehr angenehm, mit ihm zusammenzuarbeiten. Dass er jetzt auch noch die Auszeichnung erhält, freut mich ungemein.“ Erst recht, wo die vergangenen Jahre für das Deizisauer Eigengewächs nicht immer einfach waren.

Vor etwas mehr als zwei Jahren verletzte sich Killat in einem Ligaspiel schwer, brach sich das Schien- und Wadenbein, kugelte sich das Sprunggelenk aus und zog sich mehrere Bänderrisse zu. Erst zwölf Monate später feierte er sein Comeback. Inzwischen ist er, wie er selbst sagt, „zum Glück wieder schmerzfrei“. Lediglich an der Schnelligkeit hapert es noch ein bisschen. „Da habe ich während der Verletzungspause ein bisschen was eingebüßt und muss noch an mir arbeiten“, sagt Killat, der nun nach Jon Gehrung (HSG Ostfildern), Henning Richter (SG Hegensberg/Liebersbronn) und Lukas Taxis (TSV Denkendorf) der vierte EZ-Pokal-Star ist.

Im Hirsch gefeiert

Beim Turnier in der Esslinger Neckarsporthalle war von Killats fehlender Spritzigkeit allerdings nichts zu sehen. „Der Turnierverlauf war schon etwas verrückt, letztlich haben wir uns aber immer im richtigen Moment gesteigert“, blickt Killat auf die Turniertage zurück. Nachdem sich der Württembergligist im ersten Vorrundenspiel noch dem TSV Neuhausen geschlagen geben musste, ließen die Deizisauer in den vier darauffolgenden Spielen nichts mehr anbrennen. Erwähnenswert war dabei neben dem Sieg im Siebenmeterwerfen gegen Ligakonkurrent TSV Wolfschlugen im Halbfinale vor allem der starke Auftritt im Endspiel. Gegen die MadDogs aus Neuhausen glückte den Deizisauern, für die es der elfte Sieg beim EZ-Pokal war, die Revanche für die Auftaktniederlage. „Für mich war es jetzt nach einigen Finalniederlagen der erste Titel – cool, dass es endlich geklappt hat“, freut sich Killat über den Turniersieg, der anschließend traditionsgemäß „feucht fröhlich“ in der Gaststätte Hirsch in Deizisau gefeiert wurde.

Was die Wahl des EZ-Pokal-Stars betrifft, so lässt sich sagen, dass es bei der diesjährigen Abstimmung nicht ganz so eng zuging wie noch im Vorjahr: Torschützenkönig Max Liegat vom TV Reichenbach fehlten immerhin 34 Stimmen auf Sieger Killat. Den dritten Platz sicherte sich etwas überraschend Moritz Schwind von der HSG Ebersbach/Bünzwangen (1425) vor Felix Guhl vom Team Esslingen (1402). Philipp Keppeler vom TSV Neuhausen (1359) wurde Fünfter, gefolgt vom Wolfschlugener Jonas Friedrich (1262). Etwas abgeschlagen landeten Florian Brändle vom SKV Unterensingen (1053) und der Schorndorfer Philip Oehm (881) auf den hinteren Plätzen. Rund 720 Handballfans haben bei der Abstimmung bis zu fünf Punkte je Spieler vergeben.

Abstimmung zum EZ-Pokal-Star 2020

1. Marcel Killat (TSV Deizisau)

1492 Stimmen

2. Max Liegat (TV Reichenbach)

1458 Stimmen

3. Moritz Schwind (HSG Ebers./Bün.)

1425 Stimmen

4. Felix Guhl (Team Esslingen)

1402 Stimmen

5. Philipp Keppeler (TSV Neuhausen)

1359 Stimmen

6. Jonas Friedrich (TSV Wolfschlugen)

1262 Stimmen

7. Florian Brändle (SKV Unterens.)

1053 Stimmen

8. Philip Oehm (SG Schorndorf)

881 Stimmen

Hier können Sie im Live-Blog noch einmal den Turnierverlauf des EZ-Handballpokals 2020 nachverfolgen:

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