Herzogin Meghan in ihrer „With Love, Meghan“-Luxusküche (links), der frischgebackene Großherzog Guillaume mit seiner Frau Stéphanie und seinem Sohn Prinz Charles und die legendäre Königin Sirikit, Frau des thailändischen Königs Bhumibol. Foto: COURTESY OF NETFLIX/IMAGO/DPPA/IMAGO / Belga

Herzogin Meghan gibt die der Welt entrückte Küchenfee. Luxemburg bekommt einen neuen Großherzog. Und Thailand nimmt Abschied von einem royalen Superstar. 2025 aus royaler Sicht.

Im Februar begrüßt Schweden eine kleine Prinzessin – für Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia ist der Nachzügler das erste Mädchen nach drei Söhnen. Herzogin Meghan ist zurück auf Instagram – und gibt auf Netflix die überambitionierte Luxus-„Trad Wife“.

Am spanischen Hof haut ein Altkönig bedenkliche Sprüche raus und in Großbritannien entledigen sich die Windsors endgültig ihres zur Belastung gewordenen Onkels. Währenddessen nimmt in Norwegen der Skandal um Mette-Marits Sohn erst richtig an Fahrt auf.

Freundlicher sieht es im kleinen Luxemburg aus: Der Zwergstaat im Herzen Europas bekommt einen neuen Großherzog. Nach 25 Jahren dankt Großherzog Henri zu Gunsten seines Sohnes Guillaume ab, wie das in dem einzigen Großherzogtum der Welt gute Tradition ist.

Das Jahr 2025 aus royaler Sicht – von Januar bis Dezember:

Herzogin Meghan Foto: AFP

Januar: Meghan’s back! Barfuß und mit hochgekrempelten Hosenbeinen läuft sie über den Strand und schreibt in Schnörkelschrift „2025“ in den Sand – mit diesem Clip meldet sich Herzogin Meghan am Neujahrstag auf Instagram zurück. Fünf Jahre lang waren sie und ihr Mann Prinz Harry dort nicht mehr präsent. Der Account heißt schlicht „Meghan“ – und wird bald fleißig zur Selbstvermarktung genutzt. 

Prinzessin Ines an ihrer Taufe in einer goldenen Wiege. Foto: IMAGO/TT

Februar: Nach drei Jungs endlich ein Mädchen – am 7. Februar kommt in Schweden die Tochter von Prinz Carl Philip und Prinzessin Sofia zur Welt. 49 Zentimeter groß ist sie und 3645 Gramm schwer. König Carl XVI. Gustaf obliegt es, den Namen seines neunten Enkelkindes zu verkünden: Die kleine Prinzessin heißt Ines.

Daniel Martin verfolgt entzückt, wie Meghan eine Torte dekoriert. Foto: With Love, Meghan/COURTESY OF NETFLIX

März: Makellose Crudité-Platten, selbstgemachte Badezusätze und Trüffel-Popcorn – auf Netflix versucht sich Herzogin Meghan als Küchenfee. „Freunde“ der Ex-Schauspielerin fungieren als Stichwortgeber und sind dazu da, entzückt zu seufzen, wenn Meghan ihre Kreationen aus der angemieteten Luxusküche präsentiert. Das ist so realitätsfremd, elitär und abgehoben, dass „With Love, Meghan“ einen regelrechten Shitstorm heraufbeschwört. Dessen ungeachtet folgt im August schon die zweite Staffel, die keinen Deut besser ist als die erste.

Infantin Leonor auf dem Schulschiff „Juan Sebastian Elcano“. Foto: dpa

März: Der spanische Hof ist stinksauer – Fotos, die Kronprinzessin Leonor beim Shoppen zeigen, machen die Runde. Offenbar wurden sie von den Überwachungskameras eines Einkaufszentrums im südchilenischen Punta Arenas aufgenommen und vom Sicherheitspersonal an die Medien gespielt. Die Infantin hatte Landgang: Die Tochter von König Felipe VI. und Königin Letizia absolviert einen Teil ihrer militärischen Ausbildung auf dem spanischen Schulschiff „Juan Sebastian Elcano“.

Dänemarks König Frederik X. (rechts) mit Grünlands Ministerpräsidenten Jens-Frederik Nielsen Foto: Ida Marie Odgaard/dpa/Ritzau Scanpix

April: Finger weg von Grönland! Dänemark zieht den Joker Richtung Donald Trump – am 29. April besucht der dänische König Frederik X. die größte Insel der Erde, die die Begehrlichkeiten des US-Präsidenten geweckt hatte. Grönland ist weitgehend autonom, zählt aber ebenso wie die Färöer-Inseln offiziell zum Königreich Dänemark. Ihr Staatsoberhaupt ist König Frederik – und die Mehrheit der 57.000 Grönländer dürfte hoffen, dass das so bleibt.

Norwegens Prinzessin Ingrid Alexandra Foto: IMAGO/PPE

Mai: Prinzessin Ingrid Alexandra zieht es nach Down Under – im Mai gibt der norwegische Palast im Mai bekannt,dass die Nummer zwei der Thronfolge Sozialwissenschaften an der University of Sydney studieren wird, mit Schwerpunkt auf internationalen Beziehungen und politischer Ökonomie. Davor hat die 21-Jährige ein freiwilliges soziales Jahr gemacht und ihren Grundwehrdienst absolviert.

Bei einer militärischen Zeremonie in Amersfoort muss Kronprinzessin Amalia den Arm in einer Schlinge tragen. Foto: IMAGO/DPPA

Juni: Aufregung in den Niederlanden – Kronprinzessin Amalia bricht sich bei einem Sturz von ihrem Pferd Mojito den Arm. Die 21-jährige Tochter von König Willem-Alexander und Königin Máxima muss operiert werden und den Arm in einer Schlinge tragen. Beim traditionellen Sommer-Fotoshooting auf Huis ten Bosch zwei Wochen später ist die aber schon wieder weg.

Marius Borg Høiby mit seiner Mutter, Kronprinzessin Mette-Marit. Foto: AFP

August: Schlag für die norwegische Königsfamilie – am 18. August teilt die Staatsanwaltschaft in Oslo mit, dass Marius Borg Høiby, der Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit angeklagt wird. 32 Vorwürfe führt die Anklageschrift auf. Der schwerwiegendste: Vergewaltigung. Das seine Mutter Norwegens Kronprinzessin ist, soll im Verfahren keine Rolle spielen. Der Prozess wird im Februar beginnen.

Rolf Seelmann-Eggebert kannte den Adel wie kein Zweiter. Foto: dpa

August: Königshausexperte schimpfen sich viele, aber wenn es in Deutschland einen gab, der sich mit Europas Hochadel auskannte, dann war es „Sir Rolf“. Am 22. August stirbt Rolf Seelmann-Eggebert. Keine Kronprinz, keine Herzogin heiratete ohne hin – die distinguierte Stimme des NDR-Journalisten erklang über 30 Jahre lang zuverlässig immer dann, wenn es in Königshäusern Krönungen, Hochzeiten, Taufen oder Trauerfeiern zu kommentieren gab.

Ein Bild aus besseren Tagen: Charles und Harry im Jahr 2019. Foto: imago images/PA Images

September: Tauwetter zwischen Windsor und Montecito? König Charles III. unterbricht seine Sommerfrische in Balmoral, um sich mit seinem Sohn Prinz Harry zum Tee zu treffen. Es ist das erste Treffen nach anderthalb Jahren, nach Tell-all-Büchern und Netflix-Dokumentationen. Gibt es nun endlich eine Chance auf Versöhnung zwischen Vater und Sohn?

September: Das belgische Königshaus bekommt Nachwuchs – der ist 25 Jahre alt, heißt Clement Vandenkerckhove und ist der uneheliche Sohn von Prinz Laurent, dem Bruder des Königs. Anders als bei Delphine Boël braucht es keine jahrelangen Gerichtsodyssee, damit der Vater zu seinem Sohn steht – die beiden veröffentlichen sogar ein gemeinsames Selfie.

Zu laut: Prinz Charles, der Sohn von Großherzog Guillaume und Großherzogin Stéphanie, hält sich die Ohren zu. Foto: IMAGO/DPPA

Oktober: Das kleine Luxemburg hat einen neuen Großherzog – am 3. Oktober dankt Großherzog Henri nach 25 Jahren ab und übergibt an seinen Sohn Guillaume. Der ist, wie sein Vater, ein Staatsoberhaupt zum Anfassen. Wortwörtlich: Während er und seine Frau, Großherzogin Stéphanie, an ihrem großen Tag von Protokolltermin zu Protokolltermin eilen, bleiben sie in den Straßen immer wieder stehen, schütteln Hände und plaudern mit dem Volk. Nur einer ist nicht begeistert: Der fünfjährige Prinz Charles, jetzt Thronfolger, hält sich lieber die Ohren zu.

Prinz Andrew hat alles verloren. Foto: dpa

Oktober: Andrew Mountbatten Windsor – so schmucklos heißt der Lieblingssohn der Queen, nachdem der 65-Jährige auf Druck seines Bruders, des Königs, am 17. Oktober seine verbliebenen royalen Titel niederlegt. Andrew hatte stets bestritten, das bekannteste Opfer des verstorbenen Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, Virginia Giuffre, als 17-Jährige zum Sex gezwungen zu haben. Doch die posthume Veröffentlichung der Memoiren Giuffres erhöhen den Druck auf die „Royal Family“ so, dass Charles III. seinem Bruder die letzten Titel und Privilegien aberkennt, um Schadensbegrenzung zu betreiben.

Thailands Königin Sirikit 1960 bei einem Besuch in London. Foto: imago/ZUMA/Keystone

Oktober: Die ganze Welt lag ihr zu Füßen, war entzückt von ihrer umwerfenden Schönheit – Thailands frühere Königin Sirikit war in den 1950er und 60er Jahren ein royaler Superstar, wurde „Asiens Jackie Kennedy“ genannt. Am 24. Oktober stirbt die Frau von König Bhumibol (1927 – 2016) mit 93 Jahren.

Kronprinzessin Mette-Marit (rechts) mit ihrer Tochter Prinzessin Ingrid Alexandra bei der Verleihung des Friedensnobelpreises. Foto: IMAGO/UPI Photo

Oktober: Norwegens Kronprinzessin Mette-Marit leidet seit Jahren an einer chronischen Lungenerkrankung – im Oktober nimmt sich die 52-Jährige für einen Monat komplett aus dem royalen Spiel und geht in eine Lungen-Reha. Vor sieben Jahren bekam die Frau von Kronprinz Haakon die Diagnose Lungenfibriose. Nicht immer kann Mette-Marit deshalb das hohe Arbeitspensum einer Kronprinzessin durchziehen.

Spaniens umstrittener Altkönig Juan Carlos Foto: dpa

November: Spaniens Altkönig Juan Carlos ist ohnehin umstritten – mit einer bizarren Videobotschaft löst er im November in seiner Heimat erneut Irritationen aus. Darin rechtfertigt Juan Carlos seine Biografie „Reconciliación“ – Versöhnung –, in der er unter anderem lobende Worte für den Diktator Francisco Franco findet und Sohn und Schwiegertochter angeht. Aus dem Zarzuela-Palast, der offenbar kalt erwischt wurde, heißt es verschnupft, das Video „scheine weder opportun noch notwendig“.

Prinzessin Kate stößt mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier an. Foto: AFP

Dezember: Rebhuhn aus dem Schlosspark von Windsor, Omelette surprise, Musik von Brahms und den Beatles – König Charles III. und Königin Camilla spulen das ganz große Programm ab, als sie im Dezember den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender zu Gast haben. Als freundliche Geste trägt Prinzessin Kate sogar eine „deutsche“ Tiara – das Diadem aus 2600 Diamanten entwarf Queen Victorias deutscher Ehemann Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha höchstpersönlich. An der langen Tafel auf Schloss Windsor nimmt auch der frühere Vorstandschef des VfB Stuttgart Thomas Hitzlsperger Platz.

König Charles III. bei seiner Videobotschaft aus Clarence House. Foto: Tommy Forbes/Bango Studios/dpa

Dezember: Gute Nachrichten zum Jahresende aus dem britischen Königshaus – König Charles III. kann seine Krebstherapie reduzieren. Sein Körper habe gut auf die Behandlung angesprochen, er befinde sich jetzt in der „präventiven Phase“, teilte der 77-jährige Monarch in einer Videobotschaft mit. Seine Landsleute dürften aufatmen.