Szenen eines royalen Jahres (von links): Meghan und Harry machen Schluss mit den royalen Pflichten, Prinzessin Beatrice heiratet heimlich und William und Kate trotzen Corona. Foto: dpa/Benjamin Wheeler/PA Media/dpa/AFP

Der Rückzug von Harry und Meghan, Corona-Infektionen im Hochadel, eine heimliche Hochzeit und eine neue Prinzessin in Belgien – das war das Jahr 2020 aus royaler Sicht.

Stuttgart - Was war das für ein Jahr! Das dürften sich auch Europas Königsfamilien denken, wenn sie auf 2020 zurückschauen: Da war zuallererst natürlich Corona. Die Royals in Großbritannien, Schweden oder den Niederlanden mussten versuchen, ihrem Volk nahe zu sein – und das auf die Distanz. Eine Herausforderung für die Vertreter der Königshäuser, deren Job es doch sonst in erster Linie ist, mit Menschen in Kontakt zu kommen, Nähe zumindest zu suggerieren, Trost zu spenden. Die Royals legten Extraschichten in den sozialen Medien ein, nahmen Videobotschaften auf, hielten Zoom-Konferenzen ab.

Doch auch abseits des großen C hatte es 2020 für die Royals in sich. In Großbritannien vollzogen Herzogin Meghan und Prinz Harry den „Megxit“ und sagten sich vom Königshaus los. In Luxemburg kam endlich der ersehnte Thronfolger zur Welt. Und auch die belgische Königsfamilie wurde um ein Mitglied reicher – allerdings ganz anders als sonst.

Unser royaler Jahresrückblick von Januar bis Dezember:

Januar: Das Jahr ist noch jung, da sorgen Prinz Harry und seine Frau Meghan in Großbritannien für mächtig Wirbel. Auf Instagram teilt das Paar mit: Es will sich aus der ersten Reihe der „praktizierenden Royals“ zurückziehen und finanziell auf eigenen Füßen stehen. Die übrigen Windsors werden vom „Megxit“ (auf diesen griffigen Begriff bringt der Boulevard den Rückzug) kalt erwischt. Schließlich einigt man sich bei einem Krisentreffen auf Schloss Sandringham so: Zum 31. März vollziehen die Sussex’ ihren Rücktritt und lassen den Titel „Königliche Hoheit“ ruhen. Die Queen lässt ihrem Lieblingsenkel aber ein Türchen offen: Nach einem Jahr soll das Arrangement auf den Prüfstand. Inzwischen leben Meghan, Harry und der kleine Archie in den USA. Sozial engagieren sich die Sussex’ weiter – auch ohne Titel.

Das war 2020 – noch mehr Jahresrückblicke

Februar: Im Gegensatz zu den Ehen ihrer Eltern gelten die Beziehungen der dritten Windsor-Generation als stabil. Doch im Februar geben der älteste Queen-Enkel Peter Phillips und seine Frau Autumn ihre Trennung bekannt. Gemeinsam werde man sich weiter um die beiden Töchter kümmern. Im ganzen „Megxit“-Schlamassel dürfte das eine der geringeren Sorgen der Queen gewesen sein.

März: Ganz Europa steuert in den Corona-Lockdown. Und trotz aller Vorsicht infizierten sich auch Mitglieder der europäischen Königsfamilien mit dem Virus. Zuerst macht Fürst Albert von Monaco seine Erkrankung öffentlich. Darauf folgt Großbritanniens Thronfolger Prinz Charles, der 72-Jährige leidet aber nur unter leichten Erkältungssymptomen. Schwerer trifft es der „Sun“ zufolge seinen 38-jährigen Sohn William, der Palast will diese Meldung aber nicht kommentieren.

Mai: Lange mussten die Luxemburger auf dieses Baby warten – am 10. Mai kommt in dem Zwergstaat der kleine Prinz Charles zur Welt. Der erste Sohn von Erbgroßherzogin Stéphanie und Erbgroßherzog Guillaume wird mit 21 Salutschüssen begrüßt. Charles Jean Philippe Joseph Marie Guillaume weiß noch nichts davon, dass er in ferner Zukunft die Nachfolge seines Großvaters Henri und seines Vaters Guillaume als Großherzog antreten wird.

Juli: Eigentlich hätte es ein rauschendes Fest im Wonnemonat Mai sein sollen – aber wie so vielen Brautpaaren machte das Coronavirus auch der britischen Prinzessin Beatrice und ihrem Verlobten Edoardo Mapelli Mozzi einen Strich durch die Rechnung. Ihre Hochzeit holen die Queen-Enkelin und ihr Bräutigam im Juli bei einer ganz privaten Zeremonie auf Schloss Windsor nach. Die Öffentlichkeit bleibt außen vor und bekommt erst im Nachhinein Hochzeitsfotos zu sehen. Beatrice trägt ein ganz besonderes Vintage-Kleid – ein Abendkleid ihrer Großmutter Queen Elizabeth II. aus den 1960er Jahren.

Juli: Riesenschreck für die dänische Königsfamilie – Prinz Joachim muss wegen eines Blutgerinnsels im Gehirn während seines Urlaubs in Südfrankreich notoperiert werden. Doch der jüngere Sohn von Königin Margrethe II. hat gewaltiges Glück. Er kann die Klinik bald wieder verlassen und ist inzwischen wieder ganz gesund.

August: Für seinen Sohn, König Felipe, ist er längst zur Belastung geworden – im August lässt Juan Carlos, „Rey emérito“, der emeritierte König, mitteilen, dass er Spanien verlässt, um ins Exil zu gehen. Der 82-Jährige bescherte dem ohnehin angekratzten Image des Königshauses weitere Dellen: Juan Carlos steckte mitten in einem schmutzigen Skandal wegen mutmaßlicher Schmiergeldzahlungen. Felipe, heißt es in den Medien, habe seinen Vater dazu gedrängt, ins Ausland zu gehen.

September: Ein Leben abseits der schützenden Palastmauern will finanziert werden. Im September gibt der Streamingdienst Netflix bekannt, dass er einen Deal mit Prinz Harry und Herzogin Meghan abgeschlossen hat. Die Ex-Schauspielerin und der Prinz wollen Dokumentationen, Spielfilme sowie Beiträge für Kinder produzieren. Dafür gründen die Sussex ihre eigene Produktionsfirma. Wie viel Geld das royale Paar dafür von Netflix bekommt, wird nicht verraten.

September: Baby-News bei den Windsors – Prinzessin Eugenie teilt mit, dass sie schwanger ist. 2018 hatte die Tochter von Prinz Andrew und Sarah „Fergie“ Ferguson ihren Lebensgefährten Jack Brooksbank geheiratet. Das erste Kind der beiden soll Anfang 2021 zur Welt kommen. Und die Familie Windsor bekommt noch mehr Nachwuchs: Auch Zara Tindall, ihres Zeichens angeblich die Lieblingsenkelin der Queen, ist wieder schwanger und erwartet Kind Nummer drei. Und auch die Middletons freuen sich über gute Nachrichten: Pippa Middleton, die Schwester von Herzogin Kate, bekommt noch mal ein Baby.

Oktober: Auf etwas andere Weise wird hingegen die belgische Königsfamilie größer. Mit 52 Jahren ist die Künstlerin Delphine Boël plötzlich Prinzessin. Ein Brüssler Gericht bestätigt, für was die Frau seit Jahren kämpft: Der frühere König Albert II. ist Delphines Vater, Boël darf von nun an den Namen Sachsen-Coburg tragen. Albert, in den wilden 1960er Jahren noch ein Party-Prinz, zeugte damals ein uneheliches Kind: Delphine, die Jahrzehnte für ihre Anerkennung kämpfte.

Oktober: Mitten in der sich zuspitzenden Corona-Krise noch kurz zum Ausspannen nach Griechenland? Ihr Urlaub in der Familienresidenz auf der Halbinsel Peloponnes bringt der niederländischen Königsfamilie viel Ärger ein – schließlich wurden in der Heimat gerade die Corona-Beschränkungen verschärft. König Willem-Alexander und seine Frau Máxima brechen den Urlaub ab und fliegen zerknirscht nach Hause, wo sie bei ihrem Volk Abbitte leisten.

November: Die Cambridges trauern um ein Familienmitglied – Herzogin Kate, Prinz William und ihre drei Kinder müssen von ihrem Cockerspaniel Lupo Abschied nehmen. Neun Jahre lang war der Hund Mitglied der royalen Familie.

November: „Als ich Archie die Windel wechselte, spürte ich einen heftigen Krampf. Ich sackte zu Boden mit ihm in den Armen und summte ein Schlaflied, um uns beide zu beruhigen. [...] Während ich mein erstgeborenes Kind umklammerte, wusste ich, dass ich mein zweites gerade verliere.“ Mit einem emotionalen Essay in der „New York Times“ macht Herzogin Meghan im November öffentlich, dass sie im Sommer eine Fehlgeburt erlitten hat. Die Frau von Prinz Harry will andere Frauen ermutigen, über traumatische Erlebnisse zu sprechen.

Dezember: Ende November muss der schwedische Königshof bekannt geben, dass sich Prinz Carl Philip und seine Frau Prinzessin Sofia mit dem Coronavirus infiziert haben. Im Dezember gibt es erfreulichere Nachrichten: Das Paar erwartet Kind Nummer drei. „Wir sind glücklich und erwartungsvoll und freuen uns, unser drittes Kind, ein Geschwisterchen für Prinz Alexander und Prinz Gabriel, willkommen heißen zu dürfen. Ein neues kleines Mitglied für unsere Familie“, heißt es in der Mitteilung aus dem Palast. Der Nachwuchs wird Ende März oder Anfang April 2021 zur Welt kommen.

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