Die Tische sind für die Eröffnung dekoriert und vorbereitet: Ralf und Marivee „MBI“ Imdahl eröffnen am Sonntag ihr deutsch-philippinisches Mabuhay-Restaurant. Foto: Eibner/Andreas Ulmer

Ralf und Marivee „MBI“ Imdahl eröffnen am Sonntag das Mabuhay auf dem Sportgelände Im Gaiern. Einer der Chefs kochte früher für einen spanischen Fußballstar.

Das Vereinsheim auf dem Weilemer Sportgelände „Im Gaiern“ ist dieser Tage kaum wiederzuerkennen. Grüne Bambuspflanzen stehen in langen Reihen nebeneinander. Die Tische sind mit leuchtend orangefarbenen Orchideen dekoriert, um die Stühle zieren rostrote Bänder. An den Wänden hängen ebenfalls grüne und orangefarbene Bilder. Es herrscht eine exotisch-warme Atmosphäre. „Unsere Tochter hat das alles hier gestaltet“, sagt Ralf Imdahl stolz. „Sie ist Grafikdesignerin und kann alles aufpimpen – vom Schnürsenkel bis zum Restaurant.“

Der ehemalige Betreiber des Böblinger Seestudios hat das Vereinsheim Ende Oktober gemeinsam mit seiner Frau Marivee Imdahl als Pächter übernommen. Am kommenden Sonntag, 11. Januar, eröffnen sie hier ein deutsch-philippinisches Restaurant mit dem Namen Mabuhay. Der philippinische Ausdruck steht für Gastfreundschaft und Wärme, wird aber auch als Gruß verwendet, um Gäste willkommen zu heißen.

Gastspiele beim Böblinger „Schlemmen am See“ weckten Interesse

Die Idee zu einem solchen Lokal spukte dem Ehepaar schon jahrelang im Kopf herum. Bei „Schlemmen am See“ in Böblingen präsentierten die Imdahls schon zweimal Spezialitäten aus der philippinischen Küche. Ihr Stand war jeweils in Nullkommanichts ausverkauft, berichten die beiden. „Wir wurden damals oft gefragt, wo wir unser Restaurant haben“, erinnert sich Ralf Imdahl. „Aber da gab es natürlich noch keins.“

Die positiven Rückmeldungen führten allerdings dazu, dass sich Ralf Imdahl immer wieder nach einer geeigneten Location umsah. Als das Vereinsheim „Im Gaiern“ der Sportvereinigung Weil im Schönbuch einen neuen Pächter suchte, wurde er hellhörig. „Ich habe gleich das Potenzial gesehen“, sagt er. Bei aller Euphorie gab es allerdings ein Problem: „Wir hatten kein Personal.“

Bieten deutsche und philippinische Küche an: Ralf Imdahl und seine Frau Marivee (MBI). Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Da trifft es sich gut, dass Ralf Imdahl einige Verbindungen in die Gastroszene hat. Und wie es das Schicksal wollte, suchte ein Koch aus seinem Umfeld gerade ohnehin nach einer neuen Arbeit. „Es ist Tobi Hell“, sagt Imdahl. Wo dieser zuletzt gearbeitet hat, möchte Imdahl nicht öffentlich machen. Nur so viel: „Aber er war 18 Jahre lang Chefkoch bei einer Top-Adresse in Sindelfingen.“

Zusätzlich holte Imdahl zwei philippinische Köche an Bord. Der eine arbeitete bis vor kurzem im Flughafen von Manila, der Hauptstadt der Philippinen. Der andere kochte zuletzt für Xabi Alonso, Meistertrainer mit Leverkusen in der Saison 2023/24 und aktuell Chefcoach bei Real Madrid.

Auch Marivee Imdahl, die lieber bei ihrem Spitznamen MBI genannt werden will, wird mit in der Küche stehen. „Meine Frau kann unglaublich gut kochen“, schwärmt Ralf Imdahl. Und zwar nicht nur philippinisch. Auch deutsche Spezialitäten wie Gulasch oder Rouladen beherrsche MBI aus dem Effeff. „Die deutsche Küche hat mir vor vielen Jahren eine 90-jährige Frau in München beigebracht“, schmunzelt sie. MBIs Kochkünste wird man vor allem zu den Mittagszeiten genießen können. „Wir möchten gerne einen frischen, preiswerten Mittagstisch anbieten, wo die Menschen etwas anderes bekommen als Fertiggerichte“, erklärt sie.

Eins stehe nämlich jetzt schon fest: Alles, was man im Mabuhay auf der Speisekarte findet, werde selbst gekocht: von Spätzle und Maultaschen bis hin zu philippinischen Spezialitäten. Aber welche sind das nun eigentlich? „Bei uns gibt es zum Beispiel „Adobo““, erklärt MBI. „Das ist ein typisches philippinisches Hähnchengericht mit einer Soße aus Sojawürze, Essig, Salz und Pfeffer.“ Auch verschiedene, handgerollte Frühlingsrollen oder das Nudelgericht „Pancit“ finden sich auf der Speisekarte. Und unter den Süßspeisen darf Halo-Halo nicht fehlen – ein Schichtnachtisch, der mit einem Eis aus der süßlichen, lila Ube-Wurzel serviert wird.

Ehepaar hat schon bewiesen, dass es auch beruflich harmonieren kann

„Auf den Philippinen isst man sehr viel Fleisch“, erklärt MBI. „Das ist dort das Essen der reichen Leute.“ Gemüse sei eher den Bauern vorbehalten. „Wir bieten aber in unserem Restaurant auch einige vegetarische Alternativen an.“

Ob das Ehepaar vor der Restauranteröffnung nervös ist? „Ein bisschen schon“, räumen die beiden ein. Aber dass sie auch beruflich harmonieren können, haben MBI und Ralf Imdahl schon mehrfach bewiesen. „Wir sind alles – Geschäftspartner, Ehepartner und beste Kumpel“, sagt MBI. Ein besseres Erfolgsrezept kann es wohl kaum geben.

Das Mabuhay im Gaiern

Das Programm
 Zur Eröffnung am Sonntag, 11. Januar, ist ein Sektempfang geplant. Am Nachmittag soll ein philippinischer Alleinunterhalter auftreten. Im Jahresverlauf planen die Betreiber verschiedene Events, darunter Karaoke-Abende im Sommer. Alle drei Monate ist ein Spanferkel-Fest geplant.

Das Paar
 Ralf und MBI Imdahl sind seit 30 Jahren verheiratet und haben zwei Kinder. Von 2011 bis 2013 führten die beiden das Böblinger Seestudio. „Wir haben schon viele Projekte zusammen gemacht“, sagt Ralf Imdahl. „Bei uns wird es nie langweilig.“