Eine Systemleistung von 140 PS: Der Renault Clio E-Tech wird mit einem Benziner und zwei Elektromotoren bewegt. Foto: Renault

Renault hat seinem Bestseller Clio – seinem meistverkauften Modell – eine Vollhybrid-Version zur Seite gestellt.

Esslingen - Man kann noch so genau mit der rosa Brille schauen, aber Gewinner in der Corona-Zeit wird man in der Autobranche kaum entdecken. Renault gehört jedenfalls nicht dazu. Das heißt, in einem Bereich sind sie dennoch Spitze – mit dem Zoe im Segment der Elektro-Kleinwagen. Der verkauft sich in Deutschland, ach was, in ganz Europa wie geschnitten Brot und führt das Ranking der Absatzzahlen klar an.

Aber wenn es um Elektroantrieb geht, ist bei Renault nicht alles Zoe. Da gibt es im Kleinwagenformat seit einigen Wochen auch eine ziemlich vernünftige Alternative, nämlich den Clio E-Tech. Bei ihm ist die Reichweite überhaupt kein Thema – weil er außer den beiden Elektromotoren auch einen Benziner an Bord hat. Renault hat seinem Bestseller (der Clio ist das meistverkaufte Modell der Franzosen) nun diese Vollhybrid-Version zur Seite gestellt.

Der neu entwickelte E-Tech 140 ist ab 22 650 Euro erhältlich und ermöglicht laut Hersteller einen kombinierten Verbrauch von 4,0 bis 3,6 Liter Superbenzin pro 100 Kilometer (CO2: 82 bis 91 g/km), was der Effizienz eines modernen Turbodiesels gleich komme. Das System besteht aus einem 1,6-Liter-Benziner mit Partikelfilter, zwei Elektromotoren, einem innovativen Multi-Mode-Getriebe sowie einer Lithium-Ionen-Batterie mit 1,2 kWh Kapazität.

Ein gutes Ansprechverhalten und eine schnelle Rekuperation beim Verzögern sind die Stärken des Clio E-Tech. Im Stadtverkehr können so laut Hersteller bis zu 80 Prozent aller Wege rein elektrisch zurückgelegt werden. Der Kraftstoffverbrauch sinke dabei im Vergleich zu einem reinen Benzinmodell mit vergleichbarer Leistung um bis zu 40 Prozent.

Der 67 kW/91 PS starke Benziner wird durch die beiden Elektromotoren mit 15 kW/20 PS und 36 kW/49 PS unterstützt, wodurch eine Systemleistung von 103 kW/140 PS erreicht wird. Die Spitze liegt bei 180 km/h. Im rein elektrischen Antriebsmodus erreicht der Renault Clio E-TECH 140 eine Maximalgeschwindigkeit von 75 km/h.

Der größere Elektromotor ist ins Getriebe integriert, dient dem Antrieb und wechselt die Fahrstufen. Das schwächere Aggregat dient als Starter-Generator und sorgt für die ruckfreie Verbindung mit dem Benziner während der Fahrt. Das Herzstück ist jedoch das kupplungslose Multi-Mode-Getriebe. Es verfügt über zwei Fahrstufen für den elektrischen Antrieb und vier Fahrstufen für den Verbrennungsmotor. Die Gangwechsel erfolgen automatisch und ohne Zutun des Fahrers. Inklusive Leerlauf erlaubt das System insgesamt 15 Fahrstufen- und Antriebskombinationen.

Je nach Energiebedarf, Leistungsabgabe, Ladestand des Akkus und aktiviertem Fahrprogramm ermöglicht das System den Betrieb im vollelektrischen Modus sowie im seriellen und parallelen Hybridmodus. Beim seriellen Hybrid treibt der Verbrennungsmotor den Generator an, der wiederum den elektrischen Fahrmotor mit Energie versorgt und den Akku lädt. Dies ist beispielsweise bei geringem Ladestand der Batterie der Fall. Im Parallelhybridbetrieb wirken Elektromotoren und Verbrennungsmotor zugleich auf den Antriebsstrang, etwa beim starken Beschleunigen. Unabhängig vom gewählten Fahrprogramm startet der Clio E-TECH 140 immer im Elektromodus.

Ähnlich wie beim rein elektrischen Renault Zoe ermöglicht das 4,05 Meter lange Hybridmodell das Ein-Pedal-Fahren mit dem B-Modus. Statt die Bremse zu betätigen, zum Beispiel beim Heranrollen an eine rote Ampel, genügt dabei in den meisten Fällen die Rekuperationsverzögerung, wodurch Strom in den Akku eingespeist wird, was wiederum die Reichweite erhöht. Weniger wird es allerdings beim Platz für den Kofferraum, denn durch die beiden Elektromotoren bietet die Hybridversion nur 254 Liter Ladevolumen auf, der normale Clio bietet 360 Liter.

Renault fertigt den Clio seit 1990 (damals Nachfolger des R5). Seitdem lieferte der französische Hersteller rund 15 Millionen Exemplare aller vier Modellgenerationen aus. Damit ist der Clio, der bereits ab 14 100 Euro erhältlich ist, das meistgekaufte Modell der Marke. Unterdessen weitet Renault seine Hybrid-Palette in diesem Jahr weiter aus. Demnächst sind auch das neue SUV-Coupé Arkana und der Crossover Captur in der Version E-Tech 140 erhältlich. Darüber hinaus werde der Mégane-Fünftürer E-Tech Plug-in 160 die Hybridpalette erweitern, heißt es.

Neuestes Renault-Modell ist der Anfang des Jahres auf den Markt gekommene Kleinstwagen Twingo Electric, der zunächst als Sonderversion „Vibes” verfügbar und nach Abzug der Förderprämie bereits ab 15 666,21 Euro erhältlich ist.

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