Frank Hornek, hier bei der Abgabe der Bewerbungsunterlagen, bleibt Bürgermeister in Kirchberg an der Murr Foto: privat

Der bereits seit 1994 amtierende Schultes wurde am Sonntag mit 68,5 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Sein Herausforderer Lars Herold erreichte 30,4 Prozent.

Die Bürgerinnen und Bürger der rund 4150 Einwohner zählenden Gemeinde Kirchberg an der Murr (Rems-Murr-Kreis) setzen offenkundig auf Kontinuität: Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag erhielt der amtierende Schultes Frank Hornek nach Übermittlung der Ergebnisse durch die Gemeinde 68,5 Prozent der Stimmen.

Hornek für weitere acht Jahre gewählt

Der parteilose 62-Jährige steht seit 1994 der Gemeinde nahe der Grenze zum Kreis Ludwigsburg vor und ist somit für weitere acht Jahre gewählt.

Sein Herausforderer Lars Herold erreichte 30,4 Prozent. Der 46-jährige Polizeibeamte, der in Marbach seinen Dienst verrichtet, bot dem Amtsinhaber also durchaus stärker Paroli, als so mancher Beobachter vermutet hatte.

Allerdings hatte Herold auch einen engagierten Haustürwahlkampf bestritten und überdies mit seiner WhatsApp-Gruppe „Wir in Kirchberg“ eine Art digitalen Dorfplatz geschaffen, dadurch zahlreiche Anhänger gewonnen und durchaus für Furore gesorgt. Er wolle, so hatte Herold angekündigt, „Dinge anders machen, bürgernäher“. Das brachte ihm fast ein Drittel der Wählerstimmen ein.

Der Polizeibeamte Lars Herold kann ein beachtliches Wahlergebnis für sich verbuchen. Foto: privat

Letztlich reichte dies für den gebürtigen Oberschwaben aber mit exakt 500 Stimmen nur für einen Achtungserfolg, der Quereinstieg blieb dem Polizisten verwehrt.

Die Wahlbeteiligung lag bei durchaus passablen 53,6 Prozent. Auf den Stimmzetteln wurden ansonsten noch 17 weitere Namen, die nicht offiziell angetreten waren und somit auch nicht auf den Wahlzetteln standen, genannt, das entspricht exakt einem Prozent.

Amtsinhaber Hornek kam auf 1126 Stimmen und kann nun mit mehr als zwei Dritteln der abgegebenen Stimmen und somit solider Unterstützung in seine fünfte Amtszeit als Bürgermeister in der an der Murr gelegenen Gemeinde gehen. Vor acht Jahren, als er wie in der Wahl davor keinen Gegenkandidaten hatte, war er auf 94,6 Prozent der Stimmen gekommen. Das war für den jetzigen Wahlgang natürlich nicht zu erwarten.

„Kein Visionär, sondern ein Realist“

In den vergangenen Tagen hatte sich Hornek jedenfalls optimistisch gezeigt: „Ich bin mit Blick auf den Wahltag sehr zuversichtlich.“ Seine Selbsteinschätzung beschrieb er bei der offiziellen Kandidatenpräsentation so: „Ich bin kein Visionär, sondern ein Realist.“ Diese realistische Arbeitseinstellung werden die Kirchbergerinnen und Kirchberger also auch in den kommenden Jahren vom Rathaus erwarten dürfen.

Hornek ist mit dem Ergebnis „sehr zufrieden“

In einem ersten Statement, abgegeben am Sonntag per Handy direkt aus der Gemeindehalle Kirchberg, erklärt Hornek, dass er „sehr zufrieden“ mit dem Wahlergebnis sei, „das passt“. Es sei schließlich „auch keine Selbstverständlichkeit, in eine fünfte Periode zu gehen“.

Wie er bereits vor einigen Monaten erklärt habe, wolle er noch etwa fünf Jahre Schultes der Gemeinde Kirchberg bleiben. „Ich bin vor einer Woche 62 Jahre alt geworden“, sagt er, „auch wenn ich mich nicht so fühle.“ In fünf Jahren habe er dann das offizielle Rentenalter erreicht, erläutert Hornek und ergänzt: „Man muss nicht unbedingt mit 70 noch Bürgermeister sein“.