Die Behörden hatten „stichprobenhafte“ Überprüfungen der verschärften Corona-Testpflichten angekündigt. Foto: dpa/Patrick Seeger

Seit Sonntag gilt eine Corona-Testpflicht für Urlaubsheimkehrer, an Autobahnen, auf Bundesstraßen und in Zügen wird das stichprobenartig kontrolliert. Eine erste Bilanz der Kontrollen.

Berlin/Kehl - Von den verschärften Corona-Testpflichten für Reiserückkehrer dürften viele Menschen an den Grenzen im Südwesten am Sonntag wenig mitbekommen haben. Über die Europabrücke zwischen Kehl (Ortenaukreis) und Straßburg etwa konnten Autofahrer am Nachmittag völlig ungestört fahren, die Bundespolizei war nicht zu sehen.

Verschärfte Testpflicht seit Sonntag

Um eine weitere Ausbreitung des Coronavirus zum Ende der Sommerferien zu verhindern, gilt seit Sonntag eine verschärfte Testpflicht. Alle Menschen ab zwölf Jahren müssen bei ihrer Einreise auch auf baden-württembergisches Gebiet nachweisen können, dass bei ihnen das Übertragungsrisiko verringert ist: mit dem Nachweis einer Impfung beziehungsweise als Genesener oder einem negativen Testergebnis. Eine solche Vorgabe gab es schon für alle Flugpassagiere. Nun gilt sie für alle Verkehrsmittel, also auch bei Einreisen per Auto oder Bahn.

So liefen die Kontrollen im Rest Deutschlands ab

Bei einem Aufenthalt in Gebieten mit neuen, besorgniserregenden Virusvarianten ist ein Testnachweis Pflicht. Nachweise als Genesener oder Geimpfter reichen in diesem Fall nicht. Die Behörden hatten „stichprobenhafte“ Überprüfungen angekündigt. Zahlen zu den Kontrollen konnte das Bundesinnenministerium am Sonntag nicht nennen.

„Es erfolgen stichprobenartige Kontrollen. Wir versuchen mit unseren Kräften aber so viele Einreisende wie möglich zu überprüfen“, sagte der Sprecher der Bundespolizei in Pirna, Holger Uhlitzsch, mit Blick auf die sächsischen Grenzen zu Polen und Tschechien. Der Schwerpunkt der Kontrollen liege an den Autobahnen und Bundesstraßen sowie an der Zugstrecke Prag-Berlin. An den Grenzen werde aber niemand zurückgeschickt. Es würden unmittelbar auch keine Bußgelder erhoben. Sondern bei Verstößen werde die Anzeige einer Ordnungswidrigkeit an die zuständigen Behörden weitergeleitet, erklärte der Sprecher der Bundespolizei.

In Bayern überprüfen Schleierfahnder an den Grenzen zu Österreich und Tschechien

In Rheinland-Pfalz und im Saarland gibt es Kontrollen im Radius von bis zu 30 Kilometer auf deutscher Seite, wie ein Sprecher der Bundespolizei in Koblenz sagte. Auch in Bayern überprüfen Schleierfahnder an den Grenzen zu Österreich und Tschechien, ob die Menschen sich an die neuen Einreise-Regeln halten. An der deutsch-österreichischen Grenze in Kiefersfelden seien die Kontrollen problemlos angelaufen, sagte eine Sprecherin der Bundespolizei: „Die Reisenden sind gut vorbereitet.“ Auch im nordbayerischen Selb an der Grenze zu Tschechien gab es keine Probleme. „Es läuft rund“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.

Bei Verstößen drohten „empfindliche“ Bußgelder

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) appellierte an die Urlauber, sich an die neuen Regeln zu halten. „Wir müssen alles unternehmen, um die Eintragung zusätzlicher Infektionen möglichst gering zu halten.“ Wie Herrmann warnte auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) in der „Bild am Sonntag“, bei Verstößen drohten „empfindliche“ Bußgelder.

Problemlos sind auch die Kontrollen im Norden an den Landgrenzen von Polen zu Mecklenburg-Vorpommern und von Dänemark zu Schleswig-Holstein angelaufen. Bis zum frühen Nachmittag seien bei strichprobenartigen Überprüfungen keine Verstöße registriert worden, wie eine Sprecherin der Bundespolizeidirektion in Bad Bramstedt sagte. Auch in den Häfen gibt es Stichproben-Kontrollen. Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern starten am Montag als erste in das neue Schuljahr.