Die Anzeigen an den Sicherheitskontrollen dienen als Orientierungshilfe. Die Wartezeit kann sich von Terminal zu Terminal stark unterscheiden. Foto: dpa Quelle: Unbekannt

Von Sebastian Steegmüller

Stuttgart - Zum Auftakt der Sommerferien werden am Flughafen Stuttgart mehr als 40 000 an- und abfliegende Passagiere erwartet. 344 Starts und Landungen sind angemeldet, damit ist der Donnerstag der verkehrsreichste Tag zu Ferienbeginn. Bis Sonntagabend rechnet der Airport über das erste schulfreie Wochenende mit insgesamt über 150 000 Fluggästen.

Ab in den Süden: Viele Urlauber zieht es in den Sommerferien an den Strand. Sie wollen die Seele baumeln lassen und einfach mal abschalten. Wie schon in den Vorjahren ist bei den „Warmwasserzielen“ Palma de Mallorca der Favorit - mit bis zu 20 Verbindungen werden mehrere Tausend Passagiere am Tag auf die Mittelmeerinsel gebracht. Sonnenhungrige zieht es zudem nach Griechenland, Sizilien und Fuerteventura. Auf Platz zwei der beliebtesten Flugziele steht jedoch die Türkei, teilweise für den Heimaturlaub, oft stellt Istanbul auch das Drehkreuz in Richtung Asien dar.

Aus Pfingstferien gelernt: Vor allem in den frühen Morgenstunden kann es zu Engpässen am Flughafen kommen. „Eben, wenn mehrere große Maschinen kurz nacheinander starten“, sagt Flughafen-Sprecherin Beate Schleicher. Bilder, wie in den vergangenen Pfingstferien, will man jedoch unbedingt verhindern. Damals kam es zu langen Schlangen in den Terminals. Passagiere mussten teilweise bis zu einer Stunde warten, bis sie zur Sicherheitskontrolle gelangten. „Die Wartezeit sollte dort in der Regel nicht länger als zehn Minuten betragen“, so Schleicher. Die Bundespolizei, die dort zuständig ist, hat nach Rücksprache mit den Verantwortlichen des Flughafens reagiert und mehr Personal beim Sicherheitsdienstleister angefordert. „Darüber hinaus wurden bei einem weiteren Unternehmen Mitarbeiter zur Unterstützung angefordert“, bestätigt ein Sprecher der Bundespolizei. Darüber hinaus sei die Kontrollstelle im Terminal 3 mit neuer Luftsicherheitskontrolltechnik ausgestattet sowie umgebaut worden. „Diese Maßnahmen entfalten bereits positive Wirkung.“

Geglückte Generalprobe: Auch gestern sei es am Flughafen schon sehr lebhaft gewesen, sagt Schleicher. „Die Wartezeiten blieben aber im Rahmen.“ Auch heute hoffe man, dass alles so reibungslos abläuft. „Anstehen kann zwar nervig sein, aber in der Regel ist die Atmosphäre zu Ferienbeginn entspannt, weil sich alle auf ihren Urlaub freuen.“ Wichtig: Im Vorfeld der Reise sollte man die Gültigkeit der Ausweisdokumente prüfen. Zu beachten ist auch, dass je nach Reiseziel auch ein Einreisevisum notwendig ist.

Genug Zeit einplanen: Am Flughafen Stuttgart werden alle verfügbaren Mitarbeiter im Einsatz sein, dennoch sollten Reisende für einen stressfreien Start in den Urlaub etwas Zeitpuffer einplanen. Die Empfehlung der Bundespolizeiinspektion ist, sich zwei Stunden vor Abflug am Flughafen einzufinden. Die Passagiere sollten sich nach dem Check-in direkt zur Sicherheitskontrolle begeben. „Die Anzeige mit den Wartezeiten ist eine gute Orientierungshilfe“, sagt Schleicher. „Sie zeigt auch an, ob es im Terminal nebenan gerade schneller geht und man dorthin gehen sollte.“ Alle Kontrollstellen können unabhängig vom Flugsteig genutzt werden. Das Boarding beginnt in der Regel eine halbe Stunde vor Abflug, zu diesem Zeitpunkt sollte man sich am Gate einfinden.

18 000 Parkplätze: Wer mit dem Auto zum Flughafen kommt, sollte frühzeitig einen Parkplatz ansteuern und dabei den Hinweisen des Parkleitsystems folgen. Zur Sicherheit sollte etwas Fußweg bis zum Check-in einkalkuliert werden. „Insgesamt gibt es am Flughafen etwa 10 000 Parkplätze für Fluggäste, Mitarbeiter und Mietwagen, bei der Messe nebenan sind noch einmal circa 8000 Stellplätze verfügbar“, sagt Schleicher, die betont, dass Reisende sich gerne im Vorfeld einen Parkplatz über das Internet reservieren. „Grundsätzlich gibt es aber genügend Platz für alle.“

Puffer für Sperrgepäck: Egal ob Surfbrett, Kinderwagen oder Fahrrad - wer Sperrgepäck aufgeben will, muss etwas Puffer einplanen. Wie viele „normale“ Koffer und Taschen kostenlos aufgeben werden dürfen, hängt von der jeweiligen Fluggesellschaft ab. Dort sollte man sich auch im Vorfeld informieren, wie schwer sie maximal sein dürfen. Auch die Größe des zugelassenen Handgepäcks variiert von Airline zu Airline.

Strenge Vorgaben: Die Vorschriften für Handgepäck sind unverändert gültig. Getränke, Gels und Flüssigkeiten wie Deos, Lotionen und andere Kosmetika sind nur erlaubt, wenn das Behältnis höchstens 100 Milliliter fasst. Fluggäste müssen diese Gegenstände in einem verschließbaren Ein-Liter-Klarsichtbeutel an der Sicherheitskontrolle vorlegen. Diese gibt es auch an Automaten direkt vor den Kontrollen für einen Euro. Alle Flüssigkeiten, die hinter den Kontrollen gekauft werden, dürfen in die Flugzeugkabine mitgenommen werden.

Scheren verboten: Spitze oder scharfe Gegenstände, die schwere Verletzungen hervorrufen können, dürfen nicht im Handgepäck mitfliegen. Häufig zurückgewiesen werden beispielsweise Taschenmesser sowie Scheren mit einer Klingenlänge von über sechs Zentimetern Länge. Sturmfeuerzeuge sind im Gegensatz zur Einwegvariante grundsätzlich verboten. Gegenstände können kostenlos entsorgt oder gegen eine Gebühr von 6.50 Euro bis zu sechs Wochen auf der Wache des Flughafens neben Terminal 1 deponiert werden.

Agieren, statt reagieren: Fluggäste können auch während der Kontrolle „mithelfen“, um die Kontrollen verzögerungsfrei zu gestalten. Hierzu gehört zu Beginn der Kontrolle das Ablegen der Oberbekleidung, wie der Jacke oder Weste. Ferner sind aus dem Handgepäck elektronische Geräte, wie Laptop oder Tablet, zu entnehmen und vorzuzeigen. Ferner sind die in einem Ein-Liter-Beutel enthaltenen Flüssigkeiten aus dem Handgepäck zu nehmen und separat in die Kunststoffwanne zu legen. „Nach Abschluss der Kontrolle bitten wir die Fluggäste darum, die genutzten Kunststoffwannen eigeninitiativ der Rückführanlage zuzuführen. Hierdurch können unnötige Verzögerungen vermieden werden“, so der Sprecher der Bundespolizei.

Keine Superhelden: Vor drei Jahren haben Batman, Spiderman und Superman Reisenden beim Kofferschleppen unter die Arme gegriffen, „heute sind keine kostümierten Superhelden im Einsatz“, so Schleicher. „Vielleicht ein andermal wieder.“ Dennoch seien in den Terminals zahlreiche Mitarbeiter zur Aufsicht vor Ort. „Sie werden alle Hände voll zu tun haben: Auskünfte geben, auf schnellere Kontrollen nebenan hinweisen, Ausrufe machen.“ Verteilaktionen an Kinder werde es ebenfalls nicht geben. Im Gate-Bereich stehe Reisenden aber ein gut ausgestattetes Kinderzimmer mit Brettspielen zur Verfügung. „Dort können sich Kinder vor dem Abflug noch einmal austoben.“ Wer generell Hilfe benötige, solle dies möglichst schon bei der Buchung angeben. Rollstuhlfahrer werden beispielsweise kostenfrei beim Boarding unterstützt.

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