Der Ehemann von Queen Elizabeth II. ist mit 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben. Foto: imago images/PA Images/Anwar Hussein

Der Ehemann von Queen Elizabeth II. ist mit 99 Jahren auf Schloss Windsor gestorben. So reagieren Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und andere Staatsmänner und -frauen auf den Tod des britischen Prinzen.

Berlin - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat den mit 99 Jahren gestorbenen britischen Prinzen Philip als Versöhner von Großbritannien und Deutschland geehrt. „Wir Deutsche trauern um eine gewinnende Persönlichkeit, die einen wichtigen Beitrag zur Versöhnung unserer Nationen nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges geleistet hat“, teilte das deutsche Staatsoberhaupt am Freitag mit. „Als Angehöriger der Royal Navy kämpfte Prinz Philip für die Befreiung Europas vom nationalsozialistischen Terror. Sein Einsatz für Demokratie und Freiheit wird uns in Erinnerung bleiben.“ Er selber, so Steinmeier, habe Philips „scharfsinnigen Humor“ bei Begegnungen in London und Berlin „persönlich mit großem Vergnügen“ erleben dürfen.

Haltung, Charme und Witz

Steinmeier (65) kondolierte Königin Elizabeth II. (94) zum Tod ihres Mannes: „Mit tiefer Trauer habe ich die Nachricht vom Tod Ihres Gemahls vernommen. Ich möchte Ihnen, der Königlichen Familie und Ihrem Volk auch im Namen meiner Landsleute meine tiefempfundene Anteilnahme aussprechen. Prinz Philip war in Deutschland beliebt und hochgeschätzt. Prinz Philip war Ihnen, Ihrer Familie und dem britischen Volk eine Stütze in schwierigen und in guten Zeiten. Mit Haltung, Charme und Witz hat er die Hochachtung und Liebe der Bevölkerung Ihres Königreiches gewonnen.“

EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat sich betrübt über den Tod von Prinz Philip gezeigt. „Ich bin traurig, von dem Tod seiner königlichen Hoheit Prinz Philip zu hören“, schrieb die CDU-Politikerin am Freitag auf Twitter. „An diesem sehr traurigen Tag“ wolle sie der britischen Königin, der königlichen Familie und dem britischen Volk ihr aufrichtiges Mitgefühl aussprechen.

Trauer auch in Neuseeland

Die neuseeländische Ministerpräsidentin Jacinda Ardern hat der britischen Königsfamilie nach dem Tod von Prinz Philip die Trauer und das Beileid des Pazifikstaats übermittelt. „Unsere Gedanken sind bei Ihrer Majestät der Königin in dieser zutiefst traurigen Zeit“, hieß es am Freitag in einer Mitteilung. „Im Namen des neuseeländischen Volkes und der Regierung möchte ich Ihrer Majestät und der gesamten königlichen Familie mein aufrichtiges Beileid aussprechen.“ Elizabeth II. ist das Staatsoberhaupt Neuseelands.

Ardern erinnerte auch an die „enorme Unterstützung“, die der Herzog von Edinburgh der Königin stets gegeben habe. Prinz Philip habe seine Frau bei allen zehn Besuchen in Neuseeland begleitet, der erste Besuch war demnach im Jahr 1953, der letzte im Jahr 2002. Die Flaggen an allen Regierungsgebäuden und auf Marineschiffen würden auf halbmast gesetzt, erklärte die Regierung.

73 Jahre lang kontinuierlich „unermüdliche Loyalität“

Das geistliche Oberhaupt der anglikanischen Kirche von England, Erzbischof Justin Welby, hat der Queen zum Tod ihres Ehemanns Prinz Philip kondoliert. „Ich trauere mit dem Rest des Vereinigten Königreichs und dem Commonwealth um den Verlust Seiner Königlichen Hoheit Prinz Philip, des Herzogs von Edinburgh, und danke Gott für sein außergewöhnliches Leben im engagierten Dienst“, erklärte der Erzbischof von Canterbury am Freitag auf Twitter.

Prinz Philip habe 73 Jahre lang kontinuierlich „unermüdliche Loyalität“ gegenüber Queen Elisabeth gezeigt, sagte Welby. „Bei den Gelegenheiten, bei denen ich ihn traf, war ich immer beeindruckt von seiner offensichtlichen Lebensfreude, seinem forschenden Verstand und seiner Fähigkeit, mit Menschen aus allen Bereichen und Lebensbereichen zu kommunizieren. Er war ein Meister darin, Menschen zu beruhigen.“

Welby würdigte Prinz Philips Einsatz für die Zukunft des Planeten. Ein halbes Jahrhundert lang sei er eine prophetische Stimme gewesen, so der Erzbischof. Er mahnte zugleich, den Dienst des Prinzgemahls als Vorbild zu nehmen. „Wenn wir uns nach den schrecklichen Herausforderungen der Coronavirus-Pandemie erholen, brauchen wir Standhaftigkeit und ein tiefes Engagement, um anderen zu dienen“, erklärte Welby.

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