Was passiert in der Autoindustrie? Foto: www.imago-images.de

Autos mit Verbrennungsmotor sind ein Auslaufmodell. Dies bedeutet aber nicht, dass die individuelle Fortbewegung Geschichte wird. Europäische Autohersteller setzen auf Elektromobilität und haben häufig das Ende alter Antriebstechniken bereits festgelegt.

Der Arbeitsmarkt kommt in Bewegung

Das Aus für Diesel und Benziner ist in vielen Ländern schon beschlossen, weshalb sich viele Autohersteller auf alternative Antriebe konzentrieren. Was feststeht ist, dass klassische Jobs wegfallen werden. Eine neue Studie der Nationalen Plattform Zukunft der Mobilität (NPM) rechnet mit bis zu 400.000 Stellen, die verschwinden werden. Die NPM berät auch die Bundesregierung. 

Nach den Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums würden demzufolge fast die Hälfte aller Arbeitsplätze wegfallen, die meisten bereits vor dem Jahr 2030. Einen Masterplan für die Beschäftigten gibt es nicht. Ein Teil der Belegschaften kann vielleicht auf Umschulungen hoffen, denn in der Autoindustrie entstehen auch neue Jobs. Die Bundesregierung will die Weiterbildung der Beschäftigten fördern. Ob der neue Bedarf mit den alten Arbeitnehmern gedeckt werden kann, bleibt jedoch völlig offen.

Für alle wird kein Platz sein

Forschende gehen aktuell davon aus, dass die deutschen und europäischen Hersteller keine Wertschöpfungskette erreichen werden, die alle heutigen 800.000 Arbeitsplätze sichert. Dies gelte selbst dann, wenn es den Unternehmen gelinge, mehr Teile als gedacht in Deutschland und Europa herzustellen. Ein Elektroantrieb ist weniger aufwendig als ein Verbrennungsmotor. Am stärksten betroffen sind Fahrkräfte in der Maschinen- und Fahrzeugtechnik sowie in der Metallerzeugung und -verarbeitung sein. 

Beschäftigte in der Autoindustrie sind in der Zwickmühle. Einerseits könnten sie durch eine Umschulung auf einen neuen Job im angestammten Unternehmen hoffen. Andererseits könnte Abwarten verschenkte Zeit sein, die später den Einstieg in eine neue Karriere verzögert. Über eine aktive Weiterbildung sollte vor diesem Hintergrund nachgedacht werden, Berufschancen in anderen Branchen wahrnehmen zu können. Eine entsprechende Orientierung gibt die Recherche der Stellenangebote im Internet.

Neuen Chancen in der Automobilindustrie

Was festzustehen scheint, ist die Digitalisierung des Autos. Einparkhilfen und ähnliche Lösungen sind der Einstieg in das autonome Fahren, bei dem der Mensch zum Passagier wird. Experten gehen davon aus, dass in den kommenden Jahren der Wunsch nach selbstfahrenden Autos schnell steigen könnte. Der Grund: Menschen aus den geburtenstarken 1960ern erreichen das Rentenalter. Mit zunehmendem Alter lässt die Reaktion nach, was moderne Technik kompensiert.

Wie bei anderen Herstellern haben auch bei Volkswagen die Planungen für die Zukunft längst begonnen. Neue Jobs entstehen in der Softwareentwicklung, was zeigt, dass eine Umschulung nur bedingt erfolgreich sein wird. Das Auto wird eher ein Computer auf vier Rädern sein und völlig neue Anforderungen an die Mitarbeiter setzen. Gleichzeitig versucht der Konzern, durch Arbeitszeitverkürzungen Entlassungen zu vermeiden. Lohneinbußen dürften auf jeden Fall zu befürchten sein.

Die Zukunft hat schon begonnen

Ob die einseitige Zuwendung zum Elektroauto die richtige Entscheidung ist, lässt sich heute abschließend noch nicht vorhersagen. Ein nicht gelöstes Problem ist die Vermeidung von verheerenden Bränden, die von batteriebetriebenen Fahrzeugen ausgehen kann. Das Löschen von brennenden Autos erweist sich offenbar als große Herausforderung. 

Auch die Rohstoffförderung für die Batterien ist aktuell keineswegs CO₂-neutral, geschweige denn umweltverträglich. Dies gilt nicht nur für den Kongo, sondern auch für die Atacama-Wüste in Südamerika. Hier lassen europäische Batteriehersteller ihr Lithium abbauen. Der Vorgang steht im Verdacht, das Grundwasser zu beeinträchtigen.

Fazit

Menschen in klassischen Berufen des Automobilbaus sind gut beraten, sich zeitnah Gedanken über die Zukunft ihrer Karriere zu machen.