Eine neue Fuß- und Radbrücke über die A 81 könnte Böblingen und Sindelfingen besser verbinden. Der Zweckverband prüft die Machbarkeit – und die Lage.
Mit dem Ausbau der Autobahn 81 zwischen Sindelfingen-Ost und Böblingen-Hulb sowie der Einrichtung einer neuen Umgehungsstraße ändert sich auch im gemeinsamen Stadtteil der Nachbarstädte, dem Flugfeld, einiges. Als zu Beginn des Jahres die angepassten Pläne für die Querspange Ost präsentiert wurden, wussten vor allem zwei Gruppen Kritik zu äußern: die Radfahrer und Fußgänger. Was beim diesjährigen Flugfeldfest geäußert wurde, könnte aber Grund zur Hoffnung geben.
Noch mal von vorne: Um den Durchgangsverkehr aus der Böblinger Innenstadt zu holen, sollen die Leibnizstraße und die Flugfeld-Allee miteinander verbunden werden. Die Straße führt zwischen dem Restaurant Tower 66 und dem Bauhof entlang und trifft dort auf die Flugfeld-Allee, wo diese in Richtung Böblingen eine scharfe Rechtskurve macht. Das schafft auch eine neue Kreuzung mit der Wolfgang-Brumme-Allee nördlich des Tower 66 – direkt vor der Brücke über die Autobahn. Der Technische Ausschuss der Stadt Böblingen hat jüngst darüber beraten, Beginn der Arbeiten für den Lückenschluss und die neue Kreuzung ist voraussichtlich im Februar 2026.
Wo dürfen die Radler fahren?
All das lässt für den Rad- und Fußweg auf der Westseite der Wolfgang-Brumme-Allee nicht mehr viel Platz. Er soll entfallen, damit genug Raum für die Autos bleibt. Für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad die Autobahn überqueren, soll es eine neue Brücke geben. Die Pläne dafür gibt es schon länger, aber kürzlich sind sie offenbar wieder abgestaubt worden.
Beim Flugfeldfest im September hatte der Zweckverband Flugfeld, dem die beiden Städte Böblingen und Sindelfingen angehören, diverse Info- und Beteiligungsstände aufgebaut, an denen es um Aufenthaltsqualität und Verkehrsthemen auf dem Flugfeld ging. Besucher konnten beispielsweise mit Klebepunkten auf einer Karte angeben, wo sie sich gerne aufhalten und was für Wege sie bevorzugt im Stadtteil nehmen. An einem der Stände wurde über die Rad- und Fußbrücke (RuF) über die Flugfeld-Allee und die Autobahn informiert, von der viele schon geglaubt hatten, sie sei ad acta gelegt.
Thema kommt noch in die Gremien
Dem sei keineswegs so, ist vom Zweckverband zu hören. „Die RuF soll die bestehenden Rad- und Fußverkehr-Verbindungen zwischen Sindelfingen und Böblingen ergänzen und insbesondere das Flugfeld besser an die Stadt Sindelfingen anbinden“, sagt die Leiterin der Abteilung Projekte beim Zweckverband, Svenja Lutz. Aktuell werde eine Machbarkeitsstudie durchgeführt, um den sinnvollsten Platz für die Brücke zu finden. Ist der Platz fixiert, sagt Lutz, gibt es einen Wettbewerb, wer die Brücke planen und bauen soll.
Nicht nur Sindelfingen und Böblingen hoffen auf die Radverbindung. Auch der Dagersheimer Ortschaftsrat hatte in der Vergangenheit – fraktionsübergreifend – für den Bau der Brücke und ihren Anschluss an das Radschnellwegnetz plädiert. Bereits 2021 schrieben sie an den Zweckverband, die Radverbindung von Darmsheim, Dagersheim und dem Hinterland nach Böblingen enthalte zu viele schmale und gefährliche Stellen. Genannt wurden unter anderem die sogenannte Spitzkehre – die 2026 oder 2027 entschärft werden könnte – sowie der Neubau der Autobahnbrücke in der Sindelfinger Straße/Böblinger Straße mit einem zu schmalen Radweg.
Wie weit genau die Machbarkeitsstudie fortgeschritten ist und wann die Brücke in den Gremien der Nachbarstädte sowie des Flugfelds behandelt wird, ist noch nicht bekannt. Fest steht nur, dass die Sache bald von den Räten besprochen werden soll. „Das Budget sowie die Planung müssen detailliert ausgearbeitet, abgestimmt und beschlossen werden“, sagt Svenja Lutz.