Preisträger Adi Maier. Foto: Roberto Bulgri

Der Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken 2021 geht an einen Reporter der Eßlinger Zeitung: Alexander Maier wird für seine engagierte Berichterstattung geehrt, mit der er den langen Weg zur Entscheidung über den Standort der Esslinger Stadtbücherei begleitete.

Esslingen - Den Publizistenpreis der deutschen Bibliotheken bekommt in diesem Jahr ein Reporter der Eßlinger Zeitung: Alexander Maier wird für seine engagierte Berichterstattung geehrt, mit der er den langen Weg zur Entscheidung über den Standort der Esslinger Stadtbücherei begleitete. Das gab der Deutsche Bibliotheksverband am Mittwoch bekannt. Der Preis, auch unter dem Namen Helmut-Sontag-Preis bekannt, ist mit 7500 Euro dotiert. Der Preis würdigt Publizisten, die das Bibliothekswesen durch herausragende Einzelbeiträge oder durch die Kontinuität ihrer Berichterstattung wirkungsvoll fördern.

Spannend geschrieben, profund recherchiert

In der Jurybegründung heißt es: „In spannend geschriebenen und profund recherchierten Artikeln, Interviews und Kommentaren informiert Alexander Maier seine Leser ganz unmittelbar über aktuelle Entwicklungen der Stadtbücherei Esslingen. Er berichtet von politischen Entscheidungen in Gemeinderatssitzungen und den daraus resultierenden Maßnahmen; er beleuchtet Chancen und Risiken sowohl eines Neubaus als auch der Sanierung des bestehenden Gebäudes; er gibt Einblicke in Bücherei-Konzeptionen und fasst die Wünsche der Bürger an ihre künftige Bibliothek zusammen.“ Dabei kämen zahlreiche Beteiligte wie Bibliotheksmitarbeiter, Politiker, Experten sowie Bürger der Stadt zu Wort.

Mit seiner engagierten Berichterstattung gebe Maier einen umfassenden Einblick in demokratische Beteiligungsprozesse sowie politische Strukturen, die für viele Bibliotheken neben der inhaltlichen Ausgestaltung ihrer bibliothekarischen Arbeit wichtig seien – „im Spagat zwischen Bedarfen der Bibliotheksnutzer, verwaltungstechnischen Vorgaben und lokalpolitischen Zielen“.

Seit 1990 Teil der Redaktion der Eßlinger Zeitung

Alexander Maier studierte Germanistik und Geschichte. Seit 1990 gehört er – mit einem Intermezzo beim Rundfunk – der Redaktion der Eßlinger Zeitung an, wo er sich vor allem mit Kultur und Kommunalpolitik beschäftigt. Zu seiner Auszeichnung sagt Maier: „Die Freude ist riesengroß. Diese Auszeichnung verstehe ich auch als Bestätigung der journalistischen Arbeit unserer Redaktion insgesamt.“ Sie zeige, dass intensive Recherche, tiefschürfende Bearbeitung und langfristige Begleitung von Themen sowie eine klare Einordnung kommunalpolitischer Entscheidungen geschätzt würden. „Vielleicht sind sie heute wichtiger denn je. Denn jede Demokratie ist nur so gut wie ihre Journalisten“, so Maier. Er freue sich aber auch für die Esslinger Stadtbücherei, der er viel bibliothekarisches Hintergrundwissen verdanke und die die Auszeichnung als weitere Bestätigung empfinden dürfe, dass es unerlässlich sei, in eine gute und zukunftsfähige Bibliothek zu investieren.

Thema Stadtbücherei schlägt hohe Wellen

Das Thema Stadtbücherei hat in Esslingen hohe Wellen geschlagen. Schon seit Anfang der 1990er-Jahre wurde über die Zukunft der Bibliothek diskutiert. Vor etwa drei Jahren verdichtete sich die Debatte auf zwei Optionen: die Sanierung der Einrichtung am bestehenden Standort im Bebenhäuser Pfleghof oder ein Neubau in der Küferstraße. Nach langen Debatten traf der Gemeinderat im Juni 2018 einen Grundsatzbeschluss – für den Neubau. Nur wenige Tage später brachte eine Initiative um den SPD-Stadtrat Wolfgang Drexler ein Bürgerbegehren auf den Weg. Beim Bürgerentscheid am 10. Februar 2019 votierte eine klare Mehrheit für den Verbleib der Bücherei im Bebenhäuser Pfleghof.

Die Preisverleihung soll im Rahmen des Bibliothekartages 2021 in Bremen stattfinden. Wie sie tatsächlich erfolgt, hängt von der Coronalage ab. Der Publizistenpreis wird seit 1987 jährlich verliehen. Die Initiative zur Preisverleihung geht auf Helmut Sontag (1934-1988) zurück, den ehemaligen Vorsitzenden des Bibliotheksverbands. Der Deutsche Bibliotheksverband vertritt mit seinen fast 2100 Mitgliedern bundesweit mehr als 9000 Bibliotheken mit 25 000 Beschäftigten und elf Millionen Nutzer.

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