So sah es im Hallo Emil bei der EM 2018 aus – vor Corona. Foto: Lichtgut/Michael Latz

Trotz der Pandemie ist gemeinsames Fußballschauen bei einem kühlen Bier auch in diesem Jahr möglich. Stuttgarts Gastronomen zeigen Übertragungen der Europameisterschaft – die meisten aber „in abgespeckter Version“.

Stuttgart - Die Fußball-Europameisterschaft steht vor der Tür. Am heutigen Dienstag findet das erste Deutschlandspiel des Turniers statt. Auch Stuttgarts Gastronomen rüsten sich. Aufgrund der Coronapandemie muss das Public Viewing in den Gaststätten in seiner gewohnten Form jedoch ausbleiben. Ganz verzichten müssen die Stuttgarter trotzdem nicht auf öffentliche Spielübertragungen. In den großen Biergärten und Kneipen der Stadt werden die Spiele nahezu überall übertragen – „in abgespeckter Version“, wie viele Wirte berichten. Das gemeinsame Fußballgucken muss also nicht gänzlich ausfallen, es findet lediglich unter anderen Umständen statt. Public Viewing in Miniaturformat – so lassen sich die Pläne der Gastronomen mit Blick auf die EM beschreiben. Wo sonst große Leinwände platziert wurden, ist man in diesem Jahr vielfach auf Fernseher umgestiegen. Eine Ausnahme bildet der Biergarten im Schlossgarten. Hier kann man die Spiele auf der Leinwand verfolgen. „Wir halten die Abstände ein und ermöglichen gleichzeitig ein fast normales Public Viewing“, berichtet eine Mitarbeiterin.

Abstandsregeln dürfen nicht vergessen werden

In der Alten Kanzlei in der City hat man sich gegen die Leinwand entschieden. „Natürlich übertragen wir die Spiele der EM“, sagt der Geschäftsführer Dennis Shipley. Weil die jüngsten Lockerungen jedoch noch nicht so lange her seien, sehe man von der großen Leinwand ab. „Stattdessen werden wir zwei TV-Geräte in Richtung Schlossplatz aufbauen“, so Shipley. Auch im Wirtshaus Lautenschlager werden die Gäste die Spiele auf dem Fernseher verfolgen können. „Wir stellen nur Fernseher und keine Leinwand auf in diesem Jahr“, sagt eine Mitarbeiterin. Die Abstände zwischen den Tischen müssten weiterhin gewahrt bleiben.

Die Spielübertragungen im Amadeus werden ebenfalls deutlich kleiner ausfallen als sonst. „Die Menschen können dieses Jahr natürlich nicht dicht an dicht sitzen“, so der Geschäftsführer Axel Werft. „Die Abstandsregel gelten weiterhin“, fügt er hinzu. Über ein erhöhtes Infektionsrisiko während der Fußballübertragungen macht Werft sich zumindest in seinem Restaurant keine großen Sorgen. „Es liegt ja an uns, wie hoch das Risiko ist, sich anzustecken“, meint er. „Und wir stellen die Tische so, dass die Gäste mehr als genügend Abstand zwischen sich haben.“ Außerdem gebe es nur einen Zugang, so dass die Gästezahl genau kontrolliert werden könne.

Auch in Carls Brauhaus ist man sich sicher, dass die Gäste nicht, weil Fußball läuft, plötzlich unvernünftig würden. „Wir vertrauen da auf den gesunden Menschenverstand. Ich denke, den Leuten ist bewusst, dass wir uns noch immer mitten in einer Pandemie befinden“, sagt Sandra Larrude aus dem Marketing des Brauhauses. Dennoch werde sich das Brauhaus in diesem Jahr deutlich einschränken. „Es fällt alles kleiner aus als sonst“, so Larrude. Denn die Gäste sollen die Abstände weiterhin wahren.

Stuttgarts Wirte übertragen die EM-Spiele

Die Europameisterschaft bleibt also trotz der Beschränkungen ein wichtiges Thema bei den Gastronomen. Auf die Übertragungen möchte bislang niemand, den wir kontaktiert haben, verzichten. Auch im Amici und im Mezzogiorno sowie im Voglia di Pizza werden Fußballspiele zu sehen sein – genauso wie im Hallo Emil aus Untertürkheim. Die Kneipe Maulwurf in Stuttgart-Vaihingen öffnet in diesem Jahr nicht extra zu allen Spielen, sondern überträgt nur die Partien, die während der Öffnungszeiten stattfinden. Alle Spiele hingegen werden im Biergarten Schwabengarten in Leinfelden zu sehen sein. Das Ackermanns und die Schönbuch Brauerei sowie das Nesenbach im Doroteenquartier zeigen ebenfalls die Spiele der Fußball-EM.

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