Psychisch erkrankte Menschen stehen nicht selten im gesellschaftlichen Abseits – und haben keine Lobby. Foto: mago//Gary Waters

Schwer psychisch Erkrankte, die allein dastehen, womöglich obdachlos sind, haben ein schreckliches Schicksal zu tragen – darauf macht unsere Kolumnistin Anna Katharina Hahn aufmerksam.

Halten Sie Abstand, ich bin nicht Ihr Vater! Die Worte tönen so laut und gebieterisch in meinem Rücken, dass ich gar nicht anders kann, als mich umzudrehen. Der junge Mann trägt Jeans und Kapuzenjacke. In seinen Ohren stecken kleine Kopfhörer. Wir stehen vor dem Neuen Schloss, zwischen uns liegen nur wenige Meter. Eigentlich habe ich die Stare auf der Wiese beobachtet. Im feuchten Gras tummelt sich ein halbes Dutzend, die ersten in diesem Jahr. Jetzt fasse ich den Unbekannten schnell ins Auge. Hinter uns liegt das Theater, vielleicht ist er Schauspieler und memoriert seine Rolle? Oder er telefoniert? Manchmal brabbeln Leute vor sich hin, dabei entpuppen sich diese Selbstgespräche oft als Dialoge, geführt durch das winzige Mikro am Kabel ihrer Headsets. Doch hier ist kein Kabel.

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