In der Nacht zum 21. Juni 2020 war es zu den heftigen Randalen in der Stuttgarter Innenstadt gekommen. (Archivbild) Foto: dpa/Simon Adomat

Zum ersten Mal muss sich ein mutmaßlicher Beteiligter der Krawallnacht in Stuttgart vom Juni öffentlich vor Gericht verantworten. Der 18-Jährige gab die Vorwürfe vor dem Stuttgarter Jugendschöffengericht zu.

Stuttgart - Im ersten öffentlichen Prozess zur Stuttgarter Krawallnacht hat ein 18-Jähriger aus Gaildorf (Kreis Schwäbisch Hall) am Dienstag eingeräumt, ein Polizeiauto erheblich beschädigt zu haben. Demzufolge soll er mehrere Scheiben an dem Fahrzeug eingeschlagen haben. Die Verletzungen, die er sich dabei zuzog, erklärte er seinen Eltern zuhause mit einem Sturz von einem E-Scooter. Dem 18-Jährigen wird schwerer Landfriedensbruch vorgeworfen.

„Die Nacht war danach für ihn gelaufen“, sagte der Anwalt des jungen Mannes in einer Erklärung zu Prozessbeginn. „Ich bin weder rechtsstaatsfeindlich noch polizeifeindlich“, sagte der Angeklagte. Warum er mitgemacht habe, kann er nicht genau sagen. Die Masse habe ihn mitgerissen. „Ein bisschen war es der Alkohol, ein bisschen Frust wegen Corona“, sagte der Angeklagte. Vor der Tat habe er am Schlossplatz mit drei Freunden „gechillt“ und Whisky-Cola getrunken.

Eine Woche später wurde der 18-Jährige gefasst, als er wieder nach Stuttgart kam. Die Zeit dazwischen habe er ein furchtbar schlechtes Gewissen gehabt - und Angst, gefasst zu werden. Es tue ihm leid und er wolle versuchen, von seinem Azubigehalt den Schaden zu bezahlen.

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