Auch über der Brooklyn Bridge in New York zogen Demonstranten. (Archivbild) Foto: dpa/Dan Herrick

New Yorks Polizeichef Dermot Shea hat sich für mögliches Fehlverhalten von Polizisten während der Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt entschuldigt. Doch er erhebt auch Vorwürfe gegen die Demonstranten.

New York - Nach tagelangen Protesten gegen Rassismus und Polizeibrutalität hat sich New Yorks Polizeichef Dermot Shea für mögliches Fehlverhalten von Polizisten während der Aktionen entschuldigt. „Damit es Entspannung gibt, muss es Reue geben. Es tut mir leid. Manchmal fallen sogar die besten - und die NYPD ist die beste Polizeibehörde des Landes“, sagte Shea in der Nacht zum Freitag Medienberichten zufolge. „Für unseren Anteil am Mangel an Höflichkeit, an diskriminierenden Vorurteilen, übertriebener Gewalt, inakzeptabler Sprache und viele andere Fehler, wir sind Menschen. Es tut mir leid.“

Shea betonte aber auch, dass seine Polizisten während der Begleitung der Proteste immer wieder beleidigt und angegriffen würden und dass auch das aufhören müsse. „Tut es Euch auch leid?“ 

Tausende protestierten in der Nacht

Am Donnerstag und in der Nacht zum Freitag waren erneut Tausende Menschen in mehreren Stadtteilen New Yorks auf die Straße gegangen und hatten wieder weitestgehend friedlich für ein Ende des Rassismus und für Gerechtigkeit für den bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis ums Leben gekommenen Afroamerikaner George Floyd demonstriert. Polizeihubschrauber kreisten die ganze Nacht lang über der Metropole.

Viele hielten sich allerdings nicht an die um 20.00 Uhr beginnende nächtliche Ausgangssperre, was zu Zusammenstößen mit der Polizei und Festnahmen führte. Die nächtliche Ausgangssperre gilt seit Montag und vorerst noch bis einschließlich Sonntag. Sie gelte allerdings nicht für systemrelevant Berufstätige, betonte Bürgermeister Bill de Blasio via Twitter erneut, nachdem es Berichte über Festnahmen beispielsweise von Journalisten und Essenslieferanten gegeben hatte.

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