Wandern ist für die Frau des Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann das „menschliche Maß der Fortbewegung“. Warum ihr das so viel bedeutet, sagte sie beim Ehrenamtskaffee in der Wilhelma. Und sie verriet, welche Blumen sie besonders mag.
Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) ist nicht nur qua Amtes grün, er ist es quasi auch in seiner Freizeit. Wer wüsste das besser als seine Frau Gerlinde Kretschmann. Beide bewegen sich gerne in der Natur: „Mein Mann und ich sind seit 30 Jahren Mitglied im Schwäbischen Albverein, dem größten Wanderverein Deutschlands. Meine Eltern und Geschwister waren auch schon immer im Albverein“, sagt sie. Besonders gern wandern die beiden im Donautal und auf der Schwäbischen Alb.
„Wandern in Stuttgart ist toll“
Gerlinde Kretschmann selbst ist als Wanderführerin in der Ortsgruppe Laiz des Schwäbischen Albvereins tätig und erklärt den Wandergruppen Wege, Natur und Kultur, Landschaftsgeschichte und Bauwerke vor Ort. Die 77-Jährige organisiert auch jedes Jahr zwischen zwei und drei Tageswandertouren. Zehn Jahre lang hat sie Wandergruppen auch durch Stuttgart und Umgebung geführt. „Wandern in Stuttgart ist toll“, schwärmt sie. Überall gebe es Wald, und ihre Mitwandernden hätten sich über die tollen Villen gefreut.
Umso mehr freute sie sich über das Engagement der ehrenamtlich tätigen Frauen, die sie nun zum Kaffee in die Wilhelma eingeladen hatte. Was sie bewundert: „Wir können uns glücklich schätzen, dass so viele Frauen sich für ihre Mitmenschen und unser Gemeinwesen einsetzen. Mit Arbeitskraft und Ideen, mit viel Herzblut und großem zeitlichem Einsatz widmen sie sich ihrer Sache.“
Einsatz für die heimische Artenvielfalt
Der First Lady bedeutet das Wandern viel: „Wandern ist für mich persönlich das menschliche Maß der Fortbewegung.“ Wandern sei ein Geschenk an uns selbst, denn wandern könne den Geist beruhigen, unseren Körper stärken und uns mit der Natur verbinden. Aber Gerlinde Kretschmann hat auch die Natur im Blick, um deren Erhalt sich auch ihr Verein kümmert: Der Schwäbische Albverein setzt sich als anerkannter Naturschutzverband für die heimische Artenvielfalt ein. Als einziger Naturschutzverband in Baden-Württemberg unterhalte der Verein einen hauptamtlichen Landschaftspflegetrupp, betont Kretschmann. Dieser pflege, unterstützt von hunderten Ehrenamtlichen, vereinseigene und kommunale Naturschutzflächen.
Die Liebe zur Wilhelma bleibt in der Familie
Kretschmann selbst hat auch Lieblingspflanzen: Sie mag alle Frühblüher. „Im Mai/Juni faszinieren mich die wilden Orchideen unserer Heimat besonders und im Sommer mag ich die Wiesenblumen. Unter den Gartenblumen gehören die Pfingstrosen und Rosen zu meinen Lieblingsblumen.“ Auf einige Arten stößt sie auch im zoologisch-botanischen Garten. In früheren Jahren sei sie regelmäßig in die Wilhelma gegangen. „Die Liebe zur Wilhelma bleibt in der Familie bestehen. Auch unsere Kinder gehen heute regelmäßig dort hin und unsere Tochter mit den zwei Enkelkindern. „Das Tolle ist, es gibt hier Pflanzen und Tiere.“ Die Begeisterung fürs Grün hat sich demnach vererbt – nicht nur politisch.