Prinz Harry hat dem Palastleben den Rücken gekehrt. Foto: AP/Kirsty Wigglesworth

Mit der Schauspielerin Meghan Markle an seiner Seite hat Prinz Harry den Schritt gewagt, den er vermutlich schon lange gehen wollte. Denn der Jung-Windsor haderte schon lange vor dem „Megxit“ mit seiner Rolle.

London/Santa Barbara - Prinz Harrys neues Zuhause liegt an der „Amerikanischen Riviera“ - so wird die Region um die kalifornische Küstenstadt Santa Barbara genannt. Prominente wie Sängerin Ariana Grande, Schauspielerin Gwyneth Paltrow und Moderatorin Oprah Winfrey haben sich hier angesiedelt. Das Haus in der Luxus-Enklave Montecito, in das der Royal mit Herzogin Meghan (39) und Sohn Archie (1) gezogen ist, soll neun Schlafzimmer haben. Und mit Heimkino und Swimmingpool ist das Anwesen auch ein idealer Ort für eine Geburtstagsparty: Harry wird am Dienstag 36 Jahre alt.

Vielleicht will der Enkel von Königin Elizabeth (94) aber auch einfach nur seine Ruhe haben: In den vergangenen etwa zwei Jahren lebte er mit Meghan im Kensington-Palast in London, dann - fast als Nachbar der Queen - in Windsor nahe der Hauptstadt, schließlich wegen des „Megxits“ auf einer Insel in Kanada und von dort ging es weiter in die US-Metropole Los Angeles. Nun soll das Küstenparadies mit Traumstränden und Wanderwegen um Santa Barbara, rund zwei Autostunden nördlich von L.A., für längere Zeit ihre Bleibe sein.

Flucht vor den Paparazzi

Dort liegen gewöhnlich weniger Paparazzi auf der Lauer. Das dürfte für Harry und Meghan ein großer Pluspunkt sein. Im Juli war das Paar in Los Angeles vor Gericht gegangen, unter anderem mit dem Vorwurf, Fotografen hätten mit Drohnen Sohn Archie im Garten abgelichtet.

Öffentliche Auftritte mit dem Nachwuchs sind äußerst selten. Archie war auch nicht dabei, als Harry und Meghan Mitte August in Los Angeles beim Charity-Event „Baby2Baby“ anpackten. Als freiwillige Helfer teilten sie an einer Grundschule Güter für bedürftige Kinder aus. Auf Instagram postete die Wohltätigkeitsorganisation Fotos des Paares, beide ganz leger in Shorts und Turnschuhen, samt Corona-Schutzmasken und Harry mit Baseballmütze.

Mit hochgekrempelten Hemdsärmeln zeigten sich die Royals seit April schon häufiger in Suppenküchen und Backstuben - unglamourös für einen guten Zweck. Gelegentlich gibt es kleine Einblicke ins Familienleben, via Video-Schalten, etwa im Mai zum ersten Geburtstag von Archie. Anfang September zeigte sich Harry mit Sportlern bei einer Zoom-Diskussion zu der neuen Doku „Rising Phoenix“ bei Netflix, die von den Paralympischen Spielen handelt. Um Menschen mit Behinderung zu unterstützen, gründete er 2014 die Invictus Games, eine Sportveranstaltung für kriegsversehrte Soldaten.

Meghan und Harry landen Netflix-Deal

Auch wenn die Royals ein gutes finanzielles Polster haben dürften, so müssen sie ihren aufwendigen Lebensstil und ihre philanthropischen Missionen auch bezahlen können. Kürzlich lüfteten sie das Geheimnis, wie sie das bewerkstelligen wollen: Sie steigen ins Filmbusiness ein. Sie werden Serien und Filme für den Streamingdienst Netflix produzieren. Ein Vertrag über mehrere Jahre, der sehr lukrativ sein soll, ist bereits unterschrieben. Fremd ist Meghan die Branche nicht. Sie hat jahrelang in der Anwaltsserie „Suits“ mitgespielt und Berichten zufolge Millionen damit verdient.

Kaum war der Netflix-Deal verkündet, wurde bekannt, dass Harry und Meghan 2,4 Millionen Britische Pfund (etwa 2,65 Millionen Euro) für die Renovierung ihres Wohnsitzes in Großbritannien zurückzahlen. „Dieser Beitrag deckt vollständig die Renovierungskosten für das Frogmore Cottage, das sich im Besitz der Queen befindet, ab“, teilte ein Sprecher des Paares mit. Die kostspielige Sanierung des alten Landhauses hatte zuvor viel Kritik in Großbritannien ausgelöst.

Finanzielle Unabhängigkeit vom Königshaus

„Ich kann mir vorstellen, dass Prinz Charles erleichtert sein wird, da sie jetzt von seiner Gehaltsliste gestrichen werden“, sagte Royal-Expertin Ingrid Seward der Zeitung „Daily Mail“. Die Chefredakteurin des „Majesty Magazine“ sprach mit Blick auf die neue Einkommensquelle von einer Win-win-Situation. Viele Briten nehmen dem Paar es übel, dass es sich weitgehend vom Königshaus losgesagt hat. Dabei war Harry, der als Kind seine Mutter Prinzessin Diana bei einem Autounfall in Paris verlor, lange Zeit der Liebling des Volkes.

Im Zuge des „Megxits“ soll sich Harry sogar mit seinem Bruder William (38) entzweit haben. Nach einem Krisengespräch, bei dem auch die Queen und Vater Prinz Charles (71) dabei waren, sollen die Brüder zwei Monate lang nicht miteinander gesprochen haben. Das schreibt der Royal-Experte Omid Scobie in seinem neuen Buch „Finding Freedom“. Der Autor hat zwar Harry nicht interviewt, gilt aber als gut vernetzt. Inzwischen sollen sich die Wogen etwas geglättet haben.

Harry gilt als sensibler Familien-Mensch. Als er rückblickend bei einer Rede die Schwangerschaft von Meghan erwähnte, kamen ihm vor Rührung die Tränen. In einem von ihm selbst geführten Interview mit der Primatenforscherin Jane Goodall (86) verriet er einmal, dass er ein Geschwisterchen für Sohn Archie plane - aber wohl auch nicht mehr. Als er andeutete, noch mal Nachwuchs haben zu wollen, unterbrach ihn Goodall, die das Verhalten von Schimpansen erforschte: „Nicht zu viele“. Daraufhin sagte Harry: „Maximal zwei“.

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