An der Haltestelle Elbestraße stand das Kunstwerk „Verschlingungen“ von Peter Sonder. Nur noch ein Schild erinnert daran. Foto: Rehberger Quelle: Unbekannt

Bad Cannstatt (red) - Vodafone testet auf dem Wasen-Gelände jetzt erstmals „funkende Kanaldeckel“: Mit einem Gullydeckel und einer unterhalb integrierten Funkzelle bringt der Telekommunikationskonzern das Mobilfunknetz exakt dorthin, wo es benötigt wird. Denn der ungebrochene Trend zur Smartphone-Nutzung stellt Netzbetreiber besonders bei Großveranstaltungen vor enorme Herausforderungen. Spätestens wenn die Festzelte und Fahrgeschäfte öffnen, rauschen gigantische Datenmengen durch die Mobilfunknetze.

Fotos teilen, Videos hochladen, Nachrichten verschicken oder telefonieren - die Kommunikation via Smartphone steigt bei solchen Großveranstaltungen enorm an. „Wir hatten schon beim Volksfest im letzten Jahr einen enormen Anstieg des übertragenen Datenvolumens. Rund sechs Terabyte an Daten wurden übertragen, das sind 50 Prozent mehr als 2014“, so Oliver Sturm, Leiter Netzausbau der Vodafone Region Süd-West. „Da der verfügbare Platz auf dem Volksfest begrenzt ist, setzt Vodafone auf Schächte mit integrierter Mobilfunktechnik. Sowohl die Antenne als auch die Systemtechnik befinden sich unterhalb einer Kanalabdeckung aus Kohlenstofffaser. Damit können wir nun noch mehr Daten übertragen und auch Lücken in der Versorgung schließen - auch in Verbindung mit der neuen Mobilfunkstation“, so Sturm weiter. „Das ist eine qualitativ hervorragende Lösung für den Cannstatter Wasen. Unsere Besucher haben eine bessere technische Versorgung im Bereich des Mobilfunks und die dafür erforderliche Antenne verschwindet unsichtbar unter der Erde“, sagt Andreas Kroll, Geschäftsführer der in.Stuttgart Veranstaltungsgesellschaft.

Die platzsparende Antennen-Technologie kann insbesondere dort zum Einsatz kommen, wo keine andere Anbringungsmöglichkeit für eine konventionelle Antenne verfügbar ist. Die wasserfeste Technik ist direkt an das Weitverkehrsnetz angebunden und als eigenständige Mobilfunkstation in das Vodafone-Netz integriert. Im Gegensatz zu üblichen Antennen, versorgt diese Technologie keine große Fläche, sondern eignet sich speziell für die Aufstockung der Mobilfunk-Kapazität auf kleinem Raum.

Ein neuer 20 Meter hoher Funkmast, den alle Netzbetreiber gemeinsam nutzen, ist rechtzeitig zum Volksfest fertiggestellt worden. Diese Anlage verbessert dauerhaft die Versorgung des Festgeländes, ebenso wie der Ein- und Ausgänge zum Wasen und kommt allen Events vom Weihnachtszirkus bis hin zu Open Air Konzerten zugute.

Insgesamt betreibt Vodafone für das Cannstatter Volksfest ein höchstkapazitives Kleinzellennetz mit 161 Funkzellen. Mehr als eine Million Sprachminuten und rund sechs Terabyte Daten haben das Vodafone-Netz beim Volksfest 2015 zum Glühen gebracht. „Wir rechnen in diesem Jahr mit einem weiteren Anstieg bei der Datennutzung und können erstmals Datenraten von bis zu 225 Megabit/s anbieten“, sagt Oliver Sturm.

Zur Vorbereitung auf den Technikeinsatz haben die Funknetz- und Kapazitätsplaner bei Vodafone die Verbindungs- und Nutzungszahlen im Vodafone-Mobilfunknetz für vergangene Events analysiert. Wo und wann gab es Engpässe? Welches waren die Zeiten mir der höchsten Nutzung? Wie hat sich die Gesamtnutzung der Mobilfunkdienste entwickelt? Alle diese Daten fließen ein in die Planung, damit die zusätzlich benötigte Kapazität temporär zur Verfügung gestellt und das Netz bedarfsgerecht unterstützt werden kann. Das Ziel dabei ist es, sicherzustellen, dass für die Besucher jederzeit ein Rufaufbau möglich ist, die Gespräche ohne Abbrüche und mit sehr guter Qualität geführt werden können und die erhöhten Anforderungen an die Bandbreiten bei der Datenübertragung abgesichert sind.

Der anhaltende Smartphone-Boom lässt den Strom der übertragenen Daten ständig steigen. Wöchentlich werden allein über das Mobilfunknetz von Vodafone durchschnittlich mehr als fünf Millionen Gigabyte Daten transportiert. Und täglich telefonieren Kunden im Vodafone-Netz mehr als 100 Millionen Minuten. Dieser Entwicklung muss die Netzinfrastruktur nicht nur standhalten, sie muss für die Zukunft nachhaltig ausgebaut werden.

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