Gerlinde Kretschmann und Fellbachs OB Gabriele Zull vergeben die Preise des vom Albverein ausgelobten Schulwanderwettbewerbs.
„Es war eine Mega-Erfahrung“, sagt Maleen Masur, und ihre Mitschülerin Lea Haidle nickt. Den beiden frisch gebackenen Abiturientinnen des Fellbacher Friedrich-Schiller-Gymnasiums steht der Respekt vor der selbst gestellten Herausforderung noch ins Gesicht geschrieben. Neun Schüler des Sport-Leistungskurses haben sich auf eine 24-Stunden-Wanderung durchs vordere Remstal gemacht. Die Abiturienten dokumentierten die Bewältigung der 55 Kilometer langen Strecke, indem sie Fotos vor den Ortsschildern aller durchwanderten Kommunen machten. Zusammen mit einem Bericht und Original-Textnachrichten der mehr oder weniger erschöpften Wanderer reichten sie diese Dokumentation beim vom Schwäbischen Albverein im Rahmen des Deutschen Wandertags ausgelobten Schulwanderwettbewerbs „Das Remstal zu Fuß erkunden“ ein. Die Anstrengung wurde mit einem 2. Platz und 200 Euro in der Kategorie weiterführende Schulen belohnt.
Gerlinde Kretschmann war von Anfang an Schirmherrin
Die Ministerpräsidentengattin und langjährige Albvereins-Wanderführerin Gerlinde Kretschmann war am Samstagnachmittag extra nach Fellbach gekommen, um Lehrern und Schülern der insgesamt 22 Schulen zu ihren Aktionen zu gratulieren und Geldpreise in Höhe von 100 bis 300 Euro (3. bis 1. Preis) in drei Alters-Kategorien zu überreichen. Seit fünf oder sechs Jahren, so Gerlinde Kretschmann im Vorfeld der Preisverleihung, werde der Schulwanderwettbewerb vom Schwäbischen Albverein jeweils zum Deutschen Wandertag initiiert. Sie war von Anfang an Schirmherrin – schließlich sind Winfried und Gerlinde Kretschmann fast seit 30 Jahren Mitglieder im Schwäbischen Albverein und regelmäßig als Wanderführer im Einsatz. „Gerlinde Kretschmann hat als ehemalige Lehrerin zudem ja einschlägige Erfahrungen mit Schülerwanderungen“, sagte der Präsident des Schwäbischen Albvereins, Hans-Ulrich Rauchfuß.
Vom Bau eines Tipis restlos begeistert
22 Schulen aus dem Remstal haben bei dem Wettbewerb teilgenommen, davon sechs aus Fellbach: Die Grundschüler der Wichernschule erhielten einen Trostpreis, sie hatten den Schulweihnachtsbaum auf den Kappelberg „entführt“ und mit Vogelfutter behängt. Die Viererklassen der Anne-Frank-Schule führte ihr Schulausflug auf die Burg Hohenbeilstein zu einer Greifvögel-Flugvorführung. Dafür gab es einen 4. Platz. Die Klassen 4a und 4b der Oeffinger Schillerschule unternahmen eine Schnitzeljagd mit Aufgaben zu verschiedenen Lerninhalten, deren Ergebnisse jeweils zur nächsten Station führten. Ihr Lohn war ein mit 200 Euro dotierter 2. Platz. Drittplatzierte unter den Grundschulen waren die Dreierklassen der Zeppelinschule. Mit selbst gemalten Bildern, Fotos und Aufsätzen hatten sie ihre Wanderung zu Kernenturm und Ebene dokumentiert. „Wir haben eine Blindschleiche gesehen“, erzählt Amelie Schnaitmann. Ihre Mitschülerinnen Ezanne und Lizanne Jäger waren vom Bau eines Tipis restlos begeistert: „Wir haben dickere Stämme, Äste und Blätter dafür verwendet - sonst nichts.“ Auch die 5c der Schmidener Hermann-Hesse-Realschule erhielt für ihre ansprechende Dokumentation einer Wanderung zum Max-Eyth-See einen 3. Preis.
„Für die Jury war die Auswahl echt schwer, wir waren begeistert über die informativen und schönen Arbeiten, die von den Schulen eingereicht wurden“, sagte Gerlinde Kretschmann.