Freuen sich bei der Übergabe des bronzenen Sterns des Sports im Neckarforum, von links: EZ-Sportchef und Jurymitglied Sigor Paesler, die Sportkreis-Präsidentin und Jurymitglied Margot Kemmler, der TVL-Vorsitzende Christoph Binder, sein Stellvertreter Thorsten Silberhorn, Inge Solimando von der SG Hegensberg/Liebersbronn, Noah Brömmer vom TV Liebersbronn, Marvin Mäußnest vom TV Hegensberg, Volksbank-Vorstandssprecher und Jurymitglied Markus Schaaf sowie Volksbank-Vorstandsmitglied Thomas Krießler. Foto: Volksbank Mittlerer Neckar

Der TV Liebersbronn wird für sein Kinder- und Jugendschutzkonzept mit dem bronzenen Stern des Sports ausgezeichnet.

Große Bühne, wichtiges Thema, verdiente Auszeichnung. Sichtlich stolz nahmen die Vertreter des TV Liebersbronn den bronzenen Stern des Sports entgegen – damit wurden sie nicht etwa für den Aufstieg der Handballer der SG Hegensberg/Liebersbronn in die Oberliga geehrt, sondern für ein Engagement, das nichts mit Sieg und Niederlage, Auf- oder Abstieg zu tun hat: Die Liebersbronner haben als erster Verein der Region ein besonders umfangreiches Kinder- und Jugendschutzkonzept auf den Weg gebracht. „Es zeigt, dass wir etwas Richtiges und Wichtiges tun“, sagte Inge Solimando, die bei der Ausarbeitung maßgeblich beteiligt war, bei der Preisverleihung im Rahmen des Mitgliederforums der Volksbank Mittlerer Neckar im Esslinger Neckarforum und strahlte.

Seit vielen Jahren zeichnen der Deutsche Olympische Sportbund sowie die Volks- und Raiffeisenbanken mit den Sternen des Sports soziales Engagement von Vereinen aus. Die Jury, bestehend aus Margot Kemmler, die Präsidentin des Sportkreises Esslingen, Markus Schaaf, der Vorstandssprecher der Volksbank Mittlerer Neckar, sowie den Sportredakteuren Peter Eidemüller (Teckbote), Jens Vöhringer (Nürtinger Zeitung) und Sigor Paesler (Eßlinger Zeitung), tagte diesmal lange, ehe sie aus den vielen starken Bewerbungen das Projekt des TVL für den Sieg auf regionaler Ebene auswählte. Knapp dahinter landeten Aktionen des TV Neidlingen, des TSV RSK Esslingen und des FC Esslingen.

Die Liebersbronner hatten zu der Preisverleihung Verstärkung mitgebracht. Denn sie hatten die Bewerbung zwar eingereicht, das Projekt jedoch gemeinsam mit dem Nachbarverein TV Hegensberg und der gemeinsamen Handball-Spielgemeinschaft SG Hegensberg/Liebersbronn ins Leben gerufen. „Das Preisgeld wird geteilt, um es in jedem Bereich in das Projekt zu investieren“, erklärte denn auch der TVL-Vorsitzende Christoph Binder. 1500 Euro beträgt es.

Vorreiterrolle in der Region

Die zwei Vereine und ihre Spielgemeinschaft sind nicht die Einzigen, die ein Kinder- und Jugendschutzkonzept haben. Mit der über Monate erarbeiteten Ausgestaltung aber gehen sie einen Schritt weiter und nehmen damit in der Region eine Vorreiterrolle ein. Ende Mai wurde das Konzept vorgestellt und angekündigt, anschließend alle Nachwuchs-Sportlerinnen und -Sportler sowie Übungsleiter und Eltern zu informieren. Kernpunkt ist neben klaren, schriftlich fixierten Regeln die Nennung von Ansprechpartnern. „Das haben wir mittlerweile abgeschlossen, wir waren in allen Trainingsgruppen, auch die Eltern sind informiert“, erklärte Solimando. Die ehemalige Handballerin ist die Kinderschutzbeauftragte der SG Heli.

Alle Namen sind bekannt und auch die Kommunikationswege. Eine Erkenntnis, bei der noch nachgearbeitet wird: „Vor allem einige kleinere Kinder haben noch kein Handy, was ja eigentlich gut ist. Für sie wird ein Briefkasten in der Sporthalle an der Römerstraße aufgehängt“, wie Solimando erklärt. Eingeweiht werden soll er im Rahmen der Jugendweihnachtsfeier.

Bei der Einführung hatten die Beteiligten betont, dass das Projekt nicht als Reaktion auf einen konkreten Anlass initiiert wurde, den gab es auch nicht. Und wurde das Angebot schon genutzt? Solimando schmunzelt, bevor sie antwortet. „Nach einem kleinen Konflikt in einer Jugendmannschaft hat sich jemand an einen Kinderschutzbeauftragten gewendet“, erzählt sie, „das hat zwar eigentlich nichts mit dem Thema zu tun, aber wir konnten das Problem schnell und gut im Austausch lösen.“