Mit seinem dritten Buch ist dem Kornwestheimer (Kreis Ludwigsburg) Tobias Epple ein großer Erfolg gelungen. Nicht nur landete „Chefsache Vertrieb“ auf der Spiegel-Bestsellerliste, es wurde jüngst auch zum „Business Bestseller des Jahres“ gekürt.
Wie schreibt man einen Bestseller? Diese Frage treibt viele Autoren um, eine Antwort hat auch Tobias Epple nicht. Dabei hat es der 35-Jährige aus Kornwestheim mit seinem jüngsten Buch „Chefsache Vertrieb“ nicht nur auf die begehrten Spiegel-Bestsellerliste geschafft, er wurde auf der Messe für Künstliche Intelligenz und Online Content „Contra“ in Düsseldorf mit dem Tiger Award in der Kategorie „Business Bestseller des Jahres“ ausgezeichnet. „Der Preis wird über ein Online-Voting entschieden und da habe ich mich gegen Autoren mit wesentlich mehr Followern in den Sozialen Medien durchgesetzt“, sagt Epple.
Vertrieb als Herzstück
Mehr als 10 000 Exemplare wurden von seinem Sachbuch, das nun in der dritten Auflage erschienen ist, inzwischen verkauft. Und der Erfolg hat Epple selbst ein wenig überrascht. „Ich schreibe immer darüber, was mich aktuell bewegt. Dass ein Buch zu einem solchen Nischenthema wie Vertrieb so erfolgreich wird, hätte ich nicht gedacht.“ In „Chefsache Vertrieb“ hält Epple auf gut 250 Seiten ein Plädoyer für den Vertrieb als Herzstück des Unternehmens. In anschaulichen Beispielen zeigt er, was Apple besser gemacht hat als Tupperware oder was das Aufbauen eines IKEA-Möbelstücks mit Vertriebsstruktur zu tun hat. Der Autor selbst vermutet, dass er fast per Zufall zur richtigen Zeit das richtige Thema gewählt hat und dass es deshalb so gut ankommt.
Es ist Epples drittes Buch nach „Was Elon Musk von meiner Oma lernen kann“ und „Verkaufen mit Herz“. Durch den Erfolg des dritten Buches hat sich Epple auch unter die Podcaster begeben und den gleichnamigen Podcast aufgelegt. Dabei ist er nicht hauptberuflich Autor, sondern Bezirksdirektor bei der Landesbausparkasse. Zudem arbeitet Epple auch als Speaker, hat eine eigene Beraterfirma und unter anderem einen eigenen Verlag.
Nach 18 Jahren bei der LBS schlägt er demnächst andere Pfade ein, will aber noch nicht erzählen, wo es ihn hinzieht. Hauptberuflich Autor zu werden ist dabei keine Option: „Davon wird man nicht reich“, sagt er lächelnd. Auch wenn der Verlag mit dem Erfolg des Buches so zufrieden ist, dass man schnell ein weiteres von Epple haben möchte. „Mit jedem Buch gebe ich auch ein Stück von mir“, sagt der Familienvater, der sich lieber Zeit lassen möchte und das richtige Thema für das neue Werk nicht erzwingen will. Der Kornwestheimer weiß, dass sein nächstes Buch eine ganz andere Erwartungshaltung bei Verlag und Lesern befriedigen muss.
Epple wäre nicht Speaker und Berater, wenn er dann nicht doch noch einen Rat für junge Autoren oder das Berufsleben allgemein hätte: „Man muss nicht gleich auf dem höchsten Level starten“, sagt er. Damit meint er, dass man in eine Aufgabe auch hineinwachsen muss. Er lerne selbst viel aus Fehlern: „Meine erste Podcast-Folge höre ich heute nicht mehr gerne, aber man entwickelt sich eben weiter.“