Julia Theermann. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Julia Theermann über ostfriesische Worte und Essgewohnheiten.

Auch eine Ostfriesin lernt noch hin und wieder neue Worte auf Platt dazu. So geschehen kürzlich über die Feiertage. Inmitten einer durchaus kontroversen Diskussion über Kartoffeln beantworteten der Vater und der Ehemann der Autorin die Frage danach, was ihrer Meinung nach das Beste an Kartoffeln sei, mit: “Prakjen!”. Für die Schreiberin dieser Zeilen ein gänzlich unbekanntes Wort. Dabei hat sie den größten Teil ihres Lebens in Ostfriesland verbracht. Nicht einmal die Wortart wollte sich auf Anhieb bestimmen lassen. Die Endung -je wird immerhin oft als Verniedlichung gebraucht. Aber der Ansatz führte nicht weit. Schließlich kam ihr der Gatte mit der hochdeutschen Erklärung zu Hilfe. „Prakjen“ ist demnach der Vorgang, bei dem man seine Kartoffeln auf dem Teller mit der Gabel zu einem Mus zerdrückt, um sie besser mit der Sauce mischen zu können. Angeblich etwas, was von ostfriesischen Tischen nicht wegzudenken ist. Wieder was gelernt.

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