Zugespitzt, düster und komplex ging es zu in „Tu es!“. Die Kritik zum „Polizeiruf 110“ aus Rostock.
Was taugt „Tu es!“? Der „Polizeiruf 110“ aus Rostock mit den Ermittlerinnen Melly Böwe und Katrin König im Schnellcheck.
Die Handlung von „Tu es!“ in zwei Sätzen
Durch die Selbstmorde von zwei jungen Menschen treffen Melly Böwe (Lina Beckmann) und Katrin König (Anneke Kim Sarnau) auf einen Lehrer, der an seinem Gutmenschentum verzweifelt. Und in Böwes Vergangenheit stecken noch jede Menge Überraschungen.
In „Tu es!“ rastet ein Lehrer völlig aus
Felix Lange (Sebastian Jakob Doppelbauer) ist ein „Lehrer mit Jesus-Komplex“, er will die kaputte Welt zu einem besseren Ort machen. Für seine überforderten, allein gelassenen Schülern tut er alles, wäscht sogar deren Wäsche. Sich selbst vernachlässigt er dabei. Als die Mutter eines Schülers nur Hohn und Herablassung für ihn hat, dreht er durch. Autor Florian Oeller spitzt gehörig zu, trifft aber auch ins Schwarze.
Weiter geht’s mit den privaten Geschichten von Böwe und König
Den Kaktus umarmen: So nennt Königs Vater Günther (Wolfgang Michael) es etwas esoterisch, wenn er seine schlechten Seiten an sich akzeptiert. Die Tochter runzelt die Stirn. Zu recht.
Melly Böwe will den Kontakt zu ihrer Tochter wieder herstellen und braucht Klarheit über die Identität ihres damaligen Vergewaltigers. Ihr Chef Röder (Uwe Preuss) kann und will ihr dabei helfen. Doch dann vertuscht dieser mehr, als er aufdeckt. Oeller führt die Figur Jan Jürgens (Thomas Merten) schön geheimniskrämerisch ein, verlangt aber vom Zuschauer viel Kombinationsgabe.
Unser Fazit
Krisen, Überforderung, Verzweiflung, Dunkelheit überall. Autor Oeller und Regisseur Max Gleschinski machen es einem nicht leicht, zu folgen. Immerhin soviel kapiert man: Licht in all die Düsternis bringt die neue Nähe zwischen Katrin und Melly.
Spannung Note 3; Logik Note 4