Wie tief ist zu tiefgelegt? Auch das überprüft die Polizei am Karfreitag. Foto: Lichtgut/Christoph Schmidt (Archiv)

Mit rund 20 Beamtinnen und Beamten ist die Polizei am Freitag beim Tuning-Treffen am Fernsehturm vertreten. Ums Rasen geht es dabei nicht in erster Linie.

Die Fachleute der Polizei für die Autotuning- und Poser-Szene haben ein gutes Auge für Grenzüberschreitungen. Aber oft brauchen auch sie den Zollstock oder ein Messgerät. Ist das Auto so weit tiefergelegt, dass der Abstand des Rades zur Karosserie bedenklich ist? Knattert der Auspuff verboten laut? Da muss es präzise zugehen, wenn es um eine Erlaubnis zur Weiterfahrt oder um ein Verbot geht – und der Wagen eventuell sogar beschlagnahmt wird.

Es geht um die Sicherheit und den Lärm

Am Karfreitag hat die Polizei viel zu tun, denn seit Jahren hat sich einer der höchsten christlichen Feiertage – vor allem in protestantischen Gegenden – zum „Car-Friday“ entwickelt. In Stuttgart ist ein Parkplatz auf der Waldau nahe dem Fernsehturm ein Treffpunkt für die Szene der aufgemotzten Karren an diesem Tag. Die Polizei will am Nachmittag bis in den Abend mit rund 20 Beamtinnen und Beamten der Verkehrspolizei, unterstützt durch Kräfte von den Revieren, präsent sein. „Wir wollen zum einen ins Gespräch kommen“, sagt die Polizeisprecherin Kara Starke. Aber zum anderen werde man die Autos unter Sicherheitsaspekten untersuchen.

Die Fachleute der Polizei schauen, ob unerlaubte Umbauten angebracht sind. Außerdem geht es um das Thema Lärmschutz, wenn die Freunde der PS-starken Fahrzeuge Motoren aufheulen lassen, Fehlzündungen produzieren und andere unangenehme Geräusche mit ihren Autos verursachen. Das Thema Rasen spiele auch eine Rolle, stehe aber nicht an erster Stelle. Denn: Die Tuner und Raser sind nicht vollständig kongruent mit jenen, die sich sinnlose Autorennen liefern – wie jenes in Ludwigsburg, bei dem vor wenigen Wochen zwei Frauen getötet wurden. Tuner legen Wert darauf, dass es ihnen nicht ums Rasen geht, sondern um eine Aufwertung ihrer Autos. Poser sind diejenigen, die an öffentlichen Plätzen – früher an der Theodor-Heuss-Straße in Stuttgart, heute unter anderem hinterm Rathaus an der Nadlerstraße und an der Bolzstraße nahe dem Schlossplatz – Runden drehen und die Motoren aufheulen lassen.

Im vergangenen Frühjahr ging es am „Car-Friday“ ruhig zu auf der Waldau. Vereinzelt wurden Verstöße festgestellt, etwa ein zu lauter Auspuff. Im großen und ganzen aber bescheinigte die Polizei den Auto-Fans ein ruhiges Treffen.