Stefan Prakesch (links) zeigt Andre Baumann die Regenwassernutzung. Foto: Buchmann/oh

Andre Baumann, Staatssekretär im Umweltministerium, verschafft sich bei der Wernauer Firma Aris einen Überblick, wie Regenwasser genutzt werden kann.

Regnet es mal ein paar Wochen nicht, wird Wassermangel schnell zum Thema – verschwindet aber meist ebenso schnell wieder in der Versenkung. Vor allem die Nutzung von Niederschlagswasser, nicht zuletzt für betriebliche Zwecke, birgt aber ein großes Potenzial, das die Wernauer Firma Aris auszuschöpfen versucht. Der Hersteller von kompletten Systemen zur Regenwassernutzung und -bewirtschaftung sowie zur Löschwasserversorgung hatte jüngst den Staatssekretär im Umweltministerium des Landes, Andre Baumann, zu Gast.

Der Grünen-Abgeordnete aus dem Wahlkreis Schwetzingen wollte sich selbst ein Bild davon machen, wie diese Zukunftsbranche funktionieren könnte und zeigte sich beeindruckt: „Mir persönlich liegt das Thema Wasser sehr am Herzen. Deshalb muss das, was Aris bereits tut, zum neuen Normal werden“, erklärte er mit Blick auf die oft praktizierte Vergeudung eines wertvollen Rohstoffs. Im Gespräch mit Geschäftsführer Stefan Prakesch betonte Baumann, dass das Thema Regen- und Betriebswasser im Umweltministerium durchaus einen beachtlichen Stellenwert einnehme.

Prakesch: Nationale Strategie braucht regionale Maßnahmen

Prakesch wiederum entgegnete, „dass dies in der Branche noch nicht immer zu spüren ist“. So sei es aus seiner Sicht notwendig, die nationale Wasserstrategie als übergeordnete Instanz nach und nach mit regionalen Maßnahmen und Leitfäden für das kommunale Wassermanagement zu untermauern. „Damit würden Kommunen mehr Handlungsspielräume, aber auch Rechtssicherheit erhalten, um sich mit entsprechenden Maßnahmen besser an den Klimawandel anzupassen“, fügte Prakesch hinzu. So sei etwa der Bau von Fassadenbegrünungen und Gründächern sinnvollerweise in der neuen Landesbauordnung verankert. „Die Regenwassernutzung an sich bisher aber leider ebenso wenig, wie die Pflicht zu einem zweiten Leitungsnetz in Gebäuden.“

Für Prakesch sind das Punkte, „die wir der Politik immer wieder mit auf den Weg geben.“ Baumann versicherte ihm indes, „einigen meiner Kolleginnen und Kollegen einen Besuch bei Aris ans Herz zu legen“.