Balance halten: Durch die gestiegenen Preise etwa für Energie und Lebensmittel müssen sich viele in ihren Ausgaben einschränken. Foto: Shutterstock/ Andrey_Popov

Steigende Preise haben im letzten Jahr viele vor finanzielle Herausforderungen gestellt. Doch es gibt Lösungen. Junge Finanzexperten geben im Podcast "tecis – Dein Finanzpodcast" Tipps, wie man sich gegen die Auswirkungen der Geldentwertung wappnen kann.

Das Inflationsjahr 2022 hat viele Menschen zu teils drastischen Einsparungsmaßnahmen gezwungen. Die Geldentwertung führte in erster Linie zu Einschränkungen bei Freizeitaktivitäten, Restaurantbesuchen sowie Urlaubsreisen. Allerdings: Bei der privaten Vorsorge lassen sich die Folgen der Inflation mit etwas Know-how ausbremsen. Junge Finanzfachkräfte haben in einem Beitrag des Podcasts „tecis – Dein Finanzpodcast“, Tipps auf Lager, wie man sich vor der Geldentwertung schützt beziehungsweise gar von dieser profitiert.

Energie und Lebensmittel immer teurer – Kaufkraft sinkt

Eine vom Marktforschungsinstitut infas quo durchgeführte und vom Bundesverband Deutscher Banken beauftragte Studie zeigt, wie sehr die Inflation die Deutschen im Jahr 2022 finanziell belastet hat. In der Umfrage geben 19 Prozent der Befragten an, dass sie sich aufgrund der Preissteigerungen für Energie und Lebensmittel bei ihren Ausgaben sehr einschränken mussten.

Weitere 53 Prozent der Umfrageteilnehmenden haben sich bei dem Konsum teilweise eingeschränkt. Nur 28 Prozent der Befragten haben ihre Ausgaben nicht reduziert.

Inflation: Teuerungsrate macht Menschen Sorgen

Die Umfrage des Bankenverbands zeigt auch, dass sich die hohe Inflationsrate als volkswirtschaftliches Problem in den Köpfen der Menschen festgesetzt hat: 85 Prozent der befragten Personen gaben an, dass ihnen die Inflation große bis sehr große Sorgen bereitet hat.

78 Prozent befürchteten in erster Linie eine Versorgungskrise bei Energie und Strom, während jeweils 77 Prozent wegen einer möglichen Verschlechterung der Wirtschaftslage oder einer Eskalation des Ukraine-Konflikts beunruhigt waren.

Geld sparen: Immer weniger legen etwas auf die hohe Kante

Die hohe Teuerungsrate hat auch beim Sparverhalten ihre Spuren hinterlassen. Laut den Umfrage-Ergebnissen gaben 48 Prozent der befragten Personen an, dass sie letztes Jahr regelmäßig einen bestimmten Teil ihres Nettoeinkommens ansparten. Im Jahr 2020 waren das noch 62 Prozent.

Die Zahl derjenigen, die ab und zu etwas auf die hohe Kante legen, ist hingegen leicht gestiegen: 30 Prozent taten dies im Jahr 2022, verglichen mit nur 16 Prozent im Jahr 2020.

Anders sieht es wieder bei denen aus, die so gut wie nie sparen: Ihr Anteil an den Befragten betrug im letzten Jahr 22 Prozent, gegenüber 20 Prozent im Jahr 2020.

Private Altersvorsorge: Wichtiger denn je

Besonders beunruhigend ist, dass während der Inflation der Anteil an regelmäßigen Sparenden deutlich gesunken ist. Laut der Umfrage des Bankenverbandes haben vor allem die jüngeren Befragten weniger Geld zurückgelegt. Das ist ein ungünstiger Trend, weil gerade diese Altersgruppe aufgrund einer immer geringer ausfallenden gesetzlichen Rente vermehrt privat vorsorgen sollten.

Geldentwertung: Wie kann man sich dagegen schützen?

Wer bereits Geld angelegt hat, kann der Geldentwertung in seinem Portfolio mit ein paar Tipps entgegenwirken. So schildern junge Finanzfachkräfte in einem Beitrag des Podcasts „tecis – Dein Finanzpodcast“, dass es sich lohnt, in Unternehmen zu investieren, die von der Geldentwertung profitieren.

Dazu gehören zum Beispiel börsennotierte Firmen, die gestiegene Rohstoffpreise an ihre Kunden weitergeben, um so die negativen Folgen der Inflation selbst zu kompensieren. Ein weiterer Tipp der tecis-Beratenden ist die Investition in Sachwerte, die während der Inflation an Wert gewinnen. Dazu gehören Aktien, Immobilien und Edelmetalle, aber auch Kunstwerke oder Sammelobjekte.

Eine andere Maßnahme ist laut den Fachkundigen von tecis das Rebalancing, bei dem einmal im Jahr genau nachgeschaut wird, ob die Wertverteilung im eigenen Portfolio noch den ursprünglichen Zielen entspricht. Die Wiederherstellung der gewünschten Balance zwischen den verschiedenen Anlageklassen wie Aktien und Anleihen kann ebenfalls helfen, die Folgen der Inflation fürs eigene Portfolio abzumildern.