Viele Sorgen, aber auch viel Kritik von Eltern zum Thema Ganztagsschule prasseln auf die Stadtverwaltung von Korntal-Münchingen ein. Was sagt der Bürgermeister dazu?
Um zum Schuljahr 27/28 die Ganztagsschule einzuführen, arbeitet die Stadt Korntal-Münchingen mit Hochdruck an dem Thema. Seitdem sie im Juli die nächsten Schritte vorgestellt und einige festgezurrt hat, rumort es gewaltig unter Eltern. Die, die laut werden, äußern Sorgen als auch Kritik. Am Vorgehen, an den grob ausgearbeiteten pädagogischen Konzepten, an der Online-Umfrage zu den Bedarfen der Eltern mit Kindern der Jahrgänge 2018 bis 2023. Die einen wollen weiter die Halbtagsschule und fürchten den verbindlichen Ganztag. Andere wollen Ganztagsbetreuung und fürchten hohe Kosten für zusätzliche Betreuung. Was sagt der Bürgermeister?
Alexander Noak (parteilos) betont, der Gemeinderat habe noch keine Beschlüsse zu den Konzepten des Ganztagsschulbetriebs an den Grundschulen gefasst. „Die Beschlussfassung über die Rahmenbedingungen wird erst im Oktober erfolgen“. Diese Entscheidung sei die Basis, auf der die Schulen ihre Konzepte entwickeln. Parallel erarbeite die Stadtverwaltung das ergänzende kommunale Betreuungsangebot. „Die finale Entscheidung über das Gesamtpaket trifft der Gemeinderat im Sommer 2026“, so Noak. Sie müsse politisch unter Abwägung aller Argumente und Aspekte mit den Schulen getroffen werden. „Die Entscheidung über die Ganztagsschule sollte zum Wohl der Gesamtelternschaft und vor allem Schülerschaft sein und nicht nur der lauten besonders engagierten Stimmen.“ Spätestens zum 1. Oktober 2026 muss die Stadt beim Kultusministerium beziehungsweise Schulamt ihren Antrag einreichen.
Umfrage könne nur ein Stimmungsbild erfassen
Dass die Umfrage teilweise als komplex und missverständlich wahrgenommen werde, bedauere er, sagt der Bürgermeister. Gemeinderat wie Verwaltung sei klargewesen, dass sie lediglich eine Momentaufnahme sei, ein Stimmungsbild der engagierten und betroffenen Eltern erfassen könne – und keine repräsentative Antwort auf die Frage der tatsächlichen Bedarfe der Eltern liefern werde. Weder müssten sie teilnehmen, noch gebe es eine Gewichtung der Antworten nach soziodemografischen Merkmalen. Bestimmte Bevölkerungsgruppen seien aber vermutlich über- beziehungsweise unterrepräsentiert.
„Die Sorge, dass die Umfrage durch Manipulationen weniger aussagekräftig wird oder gar wertlos ist, teilen wir überhaupt nicht“, sagt der Rathauschef weiter. „Wir sind uns sicher, dass wir Fakemeldungen und doppelte Abgaben herausfiltern können.“ Aus Sicht des Bürgermeisters geben die Umfrageergebnisse Hinweise und schaffen eine Diskussionsgrundlage.
Auch Gemeinderäte äußern Kritik
Kritik teilten auch Gemeinderäte aus. So sagte der Fraktionschef der CDU, Oliver Nauth, hätte die Umfrage zuvorderst stattgefunden, hätte man sich viel Diskussion sparen können.