Am 1. November hat die Achtwerk Events GmbH die Restaurants und Bars im Bonländer Erlebnisbad übernommen. Warum? Und was soll jetzt anders werden?
Als wäre man in der Karibik gelandet. Draußen hat der Frost Autos, Wiesen und Straßenschilder mit einer feinen weißen Schicht überzogen, drinnen herrschen schwül-heiße 28 bis 29 Grad. Gerade im Winter ist der Temperaturunterschied zwischen draußen und drinnen im Bonländer Erlebnisbad Fildorado besonders krass. Timucin Kul macht die Bollenhitze aber nichts aus. Er lacht.
„Ich komme aus der Küche“, sagt er, an einen warmen Arbeitsplatz sei er gewöhnt. Der 35-Jährige ist nicht nur Koch, er ist auch der Geschäftsführer der Achtwerk Events GmbH. Das Unternehmen hat die Gastronomie im Fildorado übernommen. Will heißen: Die Bars und Restaurants im Hallen- und im Freibadbereich, im Fitnessclub und im Saunatrakt sind in neuer Hand.
Der Pächterwechsel wurde zum 1. November vollzogen – im laufenden Betrieb. Vom alten Pächter habe man sich nach sieben Jahren getrennt, wie der Fildorado-Geschäftsführer Felix Schneider erklärt. „Das Pachtverhältnis wurde im gegenseitigen Einverständnis aufgelöst“, sagt er. Das kulinarische Angebot „hat vielleicht nicht so sehr den Anspruch der Gäste erfüllt“, erläutert er. Es habe Kritik gegeben, die Qualität habe nicht gestimmt. Entsprechend hoch liegt die Latte für die Neuen. Felix Schneider sagt, er habe bewusst nach jemandem gesucht, der Erfahrung im Eventbereich mitbringe. Auch Regionalität sei ein zentrales Thema gewesen.

Was gibt es im Fildorado zu essen?
Timucin Kul und Ugur Düzgün (35), der als Inhaber bei Achtwerk fürs Thema Finanzen zuständig ist, sagen, dass sie alles Geforderte mitbringen. Ihre Firma habe sich vor allem im Bereich Veranstaltungen etabliert, inklusive eigener Location in Rudersberg. Fürs Fildorado als neues Standbein habe man sich entschieden, „weil wir den Markt wahnsinnig interessant finden“, sagt Timucin Kul. Punkten wolle man bei den Gästen beispielsweise mit Live-Cooking.
Die Besucherschaft könne zuschauen, wie Pinsas oder Flammkuchen entstehen. Zudem könne sie aus einem größeren Speisenangebot als bisher wählen. Timucin Kul nennt Metzgermaultaschen oder Wildragout. „Wir passen uns auch den Gegebenheiten an“, sagt er. So habe man kürzlich bei der langen Saunanacht passend zum Motto des Abends schottische Spezialitäten serviert.
Neue Pläne im Fildorado
Durchschnittlich 600 000 Badegäste werden pro Jahr im Fildorado begrüßt. Laut Felix Schneider sind die Rückmeldungen der Kundschaft zur neuen Gastro bislang positiv, und auch die neuen Pächter geben sich zufrieden. „Wir sind super gut aufgenommen worden“, sagt Timucin Kul, auch vom bisherigen Küchen- und Serviceteam, das man nahezu vollständig übernommen habe. „Wir gehen mit dem Fildorado Hand in Hand.
Wir werden jede Aktion, die das Fildorado vorschlägt, mitgehen und auch eigene Ideen einbringen“, sagt er. Manches habe er schon im Kopf, etwa eine italienische Nacht. „Ich glaube, der Gast möchte das inzwischen auch“, sagt Timucin Kul. Felix Schneider nickt. „Da bin ich auch froh, dass die Gastronomen die Initiative ergreifen.“