Shetland-Pony Sico – ein spontaner Kauf, aber „absolut kein blöder“, wie die Besitzerin Theresa Häcker betont Foto: privat

Pferdekauf per Handschlag: Eine Rutesheimerin hat es vor einigen Jahren spontan gemacht und beim Leonberger Pferdemarkt ein Shetland-Pony erstanden. Wie war das so?

Manchmal endet beim Leonberger Pferdemarkt ein Tag anders, als man anfangs gedacht hat. Ein Lied davon kann die Rutesheimerin Theresa Häcker singen. Sie schaute sich mit Mann und Kind im Jahr 2012 die vielen verschiedenen Pferde auf dem Marktplatz in der Altstadt an – und war am Ende plötzlich selbst die Besitzerin eines Shetland-Ponys.

„Wir sind durch die Reihen gelaufen und haben süße Ponys gestreichelt“, erinnert sich die 45-Jährige, die selbst routinierte Reiterin ist und zu diesem Zeitpunkt auch im Besitz eines Pferdes war. Bei einem der Shetland-Ponys quiekte die damals einjährige Tochter immer vergnügt vor sich hin. „Sie wollte immer wieder zurück zu genau diesem Tier.“ Das fiel auch dem findigen Händler auf, der ein Gespräch mit Theresa Häcker begann.

Der findige Pferdehändler hat Theresa Häckers Interesse gleich bemerkt

„Er hat das natürlich sofort gemerkt und gefragt, ob unsere Tochter denn mal draufsitzen will.“ Als klar wurde, dass er eine fachkundige Gesprächspartnerin vor sich hat, „ging es deutlich schneller als erwartet“. Theresa Häcker muss lachen. „Es ist heute noch ein Running Gag: Mein Mann war nur kurz eine Rote Wurst holen – und als er wieder zurückkam, hatte ich das Pony schon gekauft.“

Auf dem Leonberger Marktplatz: Die Pferde werden vorgeführt und geprüft. Foto: Simon Granville

Das Ganze sei tatsächlich ganz klassisch per Handschlag über die Bühne gegangen. „Natürlich haben wir um den Preis noch ein bisschen verhandelt, das ist ja auch immer ganz wichtig: Nicht den Preis zu zahlen, den sie zuerst sagen.“ Dass sie tatsächlich tapfer gefeilscht habe, darauf ist Theresa Häcker noch immer sehr stolz.

Kurzum: Die Familie stand schließlich auf dem Marktplatz, Mutter, Vater, Kind und Shetland-Pony Sico. Sie habe dann erst realisiert: „Oh, okay, jetzt hab ich ein Pony, was mach ich jetzt damit?“ Zunächst musste das Tier aber noch bezahlt werden. „So viel Geld hatte ich natürlich nicht spontan dabei, also musste ich es erst abheben.“ Als der von ihr nicht genannte Betrag schließlich den Besitzer gewechselt hatte, gab’s den Pferdepass ausgehändigt, also die Eigentumsurkunde. „Das war’s dann – und dann stehst du mitten in Leonberg und hast so ein Pony am Strick.“

Doch auch dafür gab’s eine Lösung: „Zum Glück hat mein Schwiegervater damals in Ditzingen auf einem Hof gewohnt, wo sie auch Pferde hatten.“ Theresa Häckers Pferdeanhänger stand beim Reitverein Leonberg. „Ich bin also mit Pony und Kinderwagen ungeplant zu Fuß zum Leonberger Reitverein marschiert.“ Der Gatte holte in der Zwischenzeit das Auto. So kam Sico schließlich nach Ditzingen. „Da hat er dann auch offiziell gewohnt und wir hatten ihn viele Jahre. Das war absolut kein blöder Kauf.“

Komplett ungeplant war er aber sehr wohl. „Ich habe davor schon immer gesagt: ‚Ach, jetzt haben wir ein kleines Kind, jetzt habe ich auch endlich mal einen Grund, ein süßes Pony zu kaufen…“ Richtig ernst gemeint habe sie das aber natürlich nie. „Dann kam aber eines zum anderen.“

Shetland-Pony Sico wurde nach vielen Jahren nach Weil der Stadt verkauft

Inzwischen hat die Familie Sico verkauft. „Er steht jetzt am Heidehof in Weil der Stadt. Da wird er wieder von neuen kleinen Kindern betüddelt und genießt dort seinen Lebensabend – bei einem sehr netten Ehepaar, das auch viele weitere Pferde hat.“

Ab 9 Uhr am Dienstag ist auf dem Marktplatz der traditionelle Pferdehandel für die Besucherinnen und Besucher zugänglich. Wo kann man sonst noch so viele unterschiedliche Pferde mitten in der Stadt sehen? Auch in diesem Jahr werden wieder Ponys und Großpferde, Warm- und Kaltblüter zum Verkauf stehen. Entsprechend der Nachfrage macht das Freizeitpferd den Hauptteil des Angebotes aus. Der Verkauf der Pferde auf dem Leonberger Markt erfolgt – Theresa Häcker weiß das aus eigener Erfahrung – direkt und traditionell per Handschlag.

Auf dem Pferdemarkt ist beim Pferdehandel auch Vorsicht geboten

Auch die Vorführungen der Pferde in der Schloss- und in der Klosterstraße werden von den Zuschauern gerne beobachtet. Für die Teilnehmer bietet die Prämierung der Verkaufspferde, fachgerecht kommentiert von einem Preisrichter, noch einen zusätzlichen Anreiz.

Um Unfällen vorzubeugen, ist das Füttern und Streicheln der Pferde verboten. Außerdem darf der Sicherheitsbereich hinter den Pferden, der deutlich sichtbar gekennzeichnet ist, nicht betreten werden.