Die partielle Sonnenfinsternis im Jahr 2015. Foto: dpa/Fredrik von Erichsen

Am Donnerstag gibt es in Stuttgart seit mehreren Jahren erstmals wieder eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Doch beim Blick in die Sonne ist höchste Vorsicht geboten.

Stuttgart - Über Stuttgart zeigt sich am 10. Juni ein seltenes Spektakel. Am Himmel erscheint eine ringförmige Sonnenfinsternis zur Mittagszeit. Dabei schiebt sich der Mond mittig vor die Sonne. „Weil er jedoch momentan zu weit von der Erde entfernt ist, kann er diese nicht vollständig bedecken“, erklärt der Vorsitzende der schwäbischen Sternwarte, Andreas Eberle. Folglich erscheint die Sonne als heller Ring um den Mond herum.

Finsternis im Norden besser sichtbar

Auch die Stuttgarter können das Schauspiel der Natur bewundern, sofern das Wetter mitspielt. Allerdings wird in Deutschland nicht die ringförmige Sonnenfinsternis zu sehen sein, sondern nur ein Teil davon. „Deutschland liegt nämlich nicht im Kernschatten der Finsternis“, erklärt Eberle. Weitaus besser sei die Sonnenfinsternis in den nördlich gelegenen Ländern zu sehen. Dort könne man dann auch den leuchtenden Ring um den Mond herum beobachten.

„Wir hier in Deutschland hingegen liegen am Rande der Zone, in der man den Mond vor der Sonne sehen kann“, so Eberle. Daher sei hierzulande nur eine partielle Phase sichtbar. „Die Sonne erscheint nur leicht angeknabbert“, fügt Uwe Lemmer, Leiter des Stuttgarter Planetariums, hinzu. Insgesamt seien während des Höhepunkts neun Prozent der Sonne bedeckt. Dies wird in Stuttgart gegen kurz vor 12.30 Uhr der Fall sein. Eine Stunde zuvor beginnt der Mond sich langsam vor die Sonne zu schieben, bis der höchste Bedeckungsgrad erreicht ist. Dann wandert der Mond wieder weiter. „Wer nicht weiß, dass Sonnenfinsternis ist, der wird sie wahrscheinlich gar nicht bemerken“, erläutert Lemmer. Die Helligkeit der Sonne werde nämlich nicht spürbar beeinträchtigt.

Ein Blick in die Sonne erfordert spezielle Brillen

Beim Blick in die Sonne wird man die Bedeckung jedoch trotzdem mit bloßem Auge sehen können. Doch dabei ist Vorsicht geboten. „Ohne spezielle Finsternisbrillen, die Infrarot- und UV-Licht filtern, sollte man auf keinen Fall direkt in die Sonne schauen“, warnen die Experten. Die Netzhaut des Auges könne dabei irreversible Schäden davontragen. Wer keine speziell beschichtete Brille besitzt, der kann sich die Sonnenfinsternis bei einem von vielen Livestreams im Internet ohne Gefahr für die Augen anschauen.

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