Die Glaspyramide im Innenhof des Louvre dient als Haupteingang für das Pariser Museum. Foto: imago images/Jose Peral

In der Coronakrise kommt einiges zu kurz, auch der Museumsbesuch. Das Pariser Louvre-Museum hat auf der Suche nach Lösungen einen großen Schritt bei der Digitalisierung in der Kunstszene unternommen.

Paris - Die Champs-Élysées entlangschlendern, einen Cidre oder auch ein frisches Croissant in einem gemütlichen Straßencafé genießen und danach dem Louvre einen Besuch abstatten - die Coronapandemie lässt von einem solchen Städtetrip nach Paris momentan nur träumen. Der Museumsbesuch ist jetzt aber zumindest teilweise möglich: dank eines virtuellen Rundgangs durch die heiligen Hallen des Louvre.

Früher die Residenz der französischen Könige in Paris, heute das berühmteste Museum der Welt: Der Louvre. Vor der Coronapandemie gingen hier jährlich rund 96 Millionen Besucher ein und aus. Um den Menschen den Zugang zu der Kunst trotzdem zu ermöglichen, hat das Museum über 480.000 Exponate berühmter Künstler digitalisiert.

Nicht vor Ort und doch dabei

Ein Mausklick auf den Button „Launch a virtual tour“ auf der Website des Museums reicht, und man kann stundenlang durch die Jahrhunderte scrollen sowie sämtliche Werke der berühmtesten Künstler im Google-Street-View-Style bestaunen. Die Kunstgeschichte, ihre Entwicklung und die komplexen Gattungen werden nachvollziehbarer - und das vom Sofa aus.

„Zum ersten Mal kann jeder von einem Computer oder Smartphone aus kostenlos auf die gesamte Sammlung von Werken zugreifen“, wird der Direktor des Louvre, Jean-Luc Martinez, in einer Presseerklärung zitiert.

Die Besucher bekommen einen bisher nicht möglichen Blick hinter die Kulissen, in die Datenbanken und Lagerhallen, die sonst verschlossen blieben. Denn auch die gesamte Sammlung im Lager sowie Leihgaben an andere Kunstinstitutionen zählen zu dem digitalen Repertoire.

Mona Lisa ohne Panzerglas bestaunen

Wer an den Louvre denkt, der hat sofort auch das Bild der berühmten Mona Lisa vor Augen. Das Porträt von Leonardo da Vinci zieht Menschen aus aller Welt an. „Das Bild hat keine sehr großen Ausmaße, wirkt aber auf den Beschauer monumental in seinem Verhältnis von Person und Hintergrund“, schrieb Robert Wallace in „Leonardo da Vinci und seine Zeit“. Neben der Mona Lisa gibt es aber noch etliche andere Künstler und deren Werke zu begutachten. Dazu zählen zum Beispiel „Die Hochzeit zu Kana“ von Paolo Veronese oder Michelangelos „Sterbender Sklave“.

Noch nicht genug von digitaler Kunst? Auf „Google Arts & Culture“ werden über 2.500 weitere virtuelle Touren durch 1.200 Museen und Galerien aufgelistet. Der Online-Museumsbesuch kann den echten Anblick der Kunstwerke vielleicht nicht ganz ersetzen, und doch bringt er auch ein paar Vorteile mit sich: Kein Zeitlimit, kein Platzmangel und niemand versperrt einem die Sicht.

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