Ein Verein aus Renningen sucht nach Menschen, die für unheilbar kranke Kinder Adventskalender gestalten. Auch Pflegekräfte und Ärzte sollen bedacht werden.
Es ist noch mehr als einen Monat hin, bis am 1. Dezember das erste Türchen des Adventskalenders geöffnet werden kann. Für ganz besondere Kinder sucht ein Verein aus Renningen noch engagierte und kreative Menschen, die solche Adventskalender gestalten.
Den Verein Palliativ-Care-Teams im Kreis Böblingen gibt es bereits seit 15 Jahren, und seit etwa zwölf Jahren kümmern sich die Ehrenamtlichen um die Palliativversorgung von unheilbar kranken Kindern und Jugendlichen. „Und seit fünf, sechs Jahren verteilen wir Adventskalender an die Familien“, berichtet Martina Steinbrenner, die nach einem persönlichen Schicksalsschlag den Verein mit Sitz in Renningen gegründet hat.
Eine kleine Freude im Advent für unheilbar erkrankte Kinder
Der Verein, der sich über Spenden finanziert, leitet die Kalender an Palliativ-Care-Teams im Raum Stuttgart und Tübingen weiter, die aktuell jeweils etwa 250 Kinder betreuen. Für etwa 25 bis 30 Familien je Region werden Adventskalender benötigt.
Diese werden von Freiwilligen gestaltet, und das oft mit sehr viel Liebe und Fantasie, wie Martina Steinbrenner erzählt. „Viele sind schon seit einigen Jahren dabei, aber es kommen jedes Jahr neue Leute dazu.“ Damit auch das Richtige darin landet, bekommen die Kalender-Wichtel anonymisierte Informationen zu den Kindern. Wie alt sind diese, Junge oder Mädchen, bestehen Einschränkungen etwa beim Essen und so weiter.
„Gern genommen werden etwa Badezusätze, Mini-Bücher, kleine Spieltiere, aber auch einfach mal ein bunter Luftballon“, nennt Martina Steinbrenner Beispiele, wie die Kalender befüllt werden können.
„Es geht auch darum, dass sie sich gesehen fühlen“
„Für die Kinder ist es eine große Freude, jeden Tag etwas Neues auspacken zu können. Und für die Eltern ist es eine Sache, die wir ihnen abnehmen können“, sagt sie. Es sei nicht nur etwas, was diese von ihrer täglichen To-do-Liste streichen können. „Es geht auch darum, dass sie sich gesehen fühlen.“ Denn viel zu oft gerieten Eltern, die sich aufopferungsvoll um ihre schwer kranken Kinder kümmerten, in eine soziale Isolation.
Martina Steinbrenner erzählt von einer Familie, die sie kürzlich besucht hat. Zwei der drei Kinder haben eine degenerative Muskelerkrankung, die ihre Bewegungsfreiheit immer weiter einschränkt. „Diese Mama kümmert sich 20 Stunden am Tag um ihre Kinder. Sie hat keine Zeit mehr für sich selbst oder für andere. Da kommt schon lange keiner mehr zum Kaffee vorbei“, sagt die Renningerin.
Auch Pflegekräfte und Ärzte werden im Advent beschenkt
Die Adventskalender seien kleine Lichtblicke im Alltag dieser Familien. „Viele packen auch immer mal wieder eine Kleinigkeit für die Eltern ein.“ Nun sucht der Verein auch Weihnachtswichtel, die etwas für die Pflegekräfte und Ärzte gestalten, die sich um die schwer kranken Kinder in den Kliniken in Stuttgart und Tübingen kümmern. „Wer sich also vorstellen kann, einen Adventskalender für einen Tag für etwa 20 Personen zu füllen, der darf sich gern bei uns melden“, sagt Martina Steinbrenner.
In ihrer Wohnung sammelt sie alles bis zum 10. November und verteilt es dann an die Palliativ-Care-Teams, die es wiederum an die Familien ausliefern. Damit pünktlich am 1. Dezember überall das erste Türchen geöffnet werden kann.
Palliativ-Care-Teams
Verein
Der Verein der Palliativ-Care-Teams im Kreis Böblingen hat seinen Sitz in Renningen und betreut von dort aus Teams in der Region Stuttgart sowie im Raum Tübingen. Diese sorgen dafür, dass schwer und unheilbar kranke Kinder im vertrauten Umfeld daheim betreut werden können anstatt im Krankenhaus. Da die gesetzlichen Fallpauschalen dafür nicht ausreichen, finanziert sich der Verein zu einem Großteil aus Spenden.
Kontakt
Wer einen Adventskalender gestalten und spenden oder sich anderweitig engagieren will, kann sich per E-Mail an die Adresse info@verein-pct.de wenden. Weitere Informationen im Internet auf www.verein-pct.de.