Bürgermeister Rainer Lechner begutachtet den Wasserschaden im Nellinger Otto-Hahn-Gymnasium Foto: Roberto Bulgrin - Roberto Bulgrin

In vielen Schulen auf den Fildern laufen Bauarbeiten, während die Schülerinnen und Schüler in den Ferien sind. Am Otto-Hahn-Gymnasium verzögert ein Wasserschaden die Arbeiten, die mindestens bis zum Ende des neuen Schuljahrs laufen. An der Denkendorfer Ludwig-Uhland-Schule entsteht ein Erweiterungsbau.

Kreis EsslingenGroßbaustellen sind einige Schulen auf den Fildern in den Sommerferien. Wenn Schüler und Lehrer Urlaub machen, stören Baulärm und Arbeiten weniger. Die Generalsanierung im Schulzentrum Nellingen geht nach den Ferien weiter – ebenso wie die Erweiterung der Denkendorfer Uhland-Schule. Im Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) verzögert ein Wasserschaden die Arbeiten. Die Erweiterung der Ludwig-Uhland-Schule in Denkendorf soll bis Herbst 2020 fertig sein.

In Ostfildern läuft im Schulzentrum in den Anlagen eine umfassende Sanierung. „Wir haben die Raumbelegung neu geordnet und stellen sicher, dass alle Klassen des OHG Unterrichtsräume haben“, zerstreut Bürgermeister Rainer Lechner die Sorgen mancher Eltern, dass es Engpässe geben könnte. Mit den Containern im Schulzentrum lasse sich die Situation entschärfen. Starkregen hat das Untergeschoss des Schulgebäudes am letzten Juli-Wochenende vollaufen lassen (wir berichteten).

Der Umzug der Klassen aus den Containern verzögert sich – mindestens bis zu den Herbstferien. Zunächst mussten die Räume, deren Ausbau weit gediehen war, getrocknet werden. Ein weiteres Gutachten muss nun klären, wie es mit dem Ausbau weitergeht. Die Kosten übernimmt wohl die Versicherung. „Es klappt erstaunlicht gut im laufenden Schulbetrieb“, zieht OHG-Schulleiter Mario Lietzau ein positives Fazit. Man bringe alle Schulklassen unter, auch wenn das eine Herausforderung sei. Bis zum Ende des neuen Schuljahres, so hofft er, sollen die Arbeiten am OHG fertig sein. Dann geht es im benachbarten Heine-Gymnasium weiter, mit dem sich das OHG das Foyer teilt.

In den anderen Stockwerken des Hahn-Gymnasiums laufen die Arbeiten nach Lechners Worten weiter. Auch im Heinrich-Heine-Gymnasium (HHG) und in der Riegelhof-Realschule, die zum Schulzentrum gehören, wird gearbeitet. Die Sanierung der Gymnasien kosten nach Lechners Worten 34 Millionen Euro, wobei das Land einen Zuschuss von 8,8 Millionen Euro zahlt. Die Sanierung der Realschule schlägt mit 13 Millionen Euro zu Buche. Da erwartet die Stadt einen Landeszuschuss: 2,24 Millionen Euro.

Toiletten der Mozartschule saniert

Renoviert wird in den Ferien auch in der Mozartschule in Neuhausen, allerdings in viel kleinerem Umfang. Das WC für die Mädchen und Jungen im Erdgeschoss wird in der Grundschule in der Klosterstraße komplett erneuert. Fliesen, Fußbodenbelag und Kabinenwände werden ausgetauscht. Das kostet die Gemeinde 90 000 Euro. Viele Eltern hatten den Zustand der sanitären Anlagen bemängelt. Es gibt je drei Waschbecken und bei den Mädchen zwölf WCs, bei den Jungs je sechs Urinale und sechs WCs. „Die Bauarbeiten werden bis zum Schulbeginn fertig sein“, sagt Elke Eberle, die Pressesprecherin der Gemeinde.

Die Erweiterung der Ludwig-Uhland-Grundschule in Denkendorf ist in den Sommerferien gut vorangekommen. „Aber fertig sind wir noch lange nicht“, sagt die Rektorin Claudia Zährl. Derzeit wird das Kellerfundament betoniert. Sie rechnet damit, dass das neue Gebäude erst im Herbst 2020 in Betrieb gehen kann. Am Dienstag nächster Woche sollen nach Zährls Worten die Betonfertigteile kommen. „Bis zum Schulbeginn sind dann die Transportarbeiten mit den größten Teilen erledigt“, sagt die Rektorin. Das sei auch deshalb wichtig, „weil die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler Vorrang vor allem hat.“ Deshalb haben Schule und Gemeinde ein umfassendes Sicherheitskonzept für die Schulwege entwickelt, das zum Schulstart am kommenden Mittwoch greifen wird. Für den Anbau nimmt die Gemeinde 2,5 Millionen Euro in die Hand. Von dem Neubau verspricht sich Zährl viel. „Da haben wir die Möglichkeit, unsere pädagogischen Konzepte der Ganztagsschule umzusetzen.“

Das neue Raumangebot haben die Pädagogen mit der Gemeinde geplant. „Wir können auch dem individuellen und kooperativen Lernen besser Rechnung tragen“, sagt Zährl. Neue Räume wird es für die Schulsozialarbeit geben. Wie geht die Rektorin der Uhland-Schule damit um, dass die Schule nun ein Jahr lang mit Baulärm klarkommen muss? „Die betroffenen Schüler bekommen Kopfhörer.“ Viele Kinder sind da aus ihrer Sicht empfindlicher. Außerdem stehe man mit den Baufirmen im engen Kontakt. „Da tragen wir Sorge, dass laute Arbeiten nicht zur Schulzeit gemacht werden.“ Dass das im Schulalltag gut funktionieren kann, hat die Rektorin bei der letzten Sanierung erlebt.

Die Elektrosanierung der Fleinsbach-Realschule in Bernhausen war das größte Bauprojekt der Stadt Filderstadt in den Sommerferien. Lampen und Kabel wurden nach den Worten von Klaus Heim saniert. Der Leiter des Hochbauamts berichtetr, dass die letzten Arbeiten noch laufen. „Bis am Mittwoch die Schule wieder anfängt, möchten wir fertig sein.“ 310 000 Euro kostet das Sanierungsprojekt, mit dem die Schule nun in Sachen Elektrotechnik auf dem neuesten Stand ist. Am Bonhoeffer-Gymnasium in Sielmingen und am Elisabeth-Selbert-Gymnasium in Bernhausen sind nach Heims Worten „nur kleinere Arbeiten“ gelaufen.

Neuer Name für das Gymnasium

ESG hat einen neuen Namen: Das Kürzel ESG bleibt gleich. Seit August ist das ehemalige Eduard-Spranger-Gymnasium in Bernhausen nach Elisabeth Selbert benannt. Das Regierungspräsidium hat genehmigt, dass die Schule einen neuen Namen bekommt. Auch die Sporthalle und die Bushaltestelle sind umbenannt worden.

Gründe für die Umbenennung: Der deutsche Philosoph, Pädagoge und Psychologe Eduard Spranger (1882 bis 1963) ist in der neueren Forschung in die Kritik geraten. Man habe ihn „als Vertreter eines überkommenen und elitären Menschenbildes entlarvt“, schreibt die Stadt Filderstadt in der Begründung. Direktorin Ursula Bauer stuft ihn als „stark national, ja nationalistisch“ ein. Das passe nicht zum Leitbild der „Schule gegen Rassismus“.

Die neue Namenspatronin: Elisabeth Selbert (1896 bis 1986) hat das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland mitbegründet. Die Politikerin und Juristin kämpfte für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Die Aufnahme der Gleichberechtigung in den Grundrechteteil der bundesdeutschen Verfassung war zum großen Teil ihr Verdienst. eli

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