Im Ostergarten in Sielmingen erleben Besucher mit allen Sinnen die Ostergeschichte. Dabei kommt auch Hightech zum Einsatz.
Es geschah vor 2000 Jahren. Irgendwo außerhalb vor Jerusalem, an einem Ort namens Golgatha, starb Jesus an einem Kreuz. Doch laut Bibel besiegte er den Tod und fuhr in den Himmel auf. Anhänger des Christentums feiern bis heute die Auferstehung an Ostern. Im Filderstädter Teilort Sielmingen haben rund 250 Ehrenamtliche der Landeskirchlichen Gemeinschaft, der Evangelischen Kirchengemeinde und der örtlichen Jugendarbeit „Entschieden für Christus“ die Ostergeschichte in einem Rundweg inszeniert.
Lampen wurden in stundenlanger Arbeit programmiert
Die Besucher erwarten im Vereinshaus in der Augustenstraße 2 zehn Stationen, die mit Licht-, Ton- und visuellen Effekten gespickt sind. Ein Erzähler begleitet die Gäste bei dem Rundgang. Und weil die Ostergeschichte im Original für Kinder ein wenig zu grausam ist, gibt es auch eine Kinderversion. Ohne gebuchte Führung ist ein Besuch nicht möglich. „Wir wollen die Ostergeschichte mit allen Sinnen erlebbar machen“, sagen Stephan Bayha und Daniel Weyland, die die Koordination des Projekts übernommen haben. Die Planungen haben mehr als ein Jahr in Anspruch genommen. Der technische Aufwand ist hoch. Hinter den Effekten stecken unter anderem 70 Lampen, deren Steuerung aufwendig programmiert wurde. Normalerweise wird die Steuerung in Maschinen eingesetzt. „Wir haben sie in mehreren hundert Stunden umprogrammiert“, berichten die Techniker Matthias Schweizer und Christian Schweizer.
Am Beginn der Führung tauchen die Besucher mit einer antiken Jerusalemer Marktszene in das Geschehen ein. Auch das berühmte letzte Abendmahl von Jesus und seinen Jüngern ist Teil des Ostergartens. Es folgen der Ort der Kreuzigung und das leere Grab Jesu. Auch der Auferstehungsgarten ist zu sehen. Dort, zum Ende der Führung hin, bekommt jeder Besucher eine Blumenzwiebel als Zeichen neuen Lebens geschenkt. Töpfe und Erde zum Einpflanzen gibt es ebenfalls. Der oft geweckte Diskussionsbedarf nach der Führung kann im Bistro im Untergeschoss bei einer Tasse Tee oder Kaffee gestillt werden.
Der Oberbürgermeister gehörte zu den ersten Besuchern
Die Begeisterung für den Ostergarten, der bereits in den Jahren 2008, 2011 und 2018 aufgebaut wurde, ist riesig. Die Veranstalter freuten sich gleich zu Beginn vor zwei Wochen über mehrere tausend Anmeldungen. Zu den ersten Besuchern gehörte der Filderstädter Oberbürgermeister Christoph Traub. „Golgatha ist beeindruckend“, sagte der Schultes nach der Führung. Ihm sei es wichtig, dass es an Ostern nicht nur um das Erwachen der Pflanzen gehe. Vielmehr stehe Ostern für neues Leben, das jedem Menschen geschenkt worden sei. Ferner wolle er mit dem Besuch seine Wertschätzung für die umfangreiche ehrenamtliche Arbeit zum Ausdruck bringen. Viele der Beteiligten brachten ihr berufliches Wissen als Gärtner, Schreiner, Ingenieur oder Informatiker ein.
Der Ostergarten in Sielmingen ist noch bis kommenden Montag, 10. April, täglich von 8 bis 21 Uhr geöffnet. Anmeldungen zu einer Führung können telefonisch unter der Nummer 0 15 78 / 1 72 48 01 oder online über www.ostergarten-filderstadt.de erfolgen. Allerdings sind bereits viele Termine ausgebucht. Der Ostergarten ist nicht barrierefrei, Besuche sind aber nach Absprache auch für Menschen mit Rollstuhl oder Rollator möglich.