Schöner kann man Kino kaum genießen. Foto: Bulgrin - Bulgrin

Bis 4. August genießen allabendlich Tausende Film-Fans das Kino auf der Burg. Das alljährliche Open-Air-Festival, das vom Kommunalen Kino organisiert und von der Eßlinger Zeitung präsentiert wird, besticht durch seine ganz besondere Atmosphäre.

EsslingenSchon zum 26. Mal lockt das Open-Air-Filmfestival des Kommunalen Kinos (Koki) die Cineasten aus nah und fern auf die Esslinger Burg. Es hat sich längst herumgesprochen, dass das Freilicht-Filmspektakel nicht nur ein durchdachtes Film- und ein spannendes Rahmenprogramm, sondern auch eine prima Organisation und engagierte ehrenamtliche Helfer hat. Auch das Ambiente sucht seinesgleichen: Zwischen Dickem Turm und Hochwacht überragt die 140 Quadratmeter große Leinwand die Sitz- und Liegeflächen. Die Burgmauern und riesige alte Bäume säumen das Gelände, das mit bunten Lichtern in Szene gesetzt ist.

Der diesjährige Spielplan mit einer bunten Mischung aus ambitionierter Filmkunst, Kassenschlagern, einer Preview und cineastischen Kabinettstückchen soll den Geschmack des Publikums treffen. Neben der Atmosphäre machen Live-Musik und Kurzfilme, kühle Getränke und kulinarische Spezialitäten von der obligatorischen Roten Wurst bis hin zu indischem Curry und äthiopischer Injera das Kino auf der Burg zu einer der schönsten Open-Air-Veranstaltungen landauf und landab. Dennis Hartter freut sich über die entspannte Stimmung: „Meine Freunde und ich kennen uns aus der Schule und aus dem Sportverein. Seit vielen Jahren verabreden wir uns für einen coolen Abend hier oben zum Schwätzen und zum Filmgucken. Das ist für uns schon eine lieb gewonnene Tradition.“

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Erzählen sich langjährige Fans des Kinospektakels, das von der Eßlinger Zeitung präsentiert wird, gerne die alten Geschichten, wie sie einst Temperaturen von sechs Grad mit Anorak, Mütze und Handschuhen trotzten oder bei sintflutartigen Regenfällen tapfer unter Planen ausharrten, so waren dieser Tage all jene König, die sich ideenreich den hochsommerlichen Temperaturen stellten: Sonnenbrille, -hut und -kappe durften nicht fehlen. Handliche Fächer und erfrischende Sprühnebel aus Wasser-Zerstäubern komplettierten das Handgepäck. „Heute Nachmittag habe ich mich im Freibad abgekühlt. Jetzt genieße ich einen kühlen Cocktail, allerdings in der Virgin-Version. Alkohol wäre mir zu gefährlich bei über 30 Grad. Aber das sind so traumschöne Tage, da wird nicht über die Hitze geklagt“, meinte Tammy Baumann am Freitagabend und zog einen kleinen batteriebetriebenen Ventilator in Form einer Sonnenblume aus ihrer Tasche. Trotz allgemeiner Liefer-Engpässe sei der Mineralwasser-Nachschub gesichert, bestätigt Koki-Geschäftsführerin Sibylle Tejkl. Am Freitagabend hatte es ein paar wenige Sanitäter-Einsätze für Gäste mit leichten hitzebedingten Kreislaufproblemen gegeben, so Tejkl: „Aber glücklicherweise nichts Dramatisches.“ Sie selbst kämpft mit dem Klebeband, mit dem sie ihr Equipment beschriftet hat: „Das löst sich in der Hitze auf, ich habe ständig klebrige Hände“, grinst sie und wird künftig auf Sahara-taugliches Material umsteigen.

Auf dem riesigen Areal im Innenhof der Burg findet jeder seinen Lieblingsplatz: Die einen sitzen gemütlich unterhalb des Kanonenbuckels, andere lieben die lauschigen Plätzchen im Hintergrund, wieder andere richten sich bequem auf einem der 1800 Stühle ein. Und auf der leicht abfallenden Liegewiese gibt es genügend Raum, um mit Decken, Matten und Kissen ein gemütliches Lager aufzuschlagen. „Heute hätten die Veranstalter durchaus einen Aufschlag verlangen können, weil mit der XXL-Mondfinsternis ein astronomisches Jahrhundertereignis extra geboten ist“, meinte Sylvia Jetter aus Stuttgart am Freitagabend gut gelaunt: „Ich hoffe, wir haben gute Sicht und das Streulicht von der Stadt ist nicht zu stark. Man soll ja mit viel Glück sogar die Internationale Raumstation vorbeifliegen sehen können.“

Wegen eines nächtlichen Polizeieinsatzes, bei dem per Hubschrauber nach Einbrechern gesucht wurde, musste am Freitagabend während der ausverkauften Komödie „Das Leben ist ein Fest“ kurzfristig die Tonlautstärke erhöht werden, damit die Dialoge verständlich blieben. Sibylle Tejkl zeigte sich zum Ende der ersten Festival-Woche sehr zufrieden: „Wir hatten gute erste Tage, tolle und engagierte Helfer, ein nettes Publikum, alles funktioniert wunderbar, und wir haben eine super Wetterprognose.“ Sie freut sich, dass das Team mit der Filmauswahl, über die es sich immer sehr viele Gedanken macht, bisher richtig lag: „Wir sind gut besucht. Am Samstag bei ‚Wunder‘, den auch Kinder ab zehn Jahren mit Gewinn gucken können, waren tatsächlich vier Generationen Filmfans auf dem Platz.“

Bis Samstag, 4. August, gibt es an jedem Abend Filmgenuss beim Kino auf der Burg. Einlass ist um 19 Uhr, die Live-Musik beginnt gegen 20.15 Uhr. Weitere Informationen unter www.koki-es.de

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